WM - Drei Dinge, die bei Frankreich gegen Schweden auffielen: Mbappé und Olise liefern ab - die blaue Bestie hat Hunger
Frankreich ist seiner Favoritenrolle im WM-Sechzehntelfinale gegen Schweden (3:0) eindrucksvoll gerecht geworden. Die Mannschaft von Didier Deschamps präsentierte sich am Dienstag in New York nicht nur als geschlossene Einheit, sondern auch als hungrige Bestie. Dabei ragte einmal mehr Kylian Mbappé heraus, der mit seinen Offensivkollegen die Skandinavier überrollte. Drei Dinge, die uns auffielen.
Mbappé gleicht im "Duell" mit Messi zum 6:6 aus - das sagt der Superstar
Quelle: Perform
Die französische Nationalmannschaft ist mit einer sportlichen Kampfansage in das WM-Achtelfinale eingezogen.
Der Weltmeister von 2018 feierten am Dienstag in New York einen dominanten 3:0 (1:0)-Sieg gegen Schweden.
Hauptverantwortlicher war dabei einmal mehr Superstar Kylian Mbappé, der mit einem Doppelpack in Sachen WM-Toren (18) an Miroslav Klose (16) vorbeizog und Lionel Messi (19) auf den Fersen bleibt.
Außerdem trug sich Bradley Barcola bei den Les Blues, die nur so vor Spielfreude strotzten, in die Torschützenliste ein. Schweden bleibt dagegen nur die Erkenntnis, dass es auf diesem Niveau nicht reicht.
Drei Dinge, die bei Frankreichs Sieg im WM-Sechzehntelfinale gegen Schweden auffielen.
1. Für Mbappé gibt es keine Grenzen
Das ganze Stadion erhob sich, als Mbappé kurz vor dem Ende den Rasen des New Yorker Stadions verließ, und selbst Trainer Deschamps verneigte sich vor seinem Schützling.
Der Superstar von Real Madrid schraubt bei dieser WM weiter fleißig an seinem Legendenstatus. Mit seinen WM-Treffern 17 und 18 - in gerade einmal 18 Partien - zog er in der ewigen Torjägerliste an Klose vorbei auf Platz zwei. Allein in seinen letzten fünf WM-Spielen war er an elf Treffern direkt beteiligt (neun Tore, zwei Torvorlagen).
Es sind absurde Zahlen, die die Klasse des (noch?) zweitbesten WM-Torjägers der Historie belegen.
"Es gibt kein Limit für ihn. Er ist ein geborener Torjäger - das ist pure Weltklasse auf zwei Beinen", schwärmte "MagentaTV"-Experte Mats Hummels.
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WM - Kylian Mbappé überholt Miroslav Klose mit seinem Doppelpack gegen Schweden
Fotocredit: Getty Images
Zunächst sah es aber nach einem zähen Abend für Mbappé aus. Der 27-Jährige hatte erst Pech, als sein vermeintlicher Führungstreffer wegen einer Abseitsposition aberkannt wurde. Kurz darauf scheiterte er am Pfosten.
Dies schien Mbappé allerdings noch weiter anzuspornen. Der Ausnahemstürmer war nahezu an jeder gefährlichen Aktion Frankreichs beteiligt und belohnte sich kurz vor der Pause nach einer sehenswerten Einzelaktion mit seinem Treffer zum 1:0 (45.).
Damit war Mbappé in allen vier WM-Spielen Frankreichs am Führungstreffer direkt beteiligt (dreimal Torschütze, einmal Vorlagengeber). In der Schlussphase schnürte er dann eiskalt den Doppelpack (74.) und beseitigte damit alle - zugegeben kleinen - Restzweifel.
"Ich bin mir dessen bewusst, wer ich bin und was ich machen muss. Wir haben gut gespielt, aber wir können es noch besser machen. Wir hätten noch ein paar mehr Tore machen können, aber wir haben das Spiel kontrolliert", brachte es Mbappé auf den Punkt.
2. Die blaue Bestie hat Hunger
Frankreichs Superstars zeigten kurz vor der Pause, dass sie nicht nur ein großes fußballerisches Vermögen, sondern auch ein großes Herz haben.
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Mbappé stützt Deschamps nach Tod der Mutter: Frankreich-Coach tief bewegt
Quelle: Perform
Nach dem Führungstreffer von Mbappé machte sich Les Bleus im Kollektiv auf den Weg zu Trainer Didier Deschamps an die Seitenlinie - und das aus gutem Grund. Der 57-Jährige hatte vor wenigen Tagen seine Mutter verloren und reiste deshalb zwischenzeitlich sogar von der WM ab.
