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Leichtathletik-EM 2016: Julian Reus weckt über 100 Meter und 200 Meter Medaillen-Hoffnungen
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Publiziert 25/06/2016 um 14:43 GMT+2 Uhr
Beim Meeting in Zeulenroda hat Sprinter Julian Reus seinen deutschen Rekord über die 100 Meter auf 10,03 Sekunden verbessert. Die magische 10-Sekunden-Marke ist ganz nahe, doch im Fokus des 28-Jährigen steht ganz klar nur der Weg zu den Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Das Unterbieten der "Schallmauer" genießt keine oberste Priorität.
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Die magische Sprintergrenze ist nah, die Zehn-Sekunden-Marke für den schnellsten Deutschen der Geschichte nur noch einen Wimpernschlag entfernt. "Das ist unglaublich", meinte ein überwältigter Julian Reus, nachdem er am Freitagabend beim kleinen Leichtathletik-Meeting im thüringischen Zeulenroda den nationalen Rekord über 100 Meter auf 10,03 Sekunden gedrückt hatte. Der erste "Neuner" eines Deutschen könnte nur noch eine Frage der Zeit sein.
Vor ziemlich genau 23 Monaten hatte Reus die deutsche Uralt-Bestmarke des Magdeburgers Frank Emmelmann aus dem Jahr 1986 bei der DM 2014 in Ulm um eine Hundertstel auf 10,05 Sekunden gedrückt. Nun folgte quasi im Vorbeigehen der nächste Paukenschlag. Der 28-Jährige, der nach seinem Rekordrennen auch die doppelte Distanz in 20,23 Sekunden so schnell wie nie zuvor lief - bei allerdings zu starkem Rückenwind von 2,3 m/s -, sagte:
Über seinen Rekord und die legendäre Schallmauer wollte Reus in Zeulenroda aber gar nicht reden, die großen Ziele in diesem Jahr sind andere:
EM vor der Brust
Reus bleibt sich damit treu. Schon nach seinem Rekordlauf 2014 in Ulm hatte er erklärt: "Unter 10 Sekunden? Das lässt mich kalt. Dabei gibt es so viele Dinge, die man nicht planen kann. Und deshalb macht es auch keinen Sinn, sich darüber einen Kopf zu machen."
Den machte Reus sich auch in Zeulenroda nicht, und dennoch war er schon so nah dran: Wäre der Rückenwind noch ein wenig stärker gewesen als die gemessenen 0,5 m/s (erlaubt ist das Vierfache), das Rennen im Waldstadion wäre für Reus vielleicht schon zum Lauf in die Geschichtsbücher geworden. Der Wattenscheider wäre der erst zweite Weiße nach dem Franzosen Christophe Lemaitre (Bestzeit 9,92) unter der Zehn-Sekunden-Marke, an der sich alte Legenden wie die Olympiasieger Pietro Mennea (Italien/10,01) oder Waleri Borsow (UdSSR/10,07) in ihrer Karriere die Zähne ausgebissen hatten.
Doch für Reus hatten andere Erkenntnisse größeren Wert. "Ich bin gut in Form, das ist wichtig für Amsterdam", sagte er mit Blick auf die anstehende EM (6. bis 10. Juli). Derzeit ist er drittschnellster Sprinter Europas, das Finale der besten Acht ist drin, vielleicht sogar mehr.
"Man sollte jetzt nicht davon ausgehen, dass ich da noch schneller laufe", sagte Reus. Nun will er seinen "Körper ein bisschen in Watte packen. Gesund bleiben ist das oberste Ziel". Denn auch ohne die 9,9 bleiben im Olympiajahr große Ziele.
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