Jogi Bitter weiß, wie es ist, wenn es um alles geht. Bitter gewann ein WM-Finale, er ist Champions-League-Sieger. Und auch jetzt, wo die Handball-Bundesliga die vielleicht schlimmste Krise ihrer 54-jährigen Geschichte erlebt, geht der Nationaltorhüter voran. "Wir Spieler sind uns darüber bewusst, unseren Arbeitgebern helfen zu müssen, um diese schwierige Situation zu überstehen", sagte Bitter dem "SID":
Wir sitzen alle in einem Boot.
Die Spielergewerkschaft Goal Deutschland, deren Vorstand Bitter ist, verständigte sich angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie mit der Handball Bundesliga (HBL) auf einen Gehaltsverzicht seiner Profis. "Es ist klar, dass auch wir Spieler unseren Teil leisten wollen", sagte Bitter.
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Zuletzt hatten Spitzenfunktionäre der HBL öffentlich einen Gehaltsverzicht der Akteure angeregt und immer stärker auch eingefordert. Noch am Freitag sprach Geschäftsführer Bob Hanning von den Füchsen Berlin im "ZDF"-Mittagsmagazin von einem Vier-Säulen-Modell um die Klubs zu retten. Neben Sponsoren, Zuschauern und dem Staat seien auch die Profis gefordert, sie müssten "in den Topf einzahlen".

Bob Hanning und die Füchse wollen den Titel holen

Fotocredit: SID

Das machen sie nun. Exakte Zahlen wollten Bitter und Goal-Chef Marcus Rominger nicht kommentieren. Nach "SID"-Informationen liegt der Verzicht der Spieler bei rund 25 Prozent. Bei den individuellen Vereinbarungen geht es zunächst um den Zeitraum bis Ende Juni.

Rominger: "Es werden Lösungen gefunden"

"Unsere Spieler sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Für einige Klubs wird es brutal eng, die Arbeitsplätze im Berufssport sind in Gefahr. Auch über die aktuelle Saison hinaus", sagte Rominger dem "SID". Bitter berichtete von "zielführenden Gesprächen" mit der HBL:
Es werden Lösungen gefunden, die für beide Seiten unter den gegebenen Umständen verträglich sind.
Die aktuelle Spielzeit ruht inzwischen seit knapp zwei Wochen, sie ist wegen der Coronakrise zunächst bis einschließlich 22. April ausgesetzt. Danach soll es nach Möglichkeit weitergehen. Rominger hofft dafür auch auf weitere Hilfe durch den Staat.
"Wir wissen in der momentanen Situation alle noch nicht, was uns noch alles erwartet. Aber wir haben volles Vertrauen in den Staat, dass er die Bedeutung des Spitzensports im Auge behält", sagte der 47 Jahre alte frühere Bundesliga-Profi:
Ich sehe die Politiker in der Pflicht, die Gesellschaft und damit auch die Arbeitsplätze am Leben zu halten.
(SID)
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