WM - Erste Kritik an Tuchel und England nach schwachem Auftritt gegen Ghana: "Dafür braucht man Palmer oder Foden"
Update 25/06/2026 um 08:20 GMT+2 Uhr
Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Ghana (0:0) im zweiten WM-Spiel hat Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel die erste Welle der Kritik zu spüren bekommen. Vor allem seine personellen Entscheidungen stehen im Fokus - insbesondere der Verzicht auf mehrere Offensivstars, die gegen den tief stehenden Gegner schmerzlich vermisst wurden. Noch geben sich die Three Lions trotz des Dämpfers gelassen.
Tuchel über Kane: "War nicht so sehr eingebunden"
Quelle: Perform
Aus hungrigen Löwen wurden plötzlich zahme Stubentiger.
Nach dem überzeugenden 4:2-Auftaktsieg gegen Kroatien blieb die englische Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana überraschend blass und kam gegen einen defensiv disziplinierten Gegner nicht über ein 0:0 hinaus.
Statt offensiver Durchschlagskraft und Spielfreude tat sich die Elf von Trainer Thomas Tuchel schwer, Lösungen zu finden und klare Chancen herauszuspielen - und sieht sich nun mit der ersten Welle der Kritik konfrontiert.
England führt die Gruppe L zwar weiterhin mit vier Punkten an und hat beste Chancen auf das Sechzehntelfinale, auch, weil im abschließenden Spiel das bislang punktlose Panama wartet.
Doch das torlose Remis hat Fragen aufgeworfen - und eine Debatte im englischen Fußball erneut entfacht.
Kritik an Tuchel wegen Ausbootung von Foden und Palmer
"Das ist keine Katastrophe, aber eine Rückkehr zur Realität", sagte Ex-Nationalstürmer Alan Shearer bei der "BBC".
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Klopp bricht Lanze für Tuchel: "Herausragender Trainer"
Quelle: SNTV
Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Paul Merson fand ebenfalls deutliche Worte. "Man kann nicht in jedem Spiel vier Tore schießen. Aber in solchen Partien erwartet man irgendwann den Durchbruch. Spieler wie Cole Palmer oder Phil Foden können in engen Räumen den Unterschied machen", erklärte der 58-Jährige.
Tuchel hatte in seinem WM-Aufgebot etwas überraschend auf zahlreiche prominente Namen, darunter die Offensivstars Palmer (FC Chelsea) und Foden (Manchester City) verzichtet.
Nicht bei allen Fans und Experten stießen diese personellen Entscheidungen auf Zustimmung.
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Bellingham appelliert an Team und Medien: "Nicht zu negativ werden"
Quelle: Perform
Tuchel wehrt sich gegen Kritik
Auch Wayne Rooney verwies auf die fehlende Kreativität gegen tief stehende Gegner.
"Es ist schwieriger als gegen die besten Mannschaften, die offensiv stärker sind, weil es mehr Räume gibt. Genau bei solchen Spielen braucht man Spieler wie Foden oder Palmer, weil sie in engen Räumen den Unterschied machen können", erklärte der Ex-Stürmer von Manchester United bei "BBC".
Thomas Tuchel verteidigte seinen Ansatz nach der Partie deutlich knapper. "Ghana ist extrem physisch und gut organisiert”, sagte der Trainer. "Man muss ihnen Respekt zollen."
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Thomas Tuchel erlebte eine schwache Leistung seiner Mannschaft
Fotocredit: Getty Images
Tuchel: "Hoffe, unsere Fans behalten die Zuversicht"
Seine Mannschaft habe grundsätzlich die richtige Einstellung gezeigt, es habe aber auch an Spielglück gefehlt. "Wir wollen Spiele gestalten und attraktiv spielen - heute war das schwierig. Ich hoffe, unsere Fans behalten die Zuversicht, der Weg ist noch lang."
Zugleich wehrte sich Tuchel gegen den Eindruck, sein Team sei zu berechenbar geworden. Man arbeite an Lösungen, wolle diese aber nicht im Detail öffentlich machen.
Auch aus der Mannschaft kam der Appell zur Gelassenheit. Declan Rice sprach von einem "sehr engen Spiel gegen einen tief stehenden Block", betonte aber, dass England mit dem Ball klar zulegen könne. Viele große Nationen hätten zudem mit einem Remis ins Turnier gefunden, so der Mittelfeldspieler.
Bellingham ruft zur Ruhe auf
Jude Bellingham schlug in eine ähnliche Kerbe und rief zur Ruhe auf: "Kein Stress, keine Panik. Wir haben vier Punkte und sind gut positioniert. Wichtig ist, dass wir ruhig bleiben, regenerieren und uns weiter verbessern."
Trotz der öffentlichen Debatte bleibt Englands Ausgangslage komfortabel. Dennoch hat das zweite Gruppenspiel gezeigt, dass die Erwartungen an Tuchels Team hoch bleiben - und jede Abweichung vom Erfolgskurs sofort für Diskussionen sorgt.
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