Kapitän Domagoj Duvnjak riss im "Goldregen" mit einem Urschrei den Pokal in die Höhe, die anderen Sensationssieger hüpften wie wilde Kinder übers Podest und feierten ihren Hexer Niklas Landin.
Der THW Kiel ist auch dank seines überragenden Torhüters zum vierten Mal auf den europäischen Handball-Thron gestürmt.
Der deutsche Rekordmeister kämpfte in einem überraschend deutlichen Champions-League-Finale in Köln den Top-Favoriten FC Barcelona mit 33:28 (19:16) nieder und triumphierte zum ersten Mal seit acht Jahren in der Königsklasse.
Champions League
Drama samt Verlängerung: Kiel sensationell im Finale
28/12/2020 AM 21:26
"Das kann man überhaupt nicht in Worte fassen. Ohne Zuschauer fehlt einiges, aber wir haben dermaßen gerackert und geackert, ich bin unheimlich stolz auf uns alle", sagte Nationalspieler Patrick Wiencek bei Eurosport: "Jetzt freue ich mich auf ein kühles Bier! Hoffentlich ist alles vorbereitet."

Wiencek nach Finalerfolg: "Freue mich jetzt auf ein kühles Bier"

Trainer Filip Jicha schreibt Geschichte

Der coole Schwede Niclas Ekberg war beim verspätet ausgetragenen Finalturnier der Saison 2019/20 mit acht Treffern der beste Werfer für die Mannschaft von Filip Jicha, der den größten Triumph seiner jungen Trainerkarriere feierte.
Der tschechische Coach gewann als erster Handballer sowohl als Spieler als auch als Trainer für einen Klub den wichtigsten Vereinswettbewerb Europas. "Köln hat eigene Gesetze. Ich bin überwältigt und unglaublich glücklich", sagte er.
Der Titel ist für die Kieler auch finanziell wertvoll. Der deutsche Meister sicherte durch den Sieg gegen Barça, dessen 22 Spiele andauernde Siegesserie in der Königsklasse in der leeren Kölner Arena endete, eine in Krisenzeiten wertvolle Prämie von 500.000 Euro.
Die Kieler hatten am Montag in einem dramatischen Halbfinal-Krimi gegen Veszprém (36:35 nach Verlängerung) das Endspiel erreicht. Die bisherigen Siege in der Champions League waren ihnen 2007 sowie unter dem heutigen Bundestrainer Alfred Gislason 2010 und 2012 gelungen.
Im 300. Champions-League-Spiel der THW-Vereinsgeschichte erwischten die Kieler einen guten Start, zu Beginn entschärfte Welthandballer Landin im Kieler Tor gleich einen Siebenmeter.

Kiel-Trainer Jicha erklärt Titel: "Köln hat seine eigenen Gesetze"

Keeper Landin hält THW Kiel im Spiel

Und auch offensiv resultierte aus Kieler Spielzügen anfangs praktisch immer ein Tor. Ausnahmespieler Sander Sagosen übernahm wie schon am Vortag viel Verantwortung, in der Deckung sah er von den recht kleinlich pfeifenden Unparteiischen jedoch bereits in der 11. Minute seine zweite Zeitstrafe. Für den Norweger verteidigte von nun an Kapitän Domagoj Duvnjak.
Barça, das durch ein souveränes 37:32 gegen Paris ins Finale eingezogen war, hatte gegen den gewohnt starken Kieler Innenblock mit Wiencek und Hendrik Pekeler sowie gegen Keeper Landin seine Probleme. Auf der Gegenseite fand das Jicha-Team immer wieder einfache Lösungen. Beim 13:9 (19.) ging Kiel erstmals mit vier Treffern in Führung, nach leichten Ballverlusten und überhasteten Abschlüssen glich Barcelona jedoch aus - 15:15 (27.).
Anschließend legten aber wieder die offensiv sehr flexibel agierenden Norddeutschen vor. Den Drei-Tore-Vorsprung zur Pause baute der THW nach dem Wechsel sogar zwischenzeitlich auf fünf Treffer aus. Barças Offensivreihen hatten weiter große Probleme, vorne präsentierte sich der leidenschaftlich kämpfende THW sehr effektiv.
Das Finale lief daher weiter in die Kieler Richtung. Vor allem Landin entschärfte nach der Pause einen Ball nach dem anderen und sicherte dem THW ein ums andere Mal die Führung, vorne überzeugte zudem Nationalspieler Steffen Weinhold mit starken Einzelaktionen.
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(SID)

"Das ist es!" Wiencek stellt die Weichen endgültig auf Sieg

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