Nicht nur der Kampf um ihr erstes Hallen-Gold wird für Malaika Mihambo zur Herausforderung. Bereits die Anreise zur EM ins Risikogebiet Polen hielt für die Weitsprung-Weltmeisterin einen kleinen Kraftakt bereit.
Aus Hygienegründen verzichteten die insgesamt 50 DLV-Athleten um Deutschlands Sportlerin des Jahres auf das Flugzeug und fuhren stattdessen im PKW stundenlang über die Autobahn nach Torun.
"Wir wollen das Risiko einer Ansteckung minimieren, das ist für uns der sicherste Weg", erklärte DLV-Cheftrainerin Annett Stein die Vorsichtsmaßnahmen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Der EM, der ersten internationalen Meisterschaft seit Mihambos Gold-Coup in Doha 2019, misst der Verband mit Blick auf die Olympischen Spiele eine "sehr wichtige" Bedeutung bei.
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"Die Athleten brauchen diese Wettkämpfe", bekräftigte Stein vor den ersten europäischen Titelkämpfen in Pandemiezeiten.

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DLV-Hoffnungen ruhen auf Mihambo

Von den insgesamt rund 700 Sportlern um den schwedischen Stabhochsprung-Weltrekordler Armand Duplantis dürfen sich laut polnischen Verordnungen nicht mehr als 150 gleichzeitig an einem Ort aufhalten. Das machte die Organisation kompliziert, aber nicht unmöglich. Ein negativer PCR-Test bei der Anreise ist nur eine weitere von vielen Sicherheitsmaßnahmen.
Trotz dieser Umstände fokussiert sich der DLV auf seine sportlichen Hoffnungen, und die ruhen vor allem auf Mihambo. Die 27-Jährige geht als Mitfavoritin in die Weitsprung-Entscheidung am Samstagabend, auch wenn sie in dieser Saison noch auf einen Sieben-Meter-Sprung wartet. Ein Podestplatz würde ihr die erste Medaille bei einer EM oder WM unter dem Hallendach bescheren.
"Ich will mit dem langen Anlauf mein Bestes zeigen. Ich hoffe, dass es sehr weit geht", sagte Mihambo nach ihrem Titel bei der Hallen-DM in Dortmund im Februar. Dort legte sie effektiv bereits Sprünge rund um 6,90 m hin, verschenkte am Brett aber viel. Dies will sie in Polen nun verbessern. Titelverteidigerin Ivana Spanovic aus Serbien muss sie dabei nicht schlagen, die zweimalige Europameisterin sagte ihre Teilnahme verletzungsbedingt ab.

Mihambo: "Hier werden Leistungsspitzen gesetzt"

Neben Mihambo wird auch Gesa Felicitas Krause in Torun um Edelmetall kämpfen. Die zweimalige Europameisterin über 3000 m Hindernis geht über die Nebenstrecke 1500 m an den Start. Neben der Mittelstrecklerin zählen auch Kugelstoß-Mama Christina Schwanitz, Sprinter Kevin Kranz, Dreispringer Max Heß, Stabhochspringer Torben Blech und Siebenkämpfer Kai Kazmirek zu den Medaillenkandidaten. Die Entscheidungen stehen von Freitag bis Sonntag an.
"Wir reisen mit einer weitaus größeren Mannschaft nach Torun als erwartet", sagte Stein, dies sei wichtig für Ranking-Punkte, und um internationale Erfahrungen zu sammeln. Denn auf dem Weg nach Tokio sind Wettkämpfe mit starker Konkurrenz rar gesät.
Das weiß auch Mihambo. "Hier werden Leistungsspitzen gesetzt", sagte die Überfliegerin dem "SWR". Eben diese seien "entscheidend, wenn man maximale Leistung im Sommer bei den Olympischen Spielen bringen will". Dafür nimmt sie gerne die holprige Anfahrt in Kauf.
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