WM 2026: Nathaniel Brown trifft für Deutschland gegen Curaçao - Linksverteidiger macht Davies Konkurrenz beim FC Bayern
VonThomas Gaber
Update 16/06/2026 um 08:17 GMT+2 Uhr
Es war "nur" WM-Neuling Curaçao, doch der erste Auftritt der deutschen Nationalmannschaft brachte gleich mehrere Gewinner hervor. Neben Felix Nmecha wusste vor allem Nathaniel Brown überzeugen. Der 22-Jährige erlebte eine schwierige Saison bei Eintracht Frankfurt, setzte sich aber im Kampf um die Linksverteidigerposition gegen David Raum durch und soll künftig beim FC Bayern für Furore sorgen.
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Am 9. Dezember 2025 hinterließ Nathaniel Brown erstmals auf der ganz großen Bühne des europäischen Klubfußballs einen bleibenden Eindruck. Als krasser Außenseiter mit Eintracht Frankfurt nach Barcelona gereist, legte der Linksverteidiger Lamine Yamal 89 Minuten lang an die Kette und sorgte dafür, dass der Barça-Superstar kurz vor Spielende entnervt ausgewechselt wurde.
"Yamal verärgert und bestraft", zeilte die spanische Sportzeitung "Marca" am nächsten Morgen und ging ins Detail: "Brown ließ Lamine im riesigen Camp Nou weniger Platz als in einer Telefonzelle."
Zwar konnte Brown trotz seiner starken Vorstellung die 1:2-Niederlage der Eintracht nicht verhindern, doch der Auftritt in Barcelona war der Startschuss für eine bemerkenswerte Reise, die sechs Monate später am Sonntag in Houston ihren vorläufigen Höhepunkt fand, als Brown beim 7:1 gegen Curaçao in seinem ersten WM-Spiel sein erstes Tor für Deutschland erzielte - volley mit dem "schwachen" rechten Fuß.
"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Meine Familie ist da und ich bin einfach nur happy", sagte Brown hinterher.
Bayern-Deal kurz vor Abschluss
Reichlich beschenkt mit Glückshormonen wurde Brown in der abgelaufenen Chaos-Saison in Frankfurt nicht. Mit 65 Gegentoren stellte die Eintracht die drittschlechteste Abwehr der Liga und verpasste die internationalen Ränge deutlich. In einer mitunter desolaten Mannschaft war Brown einer der ganz wenigen konstanten Lichtblicke, die auch Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem FC Bayern nicht verborgen blieben.
Mit dem Spieler sind sich die Münchner über einen Wechsel zur neuen Saison einig, mit Frankfurt wird bezüglich der Ablösesumme noch um die eine oder andere Million gefeilscht. Irgendwo zwischen 50 und 60 Millionen wird man sich am Ende treffen. In jedem Fall viel Geld für einen Spieler, dessen Karriere gerade erst ins Laufen kommt und der vor nicht langer Zeit noch in einem Fitnessstudio arbeitete.
Zwischen 2019 und 2021 war Brown im Geschäft seines Stiefvaters Mädchen für alles. "In dieser Zeit habe ich meine Trainer-B-Lizenz absolviert und allgemein alles erledigt, was in einem Fitnessstudio so anfällt. Ich habe sauber gemacht, die Geräte geputzt, Proteinshakes gemischt und auch mal Übungen erklärt", verriet Brown vor der WM der "Sportbild".
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Ritterschlag von Kai Havertz
Die Schufterei in der Muckibude hat Brown geprägt und hilft ihm auf seinem Weg als Profifußballer enorm weiter. "Man sieht, wie hart er jeden Tag arbeitet", schwärmte Teamkollege Kai Havertz nach dem Spiel gegen Curaçao. "Er ist demütig, sehr respektvoll und gibt jeden Tag alles auf dem Trainingsplatz. Genau solche Spieler benötigen wir bei der Nationalmannschaft."
Mit Fleiß, der richtigen Einstellung und seinem Können hat Brown nicht nur David Raum aus der deutschen Stammelf verdrängt, sondern ihn auch zu einer der besten Adressen im Weltfußball gebracht.
Brown zeichnet eine enorme Endgeschwindigkeit aus, die er dank seiner Explosivität schnell erreicht und dadurch in vielen Zweikämpfen eine zweite Chance bekommt.
Mit Alphonso Davies haben die Bayern links hinten bereits einen vergleichbaren Spielertyp, was das Tempo angeht. Anders als der Kanadier, der vor allem von seinen langen vertikalen Sprints lebt, sind es bei Brown die kurzen, kontrollierten Antritte statt der "Spektakelsprints" a la Davies.
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Brown passt zu Strukutr-Fanatiker Kompany
Brown hat den Fokus auf Tempo in Verbindung mit Passspiel im Halbfeld, Davies setzt eher auf Dribbling und Dynamik im Alleingang.
Mit seinem guten Timing bei Läufen, seiner Zweikampfstärke, dem sauberen Positions- und Passspiel und der Fähigkeit, situativ breit zu bleiben, einzurücken oder abzusichern, passt Brown ideal ins Anforderungsprofil von Bayern-Trainer Vincent Kompany, der vor allem Struktur will.
Davies hat ebenfalls herausragende offensive Qualitäten, defensivtaktisch jedoch Mängel und wird zudem seit eineinhalb Jahren immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Mit Brown kommt ein echter Konkurrent im Kampf um die Linksverteidigerposition bei Bayern hinzu, der derzeit sogar die Nase vorn zu haben scheint.
Mit Hiroki Ito, Josip Stanisic und Tom Bischoff können gleich drei weitere Münchner Linksverteidiger spielen, mit Brown wird die Qualität aber noch einmal deutlich erhöht.
Gegen Lamine Yamal hat Brown schon gezeigt, dass er es mit den Besten aufnehmen kann. In München wird er in Zukunft häufiger die Gelegenheit bekommen, die Topstars zu nerven.
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