Eine kleine Geste, die jedoch perfekt symbolisierte, welche Einheit Frankreich geworden ist. Das war nicht immer so, wenn man beispielsweise an die WM 2010 in Südafrika zurückdenkt (Stichwort: Spielerrevolte).
Auf dem Platz machte der Weltmeister von 2018 ohnehin keine Gefangenen. Frankreich dominierte die Partie nach Belieben, erspielte sich nach einer kleinen Anlaufphase Chance um Chance und schnürte Schweden gnadenlos ein.
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Fußball: Kylian Mbappé herzt Frankreich-Trainer Didier Deschamps beim WM-Spiel gegen Schweden
Fotocredit: Getty Images
"Nach circa 20 Minuten hatte Schweden gar nichts mehr vom Spiel", bilanzierte Hummels und ergänzte: "Sobald Frankreich das Tempo angezogen hat, kam eine Chance dabei raus."
Und das tat die Deschamps-Elf zur Genüge. Immer wieder rollten Mbappé, der ebenfalls bärenstarke Michael Olise (zwei Torvorlagen) sowie Ousmane Dembélé und Bradley Barcola mit hoher Geschwindigkeit auf den tief stehenden Abwehrblock der Schweden zu. Insgesamt 25 Torschüsse belegen die Dominanz des Favoriten.
"Sie sind in allen Mannschaftsteilen zu gut. Heute waren es vor allem Mbappé und Olise. Sie können zu jeder Zeit des Spiels ein Tor schießen. Das ist wirklich furchteinflößend", zeigte sich Hummels begeistert.
Doch nicht nur die Offensive, sondern auch das Gegenpressing der Franzosen funktionierte - an dieser Stelle sind Adrien Rabiot und Aurélien Tchouaméni positiv zu erwähnen.
Fakt ist: Die Fußballwelt und insbesondere der Deutschland-Schreck Paraguay, Frankreichs nächster Gegner, muss sich in Acht nehmen.
3. Schweden auf verlorenem Posten
Die schwedische Nationalmannschaft konnte einem als neutraler Zuschauer wirklich leidtun.
Dabei sah es zu Beginn noch ganz ordentlich aus. "Schweden hat es eine Viertelstunde geschafft, Frankreich vom Tor wegzuhalten", sagte Hummels.
Danach war allerdings Land unter bei den Nordlichtern. Die Mannschaft von Trainer Graham Potter fand in der Folge keinen Zugriff mehr und musste eine brandgefährliche Situation nach der anderen überstehen. Von Entlastung war keine Spur mehr.
"Schweden hatte kein Mittelfeldspiel. Sie haben nur mit langen Bällen auf die beiden Stürmer agiert. Upamecano und Saliba haben Gyökeres und Isak aber aufgefressen. Frankreich war Schweden in allen Mannschaftsteilen überlegen", bilanzierte Hummels.
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Viktor Gyökeres (l.) und Alexander Isak erlebten einen bitteren Abend gegen Frankreich
Fotocredit: Getty Images
Es bleibt festzuhalten, dass Frankreich für die Schweden, die übrigens kein Spiel in der WM-Qualifikation gewannen, sondern sich über ihre Nations-League-Platzierung in die Playoffs mogelten, mindestens eine Nummer zu groß war.
Einzig Torhüter Jacob Widell Zetterström stemmte sich mit zehn Paraden leidenschaftlich gegen die Niederlage und verdiente sich eine Bestnote. Die Hintermannschaft vor dem Schlussmann wurde allerdings teilweise schwindelig gespielt, und auch offensiv war mit sechs Torschüssen nur wenig los.
Hummels nahm die Skandinavier dennoch ein Stück weit in Schutz. "Ich finde, dass man gar nicht von einer enttäuschenden Leistung sprechen kann. Sie haben gekämpft, sind gelaufen, haben gearbeitet. Letztlich haben aber die Mittel und der Mut gefehlt", analysierte der ehemalige Abwehrspieler.
Ein kleiner Trost für die Tre Kronor: Sie werden nicht die einzige Mannschaft bei dieser WM bleiben, der es so ergehen wird.
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Hummels über Nagelsmann: "Gibt viele Dinge, die er falsch gemacht hat"
Quelle: MagentaTV
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