Leichtathletik-EM: Arthur Abele nach Fehlstart zunächst disqualifiziert - Protest bringt Erfolg
Zehnkämpfer Arthur Abele ist bei der EM in München zunächst disqualifiziert und später rehabilitiert worden. Der Titelverteidiger leistete sich über 110 Meter Hürden einen vermeintlichen Fehlstart. Da zuvor schon im selben Lauf der Schweizer Simon Ehammer zu früh aus den Startblöcken gegangen war, hätte dies für Abele im letzten Zehnkampf der Karriere die direkte Disqualifikation bedeutet.
Arthur Abele bei den Europameisterschaften in München
Fotocredit: Eurosport
"Drama pur, weil man es nicht ganz versteht, wenn ein so leichter Druck auf die Platten ausreicht, um einen Fehlstart auszulösen. Das ist unglaublich traurig für Arthur", analysierte der einstige Olympiasilbermedaillengewinner Frank Busemann in der "ARD" nach der vorläufigen Disqualifikation.
Der DLV legte Protest ein - und hatte Erfolg. Abele durfte den Hürdensprint nach dem Diskuswerfen nachholen.
"Das war emotional die komplette Zerstörung, was ich da hinter den Kulissen geflennt habe", erklärte Abele in der "ARD".
Während des Diskuswerfens habe er die Info bekommen, "dass ich die Hürden noch laufen darf. Da bist du fertig. Dann aber vor diesem Publikum zu laufen, war genial, super krass, super gut." Die Welt war wieder in Ordnung.
Ehammer mit erstem Fehlstart
Zuvor hatten sich auf der Bahn im Olympiastadion dramatische Szenen abgespielt.
Simon Ehammer, der die Gesamtwertung nach dem ersten Tag klar anführte, leistete sich über die 110 Meter Hürden einen Fehlstart. Der brachte ihm gemäß der Regularien eine Verwarnung ein, nicht aber eine Disqualifikation. Dazu kommt es erst beim zweiten Fehlstart - auch dann, wenn sich der betreffende Athlet zuvor keinen geleistet hatte.
Dieses Mal traf es Abele, der mit einer Reaktionszeit von 0,048 s deutlich unter dem erlaubten Wert von 0,100 s lag.
Abele komplett fassungslos
Allerdings: Die TV-Bilder zeigten, dass der Deutsche nicht als Erster aus dem Startblock flog - wohl aber derjenige war, der am schnellsten Druck auf die Messplatte im Startblock ausübte.
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Staunende Gesichter: Simon Ehammer (li.) und Arthur Abele (re.)
Fotocredit: Getty Images
Entsprechend verdutzt schaute Abele drein, als ihm die Rote Karte vorgehalten wurde. Nach einem Gruß ins Publikum verließ der aus Mutlangen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg stammende Zehnkämpfer die Bahn und brach in Tränen aus.
Abele hatte im Vorfeld angekündigt, in München seinen letzten Zehnkampf zu bestreiten. Der 36-Jährige war als Titelverteidiger an den Start gegangen, nachdem er 2018 in Berlin Gold geholt hatte. Abeles Karrierebestleistung liegt bei 8605 Punkten, aufgestellt am 26. Juni 2016 in Ratingen.
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Quelle: SID
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