Leichtathletik-EM: Arthur Abele doch nicht disqualifiziert im Zehnkampf - Deutscher darf Hürdenlauf nachholen

Zehnkämpfer Arthur Abele musste bei der EM in München durch ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem vermeintlichen Fehlstart wurde der 36-Jährige beim Hürdensprint disqualifiziert. Der DLV legte Protest ein, dem stattgegeben wurde. "Das war emotional die komplette Zerstörung, was ich da hinter den Kulissen geflennt habe", erklärte Abele in der "ARD". Den Hürdenlauf durfte er später nachholen.

Zehnkämpfer Arthur Abele holt seinen Hürdenlauf nach - München 2022

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Es waren dramatische Momente zu Beginn des zweiten Wettkampftages im Zehnkampf.
Simon Ehammer, der die Gesamtwertung nach dem ersten Tag klar anführte, leistete sich über die 110 Meter Hürden einen Fehlstart.
Der brachte ihm gemäß der Regularien eine Verwarnung ein, nicht aber eine Disqualifikation.
Dazu kommt es erst beim zweiten Fehlstart - auch dann, wenn sich der betreffende Athlet zuvor keinen geleistet hatte.
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Staunende Gesichter: Simon Ehammer (li.) und Arthur Abele (re.)

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Abele weint nach Disqualifikation

Dieses Mal traf es Abele, der mit einer Reaktionszeit von 0,048 s deutlich unter dem erlaubten Wert von 0,100 s lag - und hernach mit Tränen in den Augen seinen Traum vom letzten Zehnkampf der Karriere platzen sah.
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Arthur Abele bei den Europameisterschaften in München

Fotocredit: Eurosport

Die Reaktionszeit wird über eine Druckplatte im Startblock gemessen. Da die TV-Bilder aber zeigten, dass der Deutsche bei weitem nicht als Erster aus dem Startblock flog, wurde Protest eingelegt - mit Erfolg!
Abele durfte nach dem Diskuswerfen noch einmal über 110 m Hürden starten.
"Während des Diskuswerfens bekam ich die Info, dass ich die Hürden noch laufen darf. Da bist du fertig. Dann aber vor diesem Publikum zu laufen, war genial, super krass, super gut", brach es aus Abele heraus. "Ich bin froh und dankbar, dass ich nochmal laufen konnte und einen kompletten Zehnkampf absolvieren darf. Das hatte ich mir vorgenommen."

Protest erfolgreich - Abele darf Hürdensprint alleine nachholen

Mutterseelenallein sprintete der Routinier über die Bahn und legte eine Zeit von 14,50 Sekunden hin - der Tag war gerettet.
Abele hatte im Vorfeld angekündigt, in München seinen letzten Zehnkampf zu bestreiten. Der 36-Jährige war als Titelverteidiger an den Start gegangen, nachdem er 2018 in Berlin Gold geholt hatte.
Mit den Medaillen wird er in München aber nichts zu tun haben. Nach sieben Wettkämpfen der EM 2022 lag der 36-Jährige mit 5475 Punkten auf Rang 16.
Abeles Karrierebestleistung liegt bei 8605 Punkten, aufgestellt am 26. Juni 2016 in Ratingen.
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Quelle: SID

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