Julian Nagelsmann muss gegen Finnland auf Manuel Neuer und Kai Havertz verzichten: "Störfaktoren" und ein "Plan B"

Bundestrainer Julian Nagelsmann wollte im ersten Testspiel der unmittelbaren WM-Vorbereitung gegen Finnland eigentlich seine erste Elf einspielen. Daraus wird aber nichts: Mit dem angeschlagenen Manuel Neuer und Kai Havertz, der mit Arsenal am Samstag im Champions-League-Finale spielt, fallen zwei Stammkräfte aus. Nagelsmann ist bemüht, die positiven Aspekte der angespannten Personallage zu sehen.

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Quelle: Perform

Beim emotionalen "Abschiedsevent" mit Frauen und Kindern wollte sich Julian Nagelsmann mit seiner Lena und der großen Nationalmannschaftsfamilie auf den Titel einschwören - doch schon der erste Schritt auf dem Weg zum goldenen WM-Ziel verläuft nicht nach Plan.
Bei Manuel Neuer zwickt die "Wade der Nation", der Rückkehrer fehlt im ersten Turniertest wie "Neuner" Kai Havertz, und Zauberfuß Jamal Musiala ist vor seinem DFB-Comeback auf Formsuche. Endlich einspielen? Von wegen!
Der Bundestrainer sieht seine Pläne durchkreuzt, und so deutete er das Duell mit Finnland am Sonntag (20:45 Uhr im Liveticker) in Mainz flugs zum Test für den Notfall um.
"Das", sagte er über die Störfaktoren, "wird ja auch in einem Turnier passieren können - da haben wir einen Plan B im Kopf."

Nagelsmann beruhigt in Neuer-Thematik

Und so soll genau zwei Wochen vor dem WM-Auftakt gegen Außenseiter Curacao eine Elf auf dem Platz stehen, die "unter Umständen so beginnen kann im Turnier. Aber es ist jetzt nicht alles in Stein gemeißelt."
Denn natürlich hofft Nagelsmann, dass Neuer bis zur Generalprobe am 6. Juni in Chicago gegen die USA, spätestens aber zum Start am 14. Juni in Houston fit wird.
Es bestehe "kein Grund zur Sorge", versicherte er so oft, dass der geneigte Zuhörer doch ein wenig Angst bekommen musste. Neuer übt vorerst im Gym und dreht Runden auf dem Rasen - wo sich sein Platzhalter Oliver Baumann in die Schüsse wirft.
"Olli wird es gut machen", sagte Nagelsmann über seine "Weltklasse-1b-Lösung" und deren Einsatz in Mainz. An Neuer aber, das machten nach dem Bundestrainer auch mehrere Nationalspieler klar, reicht Baumann bei allem Respekt nicht heran. "Manu ist einfach Manu. Der hat so eine Aura", sagte Stürmer Maximilian Beier.

Das Warten auf den Dreizack

Während Neuer am Freitag bei Partner adidas fleißig Autogramme schrieb, stößt Havertz wegen des Champions-League-Finals verspätet zur Mannschaft.
Mit Florian Wirtz und Musiala soll er den Dreizack bilden, der bei der Heim-EM 2024 die Fans verzückte. Seitdem stand das Trio noch viermal gemeinsam auf dem Platz, zuletzt im November 2024.
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Florian Wirtz, Kai Havertz und Jamal Musiala im Trikot der deutschen Nationalmannschaft

Fotocredit: Imago

Musiala lief letztmals am 23. März 2025 für die DFB-Elf auf - und ist nach seiner schweren Verletzung noch nicht der Alte.
Nicht so wild, beschwichtigte Nagelsmann, der Zauberfuß helfe auch "mit 70 Prozent". Er wolle den 23-Jährigen nicht unter Druck setzen. "Er ist nicht der, der alles alleine entscheiden muss."

Die Abwehrkette als Vorzeigestück

Ähnliches gelte für Nick Woltemade, den Havertz-Ersatz. Als "Nick Woltemessi" stürmt er in der neuen "Micky Maus"-Ausgabe "ins Glück", in Newcastle hatte er aber Probleme.
Diese, sagte Nagelsmann, werden "ihm helfen", außerdem passe er besser zum DFB-Spielstil als zu jenem bei United.
An seiner aktiven und "über die letzten Jahre gereiften" Idee hält der Bundestrainer fest. Defensiv, versicherte Nico Schlotterbeck, habe sich die DFB-Elf in den jüngsten sieben Spielen mit sieben Siegen stabilisiert, die Viererkette mit ihm und Jonathan Tah im Zentrum sowie Kapitän Joshua Kimmich und David Raum außen ist als einziger Mannschaftsteil eingespielt.
Im Mittelfeldzentrum scheint Nagelsmann auf der Suche. Aleksandar Pavlovic ist wohl gesetzt, daneben könnte Felix Nmecha spielen, dem Nagelsmann das Prädikat "Weltklasse" verlieh. "Wir werden auf jeden Fall ein sehr gutes Doppelsechs-Pärchen haben", versprach er.

Nagelsmann beschwört die "Familie"

Überhaupt ist das Selbstvertrauen groß. "Ich wüsste ich nicht", sagte Schlotterbeck, "vor wem wir Angst haben müssten."
Zumal es im Team stimme. Beim Grillabend im Kreise der Lieben sollte die von Nagelsmann beschworene "Familie" noch enger zusammenwachsen.
"Diese Dinge", sagte Kimmich, "können ein positives Gefühl, das du auf dem Platz gemeinsam entwickelst, extrem verstärken." Und Ausfälle verkraftbar machen, wenn mal wieder eine Wade zwickt.
(SID)
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Quelle: Perform


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