Leichtathletik-WM 2023 - US-Sprinter Noah Lyles schießt gegen Selbstbild der NBA: "Weltmeister von was?"

Mit drei Goldmedaillen in den Tagen von Budapest zählt US-Sprinter Noah Lyles unbestritten zu den großen Superstars der Leichtathletik-WM 2023. Nach seinem 200-m-Erfolg am Freitag nutzte Lyles seine Popularität um das Selbstverständnis der NBA, die vorgibt, in ihren Finals den Weltmeister zu küren, zu hinterfragen. "Weltmeister von was?", fragte der 26-Jährige zynisch auf einer Pressekonferenz.

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Quelle: Eurosport

Nachdem er selbst bei seinem Triumph über 200 Meter unter anderem Letsile Tebogo aus Botswana und den Briten Zharnel Hughes hinter sich gelassen hatte und sich damit zurecht Weltmeister nennen darf, sagte Noah Lyles mit Blick auf Champions im amerikanischen Sport: "Wissen Sie, die Sache, die mich am meisten verletzt ist, dass ich mir die NBA-Finals anschauen muss und da steht dann 'Weltmeister' auf deren Köpfen."
Bekanntlich spielen in der NBA nur Teams aus den USA und Kanada, weshalb Lyles mit einem leicht zynischen Lächeln anmerkte: "Weltmeister von was? Von den USA?" Wofür er von den Journalisten und Journalistinnen im Raum einige Lacher erntete.
"Verstehen Sie mich nicht falsch, manchmal liebe ich die USA", ergänzte der zu diesem Zeitpunkt bereits zweimalige Weltmeister von Budapest. Aber das sei nicht die Welt, so Lyles weiter.
"Wir sind die Welt", betonte der US-Sprinter und breitete dabei symbolisch für die Leichtathletik-Familie in Budapest die Arme aus.

Lyles: "Wir haben hier fast jedes Land zugegen"

"Wir haben hier fast jedes Land zugegen. Jedes Land hier draußen kämpft, gedeiht und zeigt mit seiner Flagge, dass es vertreten ist", erklärte Lyles. Für die Welttitelkämpfe in Budapest wurden insgesamt 2187 Athleten und Athletinnen aus 202 Nationen gemeldet. Wären Sportler und Sportlerinnen aus Russland und Belarus zugelassen, die aber aufgrund des Ukrainekrieges nicht teilnehmen dürfen, wären es sicher noch zwei Teilnehmerländer mehr.
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Von diesen 202 Nationen haben vor der letzten Abendsession dieser WM am Sonntagabend (ab 19:30 Uhr live im TV bei Eurosport 1 und auf discovery+) bereits 42 Länder eine Medaille errungen. Von solch einer Vielfalt kann die NBA nur träumen, auch wenn es immer mehr Nicht-Amerikaner in die US-Liga schaffen.
Aber: "In der NBA gibt es keine Flaggen", stellte Lyles, der bereits bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Eugene 2022 und Doha 2019 insgesamt dreimal Gold geholt hatte, nochmals klar und forderte den US-Sport zum Handeln auf: "Wir müssen mehr tun. Wir müssen uns der Welt präsentieren."
Mit dieser Kritik ist der neue König der Sprinter, der einen Tag später mit seinem Gold in der Staffel als erster Sprinter seit Usain Bolt im Jahr 2015 das WM-Triple perfekt machte, nicht alleine. Schon seit vielen Jahren stößt vor allem europäischen Fans die "Nabel der Welt"-Sichtweise einiger US-Ligen sauer auf. Das jedoch ein US-Sportler diese Kritik äußert, ist durchaus ungewöhnlich.
Noch deutlicher als in der NBA wird diese US-zentrische Perspektive beispielsweise in der Major League Baseball (MLB). Dort heißt die Finalserie um den MLB-Titel "World Series".
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Quelle: Eurosport

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