Drama um Marc-André ter Stegen beim FC Barcelona: Kalter Liebesentzug und Rückenverletzung gefährden den Traum von der WM 2026

Zu teuer, zu verletzungsanfällig, zu alt - nach elf Jahren wurde Marc-André ter Stegen beim FC Barcelona vor die Tür gesetzt. Die Demütigung kommt für den Keeper zum ungünstigsten Zeitpunkt: Ter Stegen kämpft um seinen Traum, bei der WM 2026 das Tor der deutschen Nationalmannschaft zu hüten. Doch dieser droht aus zweierlei Gründen zu platzen. Ter Stegen bleibt nur eine Wahl.

Marc-André ter Stegen kämpft um seinen Verbleib beim FC Barcelona

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Ursprünglich wollte der FC Barcelona am Donnerstag nach Asien fliegen. Auf dem Programm standen Testspiele gegen die japanische Mannschaft Vissel Kobe und gegen den FC Seoul und Daegu FC in Südkorea.
Doch daraus wird - zumindest vorerst - nichts, das gecharterte Flugzeug bleibt am Boden. Mittwochabend gab der Verein bekannt, dass er das für kommenden Sonntag geplante Spiel gegen Kobe "aufgrund schwerwiegender Vertragsverletzungen" abgesagt habe und nun die gesamte Asientour auf der Kippe stehe.
Vor allem in finanzieller Hinsicht ist die gescheiterte Japan-Etappe ein schwerer Schlag für Barça. Der chronisch klamme Klub - die Schulden belaufen sich angeblich auf knapp eine Milliarde Euro - ist mehr denn je auf Einnahmen aus kommerziellen Reisen angewiesen.
Marc-André ter Stegen kann der geplatzte Trip egal sein. Der Torhüter war ohnehin nicht für den 30-Mann-Kader nominiert worden. Auch vom Mannschaftstraining ist der 33-Jährige ausgeschlossen, schuftet stattdessen individuell in den Krafträumen.
Am Donnerstagabend veröffentlichte ter Stegen dann, dass er am Rücken operiert werden muss und rund drei Monate ausfällt. Es sei ein "schwieriger Tag für mich", heißt es in seinem Statement auf Instagram.

Flick setzt auf García und Szcęzsny - ter Stegen ist überflüssig

Schon vor dieser Hiobsbotschaft gab es für die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft in den vergangenen Wochen kaum Positives zu berichten.
Nach elf Jahren als Nummer eins des stolzen katalanischen ist ter Stegen überflüssig geworden. Bevor es überhaupt zu einem klärenden Gespräch mit Trainer Hansi Flick kam, erfuhr er die brutale Degradierung zur Nummer drei aus den Medien.
Barcelona setzt in Zukunft auf Neuzugang Joan García (24), der für 25 Millionen Euro von Stadtrivale Espanyol kam, und Wojciech Szcęzsny. Geht es nach dem Willen des Klubs, soll ter Stegen Barcelona schnellstmöglich verlassen. Sein Gehalt von kolportierten zehn bis 14 Millionen Euro, seine Verletzungsanfälligkeit und sein Alter konterkarieren Barças Pläne im Tor.
Zudem soll ter Stegen in der letzten Saison wiederholt in Ungnade gefallen sein. So habe er wegen der Entscheidung für Szcęzsny als Nummer eins die Reise zum Champions-League-Halbfinalrückspiel bei Inter Mailand verweigert. Bei der Meisterfeier soll der Kapitän aus Frust über seine geringen Einsatzzeiten nach dem Comeback das vorgesehene Grußwort an die Zuschauer boykottiert haben.
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Tischtuch zerschnitten: Hansi Flick (l.) im Gespräch mit Marc-André ter Stegen

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Drohende Zwangspause wegen Rückenleiden

In seine ohnehin schon extrem unbefriedigende Situation passt die öffentlich gemachte Rücken-OP wie die Faust aufs Auge.
Denn: Eine Rücken-OP bedeutet eine Pause von etwa drei Monaten für den Torwart. In diesem Fall würde Barça laut "El Mundo Deportivo" von der Fifa eine Entschädigung in Höhe von rund zwei Millionen Euro erhalten und gemäß der Verletzungsausnahmeregelung der Liga 80 Prozent von ter Stegens Jahresgehalts für einen Ersatz verwenden dürfen.
Mit diesem Geld könnte der Klub Joan García endlich für den Spielbetrieb registrieren. Die spanische Liga ist diesbezüglich knallhart: Weisen Personalausgaben und Einnahmen ein zu großes Defizit aus, werden neue Spieler mitunter gar nicht erst zugelassen. Barcelona ist in dieser Sache Hochrisikogebiet, wie die Posse um Dani Olmo aus der letzten Saison zeigt. Der Ex-Leipziger konnte monatelang nicht eingesetzt werden.

Interesse von Manchester City?

Für ter Stegen bleibt die Situation in seiner katalonischen Wahlheimat ein einziges Fiasko. Barças kalter Liebesentzug ist endgültig, ter Stegens Chancen auf eine Rückkehr in den Kader tendieren gegen null.
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Marc-André ter Stegen kämpft um seinen Verbleib beim FC Barcelona

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Will er seinen Traum von der WM 2026 als Deutschlands Nummer eins verwirklichen, bleibt ihm nur ein Vereinswechsel. Galatasaray Istanbul galt im Zuge seines Kaufrausches als möglicher Abnehmer, die Spur ist aber kalt. Zuletzt gab es Gerüchte über ein Interesse von Manchester City, wo Stammkeeper Ederson mit Abschied Richtung Saudi-Arabien kokettiert.
Die nun anstehende OP dürfte die Suche nach einem neuen Arbeitgeber zusätzlich erschweren. Ein mögliches Szenario wäre, dass ter Stegen bis zum Winter offiziell Spieler des FC Barcelona bleibt und im Januar-Transferfenster wechselt.

Ter Stegen läuft die Zeit davon

Im Hinblick auf die WM läuft ihm so oder so die Zeit davon. 44 Mal spielte ter Stegen für Deutschland, allerdings noch nie bei einem großen Turnier. Nach dem Rücktritt von Manuel Neuer war die Tür endlich offen, ehe sie von Hansi Flick jäh wieder zugeknallt wurde.
Über ein Jahrzehnt zählte ter Stegen zu den besten Torhütern der Welt und rettete einem schludrigen Barcelona in den Krisenjahren 2019 bis 2022 oft im Alleingang die Punkte.
Knapp ein Jahr vor dem angedachten Höhepunkt seiner Karriere ist er am Tiefpunkt angekommen.
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Wück stolz trotz EM-Aus: "Haben Euphorie in Deutschland entfacht"

Quelle: Perform


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