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Leichtathletik-EM in Berlin: Mateusz Przybylko sorgt für nächstes Gold

Mit Video | Vollkommen sprachlos: Przybylko sorgt für Überraschungscoup
Von SID

12/08/2018 um 00:12

Der deutsche Hochsprung-Meister Mateusz Przybylko hat bei der Leichtathletik-EM in Berlin überraschend Gold geholt. Der 26 Jahre alte Leverkusener übersprang im Olympiastadion 2,35 m im ersten Versuch und war danach als einziger Athlet noch im Wettbewerb. Silber ging an den Weißrussen Maxim Nedasekau (2,33), Bronze an den neutralen Athleten Ilja Iwanjuk aus Russland (2,31).

Nach seiner goldenen Flugshow war Mateusz Przybylko nicht mehr aufzuhalten und wurde zum echten Feierbiest.

Der neue Hochsprung-Europameister hüpfte völlig losgelöst über die blaue Bahn des Berliner Olympiastadions, tanzte mit Maskottchen Berlino und drehte unter dem Jubel von 60.500 Fans eine nicht enden wollende Ehrenrunde - die hatte sich der Nachfolger des großen Dietmar Mögenburg auch redlich verdient.

Video - Persönliche Bestleistung: Przybylko fliegt höher als alle anderen

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"Es war so ein spannender Wettkampf. Danke, danke für alles", rief Przybylko unter Tränen ins Stadionmikrofon. An einem absoluten Sahnetag marschierte der 26 Jahre alte Leverkusener mit 2,35 m zu Gold - ohne einen einzigen Fehlversuch bis einschließlich dieser Höhe! Damit wurde er zum zweiten deutschen Hochsprung-Europameister nach Mögenburg im Jahr 1982.

"Ich bin sprachlos. Ich habe gesagt, ich will eine Medaille holen, aber bei so einem Publikum kannst du nur gewinnen", sagte Przybylko:

"Als ich verstanden habe, dass ich Europameister bin, habe ich erstmal am Boden gelegen und geweint wie ein kleines Kind."

Deutscher Rekord nicht gebrochen

Zum Abschluss seines großen Tages versuchte sich Przybylko an der neuen deutschen Rekordmarke von 2,38 m, einen Zentimeter mehr als Carlo Thränhardt, die andere große deutsche Hochsprung-Ikone, vor 31 Jahren. Nach einem vergeblichen Versuch entschied sich Przybylko aber dazu, die große Party zu starten und brach den Wettkampf ab.

24 Stunden nach Bronze durch Marie-Laurence Jungfleisch war es die zweite Hochsprung-Medaille für das deutsche Team bei den Heim-Titelkämpfen. Silber in Berlin ging an den Weißrussen Maxim Nedasekau (2,33), Bronze an den neutralen Athleten Ilja Iwanjuk aus Russland (2,31). Eike Onnen, vor zwei Jahren EM-Dritter, kam mit 2,19 m auf Platz acht.

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Für Przybylko war es ein Erfolg mit Ansage. Der äußerst selbstbewusste Leverkusener, dessen Bruder Kacper - zurzeit vereinsloser - Fußballprofi (zehn U21-Länderspiele für Polen, 114 Einsätze in der 2. Bundesliga) ist, hatte sich in den vergangenen beiden Jahren als deutsche Nummer eins etabliert. 2017 sprang er bereits 2,35 m, konnte dies aber bei der WM in London nicht ganz bestätigen.

Przybylko mit Selbstvertrauen in Berlin

Was er drauf hat, stellte Przybylko schon mit Platz drei bei der Hallen-WM im März in Birmingham unter Beweis. In Berlin münzte er sein ganzes Selbstvertrauen nun endgültig in Höhe um. Sein nächstes Ziel hat sich Przybylko aber schon ausgeguckt: Er will den deutschen Rekord brechen, den seit 31 Jahren Thränhardt mit 2,37 m hält. "Den Rekord will ich mir jetzt holen. Wann, das ist egal. Ich bin ja noch jung", hatte er gesagt.

In Berlin hatte allerdings der beste Springer Europas in diesem Jahr gefehlt. Der russische Hallen-Weltmeister Danil Lyssenko, der 2018 bereits 2,40 m überquert hatte, verlor kurz vor EM die Startberechtigung.

Der Weltverband IAAF sah einen Verstoß gegen die im Zuge des Dopingskandals in Russland und der folgenden Suspendierung des nationalen Verbands formulierten Auflagen für neutrale Athleten im Fall Lyssenkos, weil dieser versäumt habe, seinen Aufenthaltsort bekannt zu geben, und deshalb nicht für Dopingkontrollen verfügbar gewesen sei.

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