DM in Wattenscheid: Malaika Mihambo überraschend nur auf Rang zwei im Weitsprung - andere Stars nun bereit für EM

Der neue Hürden-Held Emil Agyekum flog zur nächsten Topzeit, die "ewige" Gesa Krause drehte die Uhr um zehn Jahre zurück, und Owen Ansah kratzte in der schwierigsten Phase seiner Karriere am deutschen Rekord. Die nationale Leichtathletik-Elite hat bei der DM in Wattenscheid überzeugt und vor der EM die Hoffnungen auf starke Titelkämpfe befeuert - auch wenn es bei Malalaika Mihambo nicht lief.

Malaika Mihambo: Überraschende Enttäuschung in Wattenscheid

Fotocredit: Imago

"No Limits! Alles ist möglich", sagte Ageykum mit Blick auf Birmingham, wo er sich bei der EM (10. bis 16. August) mit Norwegens Weltrekordler Karsten Warholm über 400 m Hürden messen will. Acht Tage nach seinem Traumlauf von London, wo er nach fast einem halben Jahrhundert Harald Schmid mit 47,45 Sekunden als deutschen Rekordhalter abgelöst hatte, siegte der Berliner in starken 47,66 - Schmid ist auch seinen DM-Rekord los.
"Ich habe mein Ding gemacht, so wie immer", sagte Agyekum. In London war er in Warholms Sog zum Rekord gerannt, im Lohrheidestadion stürmte der Favorit beim Sieg vor Trainingspartner Owe Fischer-Breiholz (48,08) vorneweg: "Das hat Spaß gemacht."
Spaß hatte auch Krause, die sich erstmals seit 2021 den Titel über 3000-m-Hindernis sicherte, in 9:24,40 Minuten ihren DM-Rekord aus dem Jahr 2017 knackte und jugendliche Freude versprühte. "Ich war lang nicht mehr so nervös wie heute", sagte die zweimalige Europameisterin, die 14 Jahre nach ihrer ersten EM-Medaille nun die fünfte anpeilt.
Mit dem starken Wind hatte am späten Sonntagnachmittag Weitspringerin Mihambo zu kämpfen. Nach 6,63 m im ersten Versuch folgten fünf schlechte oder ungültige Sprünge. Damit gab es nur Platz zwei hinter Mikaelle Assani (6,67). Im letzten Durchgang landete Mihambo bei 6,47 m - und war 44 Zentimeter vor dem Brett abgesprungen.

Ansah trotz Diskussionen "völlig frei"

Der zweiten deutschen Olympiasiegerin genügte eine solide Leistung zum Titelhattrick: Kugelstoßerin Yemisi Mabry siegte mit 19,04 m. Ex-Europameister Julian Weber hatte bei seinem Speer-Sieg mit 82,60 m ebenso Luft nach oben wie Vizweltmeister Merlin Hummel mit dem Hammer (79,18). "In Birmingham ist eine Medaille das Ziel, da muss ich nicht lügen", sagte Hummel
Der Auftritt Ansahs über 100 m am Samstagabend war mit Spannung erwartet worden. Weil er Anfang Juli einen Dopingtest aus Zeitnot verweigert hatte, droht dem Hamburger eine mehrjährige Sperre. Die belastende Situation blendete Ansah aus, er holte souverän den Titel und lief in 10,00 Sekunden knapp an seinem deutschen Rekord (9,98) vorbei.
"Wenn ich auf die Bahn gehe, sind meine Gedanken völlig frei", sagte der 25-Jährige, der am Sonntag auch über 200 m in starken 20,13 siegte und das Double schaffte. Wann es eine Entscheidung in seinem Fall gibt, ist offen - vor der EM ist damit nicht zu rechnen.
Neben Agyekum und Ansah prägten weitere der stark verbesserten Läufer das Wochenende. Robert Farken, der acht Tage zuvor in London beim deutschen Meilen-Rekord auch die nationale 1500-m-Marke verbessert hatte (3:30,09), gewann über diese Distanz in 3:35,33. Der Wolfsburger Jean Paul Bredau lief in 44,72 Sekunden über 400 m die beste deutsche Zeit seit Ingo Schultz vor 25 Jahren.
(SID)
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Historisch! Sawe erster Mensch unter zwei Stunden

Quelle: Eurosport


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