WM: Thomas Tuchels Liebling Elliot Anderson glänzt für England - der Wadenbeißer auf dem Weg zum ManCity-Rekordtransfer
Abseits der großen Harry-Kane-Show beim englischen WM-Auftakt gegen Kroatien (4:2) rückte Elliot Anderson in den Fokus. Der 23-Jährige nahm Luka Modric weitgehend aus dem Spiel und entwickelt sich im Mittelfeld zunehmend zum Schlüsselspieler im System von Thomas Tuchel. Kein Wunder, dass Europas Topklubs längst auf Anderson aufmerksam geworden sind - und sogar bereit wären, Rekordsummen zu zahlen.
Tuchel mit Analyse zum England-Auftakt: "Überragende 2. Hälfte"
Quelle: MagentaTV
Luka Modric trottete nach nicht einmal einer Stunde entnervt vom Feld. Es war nicht der Abend des Weltfußballers von 2018 in seinem 20. WM-Spiel - und das hatte vor allem einen Grund.
"Was uns zu Beginn des Spiels Sorgen bereitete, war, dass Modric das Spiel bestimmen würde. Das ist nicht passiert. Er ist ein großartiger Spieler, aber er wurde nach 55 Minuten ausgewechselt - es war einfach zu viel für ihn", analysierte Ex-Nationalspieler Gary Neville bei "ITV" und ergänzte:
"Vor allem Elliot Anderson hat ihn gezielt unter Druck gesetzt, ihn umspielt und ihm nicht erlaubt, das Spiel zu diktieren."
Treffender hätte man Andersons Einfluss auf die Partie kaum beschreiben können.
Anderson glänzt als Modric-Bewacher und Vorlagengeber
Der Mittelfeldspieler von Nottingham Forest nahm Modric nahezu über die gesamte Spielzeit in Sonderbewachung und hatte damit großen Anteil am 4:2-Auftaktsieg der Engländer gegen Kroatien.
Doch auch mit dem Ball setzte Anderson Akzente. Ein Highlight war sein präziser 40-Meter-Pass auf Jude Bellingham, der anschließend die 3:2-Führung erzielte.
Der Torschütze wusste genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Es war ein ziemlich normales Tor, abgesehen von dem Pass, der Weltklasse war", schwärmte Bellingham von seinem Teamkollegen.
Neben seinem ersten Assist im Trikot der Three Lions verbuchte Anderson außerdem die meisten Balleroberungen (acht) und führte die meisten Zweikämpfe (elf, davon sechs gewonnen).
Nicht umsonst bezeichnete Stürmer-Ikone Alan Shearer die Leistung des Mittelfeldmotors bei Instagram als "herausragend".
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Harry Kane (l.) klatscht Teamkollege Elliot Anderson ab
Fotocredit: Getty Images
Anderson erobert Premier League im Sturm
Dabei gehört Anderson noch gar nicht lange zum Kreis der englischen Nationalmannschaft. Anfang September 2025 debütierte er in der WM-Qualifikation gegen Andorra (2:0).
Seitdem kamen acht weitere Länderspiele hinzu, ehe ihn Thomas Tuchel in sein WM-Aufgebot berief - der verdiente Lohn einer starken Saison.
Anderson absolvierte alle 38 Premier-League-Spiele für Nottingham Forest (vier Tore, vier Vorlagen) und führte die Liga unter anderem bei Ballgewinnen (306) sowie gewonnenen Zweikämpfen (297) an.
"Seine größte Qualität ist seine Laufstärke. Er legt im Mittelfeld enorme Strecken zurück und ist ein wirklich guter Zweikämpfer", erklärt Fußball-Experte Pete Sharland von Eurosport UK und führt weiter aus: "Er kann das Spiel außerdem sehr gut lesen, was dazu beiträgt, dass seine Mannschaft organisiert bleibt."
Anderson avanciert zu Tuchels Liebling
Genau diese Fähigkeiten stellt er auch in der Nationalmannschaft unter Beweis. Entsprechend schnell hat er sich einen festen Platz in Thomas Tuchels Plänen erarbeitet.
"Er ist ein Top-Spieler", schwärmte der Ex-Bayern-Coach bereits im Vorfeld der WM von seinem Schützling: "Er hat das Gesamtpaket und ich bin froh, dass er auf diesem Niveau bei uns spielt. Er ist ein Schlüsselspieler für uns."
Insbesondere, weil er den Kreativspielern den Rücken freihält. "Für Tuchel war es wirklich wichtig, Declan Rice etwas mehr Freiheit zu geben, deshalb wollte er unbedingt jemanden finden, der eher die Rolle eines Abräumers übernehmen kann, um die Verteidiger zu unterstützen und Rice zu entlasten", sagt Sharland.
Gegen den WM-Finalisten von 2018 ging dieser Plan voll auf. Soll es für England mit dem ersten großen Titel seit 1966 klappen, müssen allerdings die defensiven Unsauberkeiten aus dem Kroatien-Spiel abgestellt werden.
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Luka Modric (l.) wurde von Elliot Anderson bewacht
Fotocredit: Getty Images
ManCity bietet Rekordsumme für Anderson
Die Zielsetzung ist jedenfalls eindeutig. "Sie müssen Weltmeister werden", forderte "ZDF"-Experte Per Mertesacker. Es überrascht daher kaum, dass Europas Spitzenklubs nicht erst seit Andersons starkem WM-Auftritt auf ihn aufmerksam geworden sind.
Vor allem Manchester City und Neu-Trainer Enzo Maresca sollen einen Wechsel des 23-Jährigen in diesem Sommer vorantreiben. Im Raum steht jedoch eine Ablösesumme von nicht weniger als 140 Millionen Euro. Damit würde Anderson zum teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte aufsteigen.
"Ich glaube, dass er bei City gut funktionieren wird, vielleicht in ähnlicher Rolle wie Moises Caicedo bei Chelsea unter Maresca. City braucht etwas mehr Durchschlagskraft im zentralen Mittelfeld und etwas mehr Laufstärke, daher sollte Anderson gut ins Team passen", analysiert Eurosport-Experte Sharland.
Ein echter Sechser also für das Starensemble. Wie wertvoll ein solcher Abräumer auf höchstem Niveau sein kann, demonstrierte Anderson gegen Kroatien eindrucksvoll. Luka Modric kann das bestätigen.
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