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Handball-WM 2019 - WM-Kolumne von Daniel Stephan #4 zu Deutschland - Frankreich
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Publiziert 16/01/2019 um 11:34 GMT+1 Uhr
Der ehemalige Welthandballer und heutige Eurosport-Experte Daniel Stephan schreibt in seiner Kolumne bei Eurosport.de über Deutschlands dramatisches Unentschieden gegen Titelverteidiger Frankreich, würdigt eine echte Energieleistung und sagt, wie der vergebene Sieg zu bewerten ist: nur Zufall oder ein Zeichen für fehlende Cleverness? Ein Sonderlob gibt's für die Zuschauer bei der Handball-WM.
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Fotocredit: Eurosport
Hallo Handball-Freunde,
die Reaktionen aufs hochemotionale Remis zwischen Deutschland und Frankreich (25:25) fielen gemischt aus, von "gefühlter Sieg" bis "großer Frust" war alles dabei. Man kann beide Seiten verstehen.
Es war ein klasse Spiel, wir haben alles in die Waagschale geworfen, hatten eine super Abwehr und Vorteile im Torhüterspiel, auch wenn Andreas Wolff nicht so überragend hielt wie zuletzt. Überrascht konnte man von Martin Strobel sein. Viele hatten ihm nicht zugetraut, in der Weltspitze diese Leistung zu bringen, aber er übernahm Verantwortung und schoss Tore in entscheidenden Phasen. Das war sehr, sehr stark.
Lasst uns mit einem Unentschieden zufrieden sein
Überhaupt gefiel mir die Energieleistung des DHB-Teams. Dass wir uns derartig dem Kampf stellen nach diesem intensiven Spiel gegen Russland, war schon bemerkenswert. Leider gab Deutschland in der Schlussphase, ja praktisch mit der Schlusssirene, erneut einen Sieg aus der Hand. Ein Zeichen dafür, dass noch die Cleverness fehlt?.
Es ist schwierig zu interpretieren, ob es an den Nerven liegt oder einfach nur Glück und Pech zusammenfallen. Schlimmer war's gegen Russland, als wir zwischenzeitlich mit vier Toren geführt haben.
Diesmal spielte Fabian Böhm, der frischen Wind reinbrachte, vor dem Ausgleich einen Fehlpass und nutzte zudem eine hundertprozentige Chance nicht. Wenn er das Tor macht, sprechen wir jetzt nicht über vermeintlich fehlende Cleverness. Wenn die Franzosen ihren Freiwurf an die Latte setzen, auch nicht.
Lasst uns einfach mit einem Unentschieden zufrieden sein. Wir gehen wahrscheinlich mit 3:1 Punkten in die Hauptrunde, und wenn ich an die Gefühlslage nach dem Russland-Spiel denke, hätte es ganz anders aussehen können. So haben wir Chancen aufs Halbfinale, weshalb es überlebenswichtig war, gegen Frankreich zu punkten.
Weltklasse, wie die Mannschaft getragen wurde
Daran haben die Zuschauer ihren Anteil. Es war wirklich Weltklasse, wie die Mannschaft getragen wurde. Ich war beim Eröffnungsspiel in Berlin, da war die Stimmung auch gut, genau wie bei den Partien, die ich für Eurosport kommentiere. Aber Highlights sind natürlich die deutschen Auftritte.
Wir erlebten dieses kampfbetonte Spiel gegen Frankreich, vorher das Drama gegen Russland, da fiebert dann ganz Deutschland mit. Nicht nur Handball-Fans, auch andere Sportinteressierte merken: Ach, jetzt kommt wieder Handball. Wir wissen ja aus den vergangenen Jahren, wie viel Potential es gibt an Zuschauern. Handball ist einfach ein geiles Spiel, es passiert immer etwas, das macht es so attraktiv und spannend. Dazu der Bundesadler auf der Brust…
Hätten wir gegen Frankreich verloren, wäre die Euphorie sicher nicht so groß. Freuen wir uns also, wie gut es läuft - und auf alles, was noch kommt bei der Handball-WM!
Euer Daniel Stephan
Zur Person: Daniel Stephan
Der ehemalige Nationalspieler wurde 1998 zum ersten Welthandballer aus Deutschland gekürt. Stephan, der im linken Rückraum und in der Mitte spielte, wurde 2004 Europameister und holte im selben Jahr mit der DHB-Auswahl die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Athen. In 183 Länderspielen warf der heute 45-Jährige, der im Verein für den OSC Rheinhausen und den TBV Lemgo auflief, 590 Tore. Die WM 2019 begleitet Stephan als TV-Experte bei Eurosport und hier in seiner Kolumne für Eurosport.de
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