Kommentar zur WM-Debatte um Manuel Neuer: Deutschland hat kein Torhüter-Problem - Julian Nagelsmann untergräbt sich
Publiziert 13/05/2026 um 14:54 GMT+2 Uhr
Wenige Tage vor der Nominierung des deutschen WM-Kaders verdichten sich die Anzeichen dafür, dass bei Julian Nagelsmann ein Umdenken zwischen den Pfosten stattgefunden hat. Überraschenderweise soll der Bundestrainer den nach der EM 2024 zurückgetretenen Manuel Neuer reaktivieren wollen. Ein Vorgehen mit einer fatalen Signalwirkung - meint Eurosport-Redakteur Christoph Niederkofler.
Manuel Neuer wird mit einer Rückkehr ins Tor der deutschen Nationalmannschaft in Verbindung gebracht
Fotocredit: Getty Images
Das Wohl und Wehe der deutschen Nationalmannschaft: Offenbar hängt es vom "Ja" eines abgedankten Torhüters ab, der sein "Nein" in den vergangenen Monaten nicht kräftiger hätte unterstreichen können.
Trotzdem taucht sein Name laut "kicker" auf einer 55 Namen umfassenden Liste auf, die Bundestrainer Julian Nagelsmann beim Weltverband FIFA hinterlegte.
So kurz vor der WM (11. Juni bis 19. Juli) ein Vorgehen mit fataler Signalwirkung, denn die plötzliche Unruhe wirft die Frage auf: Hat Deutschland etwa doch ein Torwart-Problem?
Davon ist der DFB weit entfernt. Und das weiß Nagelsmann selbst. Ende März deklarierte er Oliver Baumann noch klar zur Nummer eins, zwischen den Pfosten sei Deutschland auch hinter dem Hoffenheimer Rückhalt "top besetzt".
All das scheint jetzt nichts mehr wert - die deutsche Qualität im Tor ist offenbar einfach so verpufft.
Nagelsmann untergräbt sich selbst
Mit Baumann trägt ein routinierter Torhüter die Nummer eins, der mit der TSG Hoffenheim um die Champions League (!) spielt sowie sich durch starke Leistungen in der WM-Qualifikation seine Chance redlich verdient hat.
Hinter ihm lauern nicht minder talentierte Keeper wie Alexander Nübel und Jonas Urbig auf ihre Chance. Nicht zuletzt steht mit Noah Atubolu sogar ein deutscher Torwart im Finale der Europa League. Deutschland hat kein Problem, sondern eine unnötige Scheindiskussion, die Baumann schädigt und ihn als unliebsame Alternative, als "Nummer eins auf Zeit" darstellt. Entsprechen die Berichte der Wahrheit, verliert er nun auch seinen größten Befürworter - den Bundestrainer.
Die famose 55er-Liste vermittelt nämlich genau eine Botschaft: Neuer muss nur den Daumen heben und all die Bestärkungen seitens Nagelsmann, all die Zahlen und Erfolge der weiteren deutschen Torhüter sind nichts mehr wert.
Die zurzeit höchst theoretische Chance auf eine Rückkehr von Neuer lässt die aktuelle deutsche Nummer eins einen Monat vor der WM auf verlorenem Posten stehen. Das gab es in der Form beim DFB noch nie.
Sollte Nagelsmann tatsächlich aus dem Nichts auf Neuer bauen, untergräbt er seine eigene Glaubwürdigkeit - ohne jeglichen Grund.
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Quelle: Eurosport
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