Leichtathletik-WM 2023 - "Hat sich alles gelohnt": Richardson nach bewegender Reise endlich auf dem Thron

Sha'Carri Richardson ist die schnellste Frau der Welt. Die US-Amerikanerin hat bei der Leichtathletik-WM 2023 Gold über die 100 Meter in 10,65 Sekunden gewonnen. Der Triumph in Budapest ist das Ende einer emotionalen Reise für die 23-Jährige: Als Teenagerin wollte sie sich bereits das Leben nehmen, Olympia verpasste sie später wegen Marihuana-Konsums. Jetzt ist die Texanerin am Ziel ihrer Träume.

Mit WM-Rekord! Famose Richardson stürmt zu 100-m-Gold

Quelle: Eurosport

Sha'Carri Richardson brüllte ihre ganze Freude heraus, sie hüpfte wie ein Flummi auf und ab, konnte ihr Glück kaum fassen. "Ich bin der Champion. Ich habe es euch allen gesagt", rief Richardson hinterher: "Ich bin nicht zurück, ich bin besser."
Richardson hat der Welt in Budapest tatsächlich gezeigt, was in ihr steckt: Gold über 100 m in einer Wahnsinns-Zeit von 10,65 Sekunden. Endlich löste die US-Amerikanerin das Versprechen ein, die schnellste Frau der Welt zu werden. Und das nach ihrer Geschichte.
Als Teenagerin wollte sich Richardson schon das Leben nehmen, die Texanerin wurde früh von ihrer Mutter verlassen und wuchs bei ihrer Oma und einer Tante auf, ihre Ex-Freundin hat sie misshandelt. Bei Olympia in Tokio konnte sie als Mitfavoritin nicht starten, weil sie zuvor bei den US-Trials positiv auf Marihuana getestet worden war. Während der Wettkämpfe hatte Richardson erfahren, dass ihre leibliche Mutter gestorben war.
"Ich wusste nicht, wie ich meine Emotionen kontrollieren oder mit meinen Emotionen umgehen sollte", sagte Richardson danach, die Aufregung war riesig. Selbst US-Präsident Joe Biden äußerte sich danach wohlwollend. Doch Richardson schlug auch Hass entgegen, sie wurde teilweise übelst beschimpft. Wohl auch, weil sie eine Ikone der Black-Lives-Matter-Bewegung ist.

Richardson musste "erwachsen werden"

Danach hatte Richardson viel "Wut" in sich, es brauchte Zeit, das zu verarbeiten, sie musste "erwachsen werden". Für die Heim-WM im Vorjahr qualifizierte sich die 23-Jährige nicht. Nach einer langen Reise mit "Schmerzen" und "Traurigkeit" ist Richardson nun da angekommen, wo sie nach eigener Meinung hingehört. Ganz oben.
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Sha'Carri Richardson

Fotocredit: Getty Images

"Egal was passiert, verliere nie deinen Glauben", sagte Richardson, nachdem sie ganz außen auf Bahn neun von den beiden Jamaikanerinnen Shericka Jackson (10,72) und Shelly-Ann Fraser-Pryce (10,75/Titelverteidigerin) nicht zu halten war. Auf ihre so geliebten knallbunten Perücken und die ultralangen Fingernägel, mit denen sie sonst an die berühmt-berüchtigte Florence Griffith-Joyner erinnert, hatte sie im großen Finale verzichtet.
Nun peilt Richardson, die vom umstrittenen Ex-Sprinter Dennis Mitchell trainiert wird, wie ihr Landsmann Noah Lyles das Gold-Triple an. Am Mittwoch geht es mit den Vorläufen über 200 m weiter, Samstag steht das Finale mit der Staffel an.
"Ich bin froh, dass ich zeigen kann, wer ich wirklich bin", sagte Richardson und sie "weiß, dass sich alles gelohnt hat." Jetzt ist sie ein "Champion". Nach allem, was sie durchgemacht hat.
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(SID)
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Nur Platz fünf im Halbfinale: Lückenkemper verpasst 100-m-Finale

Quelle: Eurosport

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