Kommentar zum DFB-Team vor der WM 2026 mit Nagelsmann und Völler: Belehrend statt belebend!
Update 29/05/2026 um 11:07 GMT+2 Uhr
Zwei Wochen vor Start der Fußball-Weltmeisterschaft beschwört Bundestrainer Julian Nagelsmann beim DFB eine "gut funktionierende Familie", in der jeder auf sich aufpasst. Er selbst und Sportdirektor Rudi Völler leben den Familienzusammenhalt aber nicht vor. Im Gegenteil: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fällt in verstaubte Strukturen zurück, sagt Eurosport-Reporterin Victoria Kunzmann.
Völler über Zielsetzung: "Andere sind Top-Favoriten"
Quelle: Perform
Mit Familie ist das ja immer eine Sache. Man liebt sie, man hasst sie. Man kann nicht ohne sie. Was nun eine "gut funktionierende Familie" ist, bleibt jedem selbst überlassen. Für manche ist das sicher eine, in der man sich einfach nicht auf die Nerven geht.
Bundestrainer Julian Nagelsmann beschreibt seine Vorstellung dessen auf der Pressekonferenz zum Start der WM-Vorbereitung des DFB-Teams am Mittwoch. Er wünsche sich, "dass jeder wie in einer gut funktionierenden Familie alles für den anderen tut."
Der Bundestrainer wünscht sich also Teamgeist und Zusammenhalt - doch bislang ist er selbst ein Störenfried in dieser harmonischen Familie, zusammen mit Rudi Völler, der sich als Sportdirektor äußerst staatstragend gibt.
Verkrampfte Kommunikation
Oft ist die Kommunikation das größte Problem in Familien, egal wie intakt sie sind. Auch in der DFB-Familie kann man sich wundern, weshalb die Torhüterfrage so lange ungeklärt blieb und Oliver Baumann als stets engagiertes Familienmitglied derart ins Hintertreffen geriet.
"Wer schon mal in diesem Geschäft war und diese Position hatte", sagte Sportdirektor Rudi Völler großväterlich über Nagelsmanns Kommunikation in der Causa Neuer, der wisse, dass ”das alles nicht so einfach" sei. Eben wie jemand, der dann doch ein bisschen mehr zu sagen hat.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/28/image-050c4992-385d-450b-acfc-ac5a9c9483a5.jpeg)
"Nicht so einfache" Kommunikation: Manuel Neuer und Oliver Baumann.
Fotocredit: Imago
Über andere Personalfragen wird gar nicht oder widerwillig nur gesprochen. Weshalb etwa Leroy Sané weiterhin Teil des Kaders ist, obwohl Nagelsmann immer wieder vom Leistungsprinzip spricht. Weshalb er in Joshua Kimmich nur einen nominellen Rechtsverteidiger mitnimmt.
Klar musste Völler noch einmal betonen, dass es "bei uns keine Maulkörbe gibt", aber politische Aktionen gäbe es keinesfalls. Schon klar. Der Satz "Wenn es Gegenwind gibt, bin ich ja auch noch da" klingt schon fast wie eine Drohung.
DFB lebt in der Vergangenheit
Ein wenig erinnern die staatsmännischen Reden an Völlers Zeit als Teamchef der Nationalmannschaft. Und wie oft er daran erinnert, zeigt auch, wie zurückgeblieben das DFB-Team ist.
Völler referierte von den Olympischen Spielen 1980 und warum die Nationalmannschaft von 1994 nicht besser war als die von 1990. Ob der Rest der Familie zuhört, war ihm wohl egal.
Vor der EM 2024 bekam man wieder Lust auf die Nationalmannschaft. Julian Nagelsmann hatte es in seinen ersten Monaten geschafft, die Ernsthaftigkeit abzulegen und ein wenig Partystimmung zu erzeugen.
Zwei Jahre später ist die Planlosigkeit größer als damals, die ernsten Mienen sind es auch. Einfach mal sagen, was sie denken, fällt den DFB-Verantwortlichen schwer, Julian Nagelsmann gehört inzwischen auch dazu. Diejenigen, die es oft und gern getan haben, wie Sandro Wagner, sind weg.
Das DFB-Team ist auf dem besten Weg, wieder uncool zu werden. Deshalb: Bleibt doch mal locker!
Das könnte Dich auch interessieren: Musiala, Kimmich, Havertz: Nagelsmanns Baustellen vor der WM
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/28/image-940f18c1-543c-4b45-9996-bb73dd7b8c03-85-2560-1440.jpeg)
Trump über WM-Tickets: "Die erfolgreichste, die es je gab"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung