Leichtathletik-WM in Doha: Mihambo und Vetter deutsche Goldhoffnungen

Die deutschen Leichtathleten brechen mit großen Hoffnungen und manchen Sorgen zur am Freitag beginnenden WM in Doha auf. Unter erschwerten Wüstenbedingungen sind die 2019 ungeschlagene Weitspringerin Malaika Mihambo, die nimmermüden Läuferinnen Konstanze Klosterhalfen und Gesa Felicitias Krause sowie Speerwerfer Johannes Vetter als einziger deutscher Titelverteidiger die Trumpfkarten.

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"Wir wünschen uns natürlich möglichst viele Medaillen", sagte Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), dem "SID":
Die Wiederholung des London-Ergebnisses von 2017 mit Gold für Speer-Ass Vetter und vier weiteren Medaillen wäre ein Erfolg, die Traumbilanzen von Moskau 2013 (vier Titel) und Peking 2015 (zwei Titel, acht Medaillen) scheinen außer Reichweite - zehn Monate vor Olympia in Tokio hat das deutsche Team durch Rücktritte und Verletzungen temporär einiges an Qualität eingebüßt.

Mihambo mit Favoritenrolle

Aber zumindest eine Gold-Favoritin hat der DLV: Weitsprung-Europameisterin Mihambo dominiert ihre Sparte, steigerte sich 2019 von 6,99 auf 7,16 m. Wäre alles andere als der WM-Titel eine Enttäuschung? "In gewisser Weise natürlich schon", sagte die 25-Jährige dem "SID":

Läuferinnen in Topform

In der Form ihres Lebens sind auch Klosterhalfen und Krause. Beide knackten 2019 deutsche Rekorde, müssen sich aber - Krause über 3000 m Hindernis, Klosterhalfen über 1500 oder 5000 m - Afrikas Übermacht stellen. "Ich habe noch nicht alles ausgeschöpft, bin noch nicht satt", sagte Krause (27), die 2015 WM-Dritte war. Für eine erneute Medaille muss sie wie Klosterhalfen (22) über sich hinauswachsen.
Ans Limit müssen alle gehen, dafür sorgen die Bedingungen: Selbst zum außergewöhnlich späten WM-Termin herrschen Temperaturen über 40 Grad, die meisten DLV-Asse fliegen erst kurz vor ihren Wettkämpfen aus dem türkischen Belek ein. "Natürlich sind das schwierige Bedingungen, aber auch bei Olympia in Tokio wird es scheißeheiß", sagte die Sprint-EM-Zweite Gina Lückenkemper, die vor allem mit der deutschen Staffel Großes vorhat.
Der Vierer um die Neu-Berlinerin Lückenkemper und Deutschlands Jahresschnellste Tatjana Pinto tritt als Weltranglistenerster an. "Da kommt man natürlich ins Träumen. Wir haben gezeigt, dass wir das können, aber wir müssen es in Doha auf die Bahn kriegen", sagte Lückenkemper.

Vetter peilt Titelverteidigung an

Einer klaren Mission geht Vetter nach. Der Offenburger, der nach diversen Verletzungen rechtzeitig in Topform gekommen ist, sagte:
Wie Vetter erheben auch Olympiasieger Thomas Röhler und der deutsche Meister Andreas Hofmann Anspruch auf Speer-Gold.
In anderen Disziplinen sieht es düster aus. Nach dem vorzeitigen Saisonaus des zweimaligen Weltmeisters David Storl und der Vizeweltmeisterin Carolin Schäfer ist weder ein Kugelstoßer noch eine Siebenkämpferin am Start. Als Typ, aber auch sportlich fehlt der zurückgetretene Diskus-Riese Robert Harting.
Sein Bruder Christoph ist trotz schwacher Saison dabei, doch der Rio-Olympiasieger hatte schon frühzeitig wenig Begeisterung für einen Start gezeigt: "Die WM ist nicht mein Saisonhöhepunkt." Nach diversen kontroversen Äußerungen musste Harting bei der sportlichen DLV-Führung unlängst zum Rapport antreten und wirft quasi auf Bewährung. "Er hat Einsicht gezeigt und Besserung gelobt", sagte Präsident Kessing.
(SID)
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