"Die Weite ist nicht so toll", sagte Storl, der den Reisestrapazen der vergangenen Tage Tribut zollen musste: "Ich war zuletzt viel unterwegs und heute ein bisschen müde."

Zweieinhalb Monate vor den Weltmeisterschaften in Peking (22. bis 30. August) hatte Storl zuletzt in Eugene starke 21,92 m gestoßen und Hoffnungen geweckt, erstmals in seiner Karriere die magische 22-Meter-Marke zu knacken. Sein Angriff auf diese Schallmauer in den Durchgängen fünf und sechs endete mit ungültigen Versuchen. Bis jetzt schafften erst zwei Deutsche Stöße über 22 m: Ulf Timmermann (23,06/1988) und Udo Beyer (22,64/1986).

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Gatlin verbessert Bolt-Rekord

Bei Gatlin war hingegen von Müdigkeit keine Spur: Der 33-Jährige schickte erneut eine Kampfansage an seinen Rivalen Usain Bolt. In 9,75 Sekunden über 100 m blieb der 33-Jährige nur ganz knapp über seiner eigenen Jahresweltbestzeit von 9,74. Zudem verbesserte er Bolts Meeting-Rekord aus dem Jahr 2012 um eine Hundertstelsekunde.

"Wenn ich raus auf die Bahn gehe, weiß ich, dass ich der Mann bin, den es zu schlagen gilt", sagte Gatlin, der im Olympiastadion nach einem hervorragenden Start nicht zu stoppen war. Er konnte es sich bei seinem Sieg-Hattrick in der ewigen Stadt sogar erlauben, nicht voll durchzuziehen. Hinter dem Olympiasieger von 2004, der bereits zwei Dopingsperren absitzen musste, landete der Franzose Jimmy Vicaut auf Platz zwei (9,98). Dritter wurde Gatlins Landsmann Michael Rodgers (9,98).

Einen Rückschlag musste Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) hinnehmen. Bei der Flugshow von Renaud Lavillenie kam der 25-Jährige nicht über 5,56 m und den geteilten Platz sechs hinaus - dabei hatte Holzdeppe nach einem Seuchenjahr 2014 zuletzt in Eugene mit 5,80 m eine ansteigende Form nachgewiesen.

Diskus-Frauen schwächeln

Im Weitsprung verpasste Sosthene Moguenara aus Wattenscheid den Sieg nur um neun Zentimeter. Die 25-Jährige verbesserte ihre Saisonbestleistung auf 6,80 m und wurde Dritte. Dahinter knackte Malaika Mihambo (21, LG Kurpfalz) beim Sieg der EM-Dritten Darja Klischina aus Russland (6,89 m) mit 6,79 m die Norm für Peking.

Die deutschen Diskus-Frauen schwächelten in der Ewigen Stadt ein bisschen. Die Berlinerin Julia Fischer, Freundin des dreimaligen Weltmeisters Robert Harting, wurde beim souveränen Erfolg der Olympiasiegerin Sandra Perkovic aus Kroatin (67,92) als beste DLV-Werferin Vierte (64,11). Die WM-Zweite von 2011, Nadine Müller (Leipzig), musste sich mit 62,26 m und Rang sieben begnügen. Anna Rüh, mit 66,14 m die deutsche Jahresbeste, kam überhaupt nicht in Schwung. Die 21-Jährige aus Neubrandenburg landete nur auf Rang acht mit enttäuschenden 61,33 m.

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