Nach einem kurzen Siegestänzchen trommelte Kapitänin Emily Bölk ihre Mitspielerinnen noch auf dem Spielfeld zusammen. Nach dem lockeren 29:18 (15:7)-Erfolg zum WM-Hauptrundenstart gegen die Republik Kongo herrschte bei den DHB-Frauen reichlich Redebedarf. "Hoffentlich kam der Knall gegen Kongo noch früh genug, damit wir alle wieder 100 Prozent fokussiert in die Spiele reingehen", monierte Bölk im Gespräch mit dem SID.
Durch ihren vierten Sieg im vierten Turnierspiel haben die deutschen Handballerinnen das Tor zum Viertelfinale zwar weit aufgestoßen - doch auch der Bundestrainer Henk Groener moserte über die Leistung gegen den krassen Außenseiter: "Mit diesem Spiel wird keiner zufrieden sein. Wir sind unserer Form eigentlich das ganze Spiel hinterher gelaufen. Das war ein guter Wakeup-Call für das Spiel gegen Südkorea."
Gegen den Asienmeister gilt es. Mit einem weiteren Sieg am Freitag (15:30 Uhr) winkt dem deutschen Team schließlich schon das vorzeitige Ticket für die K.o.-Runde - es wäre der erste Viertelfinaleinzug bei einer WM seit 2013. "Jetzt geht der volle Fokus auf Südkorea", sagte Co-Kapitänin Alina Grijseels.
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Abschließender Gegner in der WM-Hauptrunde ist am Sonntag (20:30 Uhr) Turniermitfavorit Dänemark. Die jeweils besten zwei Teams der vier Hauptrunden-Gruppen ziehen in die Finalrunde des XXL-Turniers mit 32 Teams ein.

Deutschland klar überlegen - Partie glich teilweise einem Gegenstoßtraining

Trotz aller Kritik: Bölk und Co. ließen am Mittwochabend vor rund 550 Zuschauern in Granollers nichts anbrennen und beherrschten die Afrikanerinnen von Beginn an. Beim nie gefährdeten Erfolg avancierten Johanna Stockschläder mit sechs sowie Grijseels und Amelie Berger mit je fünf Treffern zu den besten deutschen Werferinnen. "Wir konnten viel wechseln, wir konnten Kräfte verteilen, was einfach wichtig ist für die kommenden Spiele", sagte Kreisläuferin Luisa Schulze.
Groener hatte bereits vor der Partie gegen die Republik Kongo klar gestellt: "Das ist eine Mannschaft, die wir schlagen müssen." Die deutschen Spielerinnen ließen den Worten ihres Trainers Taten folgen. Die DHB-Auswahl startete voller Elan in Spiel vier ihrer Medaillenjagd und führte trotz einiger Wechsel in der Startformation schnell mit 10:3.
Aus einer erneut sicheren Abwehr forcierte die deutsche Mannschaft ihr Tempospiel. Phasenweise glich die Begegnung in der ersten Halbzeit einem besseren Gegenstoßtraining - mit dem einzigen Kritikpunkt zu vieler ungenutzter klarer Torchancen. Handballerisch - sowohl technisch als auch taktisch - war das deutsche Team deutlich überlegen.
Im zweiten Abschnitt dauerte es ein wenig, bis das DHB-Team seinen Rhythmus wieder aufnahm. Nachdem die Kongolesinnen, die erstmals seit 2009 wieder bei einer WM dabei sind, ihren Rückstand etwas verkürzt hatten (16:10/35.), zog Deutschland das Tempo erneut an. Spätestens durch den Treffer von Amelie Berger zum 20:11 war die Partie entschieden.
Die Konzentration liegt nun voll auf dem wichtigen Spiel gegen Südkorea.
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(SID)

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