Handball-EM: Deutschland mit weiteren Coronafällen - Fragen und Antworten zur Situation im DHB-Team vor Spanien

Die Coronasituation prägt die Europameisterschaft der Handball-Nationalmannschaft. Am Mittwoch wurden drei weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet. 13 Spieler sind aktuell einsatzfähig, zwölf befinden sich aktuell in Quarantäne. Dennoch findet das Spiel gegen Spanien am Abend statt. Wir beantworten alle Fragen zur Coronasituation bei der Handball-Nationalmannschaft.

Bundestrainer Alfred Gislason

Fotocredit: Getty Images

Bei den neuen Coronafällen handelte es sich um Rückraumspieler Sebastian Heymann, den bislang besten DHB-Schützen Christoph Steinert (17 Tore) und Turnierdebütant Djibril M'Bengue. Zudem infizierte sich ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Funktionsteams.
Insgesamt sind nun zwölf Nationalspieler betroffen. Durch das am Mittwoch nachnominierte Trio steigt die Zahl an DHB-Spielern bei dieser EM insgesamt auf 28.
13 von ihnen sind nach aktuellem Stand für den Hauptrunden-Start gegen Europameister Spanien am Donnerstagabend (18:00 Uhr im ) einsatzfähig, zwölf befinden sich in Quarantäne.
Wir beantworten alle Fragen zur Coronasituation bei der Handball-Nationalmannschaft.
Zieht sich die deutsche Mannschaft aus der EM zurück?
Nein, zumindest vorerst nicht. Bei einer Krisensitzung zwischen Spielern, der Verbandsspitze des DHB und Ligavertretern wurde sich am Mittwochabend darauf verständigt, es im ersten Schritt mit weiteren Nachnominierungen zu versuchen. DHB-Vorstandschef Mark Schober beschrieb die Situation als "sehr dynamisch". Man werde die Lage täglich neu bewerten. Es könne durchaus sein, dass man bei neuer Faktenlage "wieder eine andere Entscheidung treffen" müsse, so Schober.
Wie ist die aktuelle Corona-Lage im deutschen Team?
Die deutsche Mannschaft hat aktuell zwölf coronabedingte Ausfälle zu verkraften. Elf der ursprünglich 17 für die EM nominierten Spieler fallen mittlerweile aus - dazu noch der nachträglich berufene Hendrik Wagner. Nach den drei weiteren positiven Befunden von Mittwoch wurden nun auch noch Lukas Stutzke, David Schmidt (beide Bergischer HC) und Tobias Reichmann (MT Melsungen) nachnominiert. Stutzke traf bereits am Mittwochabend im deutschen Teamquartier in Bratislava ein. Schmidt und Reichmann reisten am Donnerstag an.
Ist für die infizierten Spieler die EM beendet?
Nein. Alle zwölf von Corona betroffenen DHB-Spieler befinden sich in Isolation. Sie können sich mit zwei negativen PCR-Tests nach fünf Tagen freitesten und theoretisch im Laufe des Turniers wieder eingreifen. Bei Julius Kühn, bei dem die erste Infektion im deutschen Team während der EM aufgetreten war, könnte es Theorie bleiben. Obwohl er nach DHB-Angaben keinerlei Symptomatik zeigt, fiel der PCR-Test des 2016er-Europameisters am Mittwoch positiv aus - seine Rückkehr zum Team ist auf unbestimmte Zeit verschoben. "Er war negativ überrascht", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.
Wie viele Spieler sind spielfähig?
Durch das am Mittwoch nachnominierte Trio steigt die Zahl an DHB-Spielern bei dieser EM insgesamt auf 28. 16 von ihnen sind nach aktuellem Stand für den Hauptrunden-Start gegen Europameister Spanien am Donnerstagabend (18:00 Uhr im Liveticker) einsatzfähig, zwölf befinden sich in Quarantäne. Die am Mittwoch durchgeführten Tests waren allesamt negativ, damit gab es am Donnerstag erstmals seit Sonntag keinen kommunizierten Fall im deutschen Team.
Ist das Risiko eines deutschen EM-Rückzugs damit gebannt?
Nein. Im Angesicht der Omikron-Variante, die im deutschen Team wütet, kann es bei den durch den Ausrichter jetzt täglich angeordneten PCR-Testungen jederzeit zu neuen Fällen kommen. Bundestrainer Gislason hofft zwar inständig, "dass es nicht so enden wird, dass wir mit einem 50er-Kader nach Hause reisen". Doch inzwischen (Stand Donnerstagmorgen) musste der DHB elf Spieler zusätzlich einfliegen lassen. Viele mehr - wenn überhaupt - sollten es nicht werden. Zumal die HBL schon jetzt "starke Bauchschmerzen" angesichts der aktuellen Situation verspürt. "Unendlich mit Spielern aus der Bundesliga nachzuladen, macht keinen Sinn", hatte Ligapräsident Uwe Schwenker schon vor der letzten Nachnominierung gesagt.
Ist das Spanien-Spiel gefährdet?
Wohl nicht. Der DHB hat bei der Europäischen Handballföderation EHF zwar einen formellen Antrag auf Spielverlegung eingereicht und eine Verschiebung auf Samstag oder Montag angeregt, doch dieser Vorstoß dürfte - zumindest in der momentanen Lage - keine Erfolgsaussichten haben. In den Regularien ist festgelegt, dass eine Mannschaft mit einer Mindestanzahl von fünf Akteuren spielfähig ist. Davon ist das deutsche Team (noch) weit entfernt.
Hat das deutsche Team sportlich überhaupt noch Chancen?
Ja. Und das ist das Verrückte an der Situation. Natürlich sind die vielen Ausfälle für Gislason total bitter. Doch der aktuelle Kader weist eine enorme Qualität auf, zudem können infizierte Top-Spieler durchaus noch zurückkehren. Mit dem nachnominierten Torhüter Johannes Bitter hat sich das DHB-Team gewiss nicht verschlechtert, und auch die Berliner Rückraumspieler Paul Drux und Fabian Wiede besitzen genauso internationale Klasse wie der nun zum Team gestoßene Tobias Reichmann. Sollte die Infektionskette allerdings nicht schleunigst unterbrochen werden, wird alle Qualität nichts nützen.
(SID)
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Quelle: Eurosport

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