Leichtathletik-WM 2023 - Zehnkämpfer Kevin Mayer sorgt mit Auftritt für Wirbel: "Kann das nicht verstehen"

Kevin Mayer hat mit seinem Auftritt in der Zehnkampf-Konkurrenz bei der Leichtathletik-WM für Unverständnis gesorgt. Obwohl der Franzose schon länger an Achillessehnenproblemen laboriert und auch in Budapest sichtlich gehandicapt war, ging er an den Start. "Ich kann das nicht verstehen. Er ist nicht konkurrenzfähig und nicht gesund", sagte Eurosport-Experte Rico Freimuth.

Deutsche Zehnkämpfer starten stark im 100-Meter-Lauf

Quelle: Eurosport

Bereits in der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Lauf, wurden die Probleme des Titelverteidigers offensichtlich. Mayer kam in für seine Verhältnisse enttäuschenden 10,79 Sekunden ins Ziel.
"Wenn er im Vorfeld sagt, dass die Chance bei 50 Prozent liegt, dass er den Zehnkampf durchsteht, dann kann er eigentlich nicht an den Start gehen", sagte Eurosport-Experte Rico Freimuth über den Zehnkampf-Weltrekordler (9126 Punkte).
Der Silbermedaillengewinner der WM 2017 in London führte weiter aus: "Das hat er auch schon letztes Jahr bei der EM in München getan. Meiner Meinung nach ist das nicht nachvollziehbar." Bei den European Championships war er nach dem 100-m-Lauf ausgestiegen.
Auch in Budapest habe man schon in der ersten Disziplin an der Körpersprache erkennen können, dass es beim Franzosen "nach unten" gehe, sagte Freimuth: "Das werden wir auch im Laufe des Wettkampfs mitbekommen, dass das nicht zielführend sein wird."

Mayer enttäuscht im Weitsprung - Freimuth übt Kritik

Der Experte sollte mit seiner Einschätzung recht behalten - denn auch im darauffolgenden Weitsprung enttäuschte Mayer mit einem Sprung auf nur 7,25 Meter.
Im Anschluss an seinen abschließenden dritten Versuch humpelte der 31-Jährige aus der Sandgrube, setzte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Boden und lehnte sich dort an eine Werbebande.
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Kevin Mayer

Fotocredit: Imago

Eine Aktion, die bei Freimuth abermals Kopfschütteln auslöste. "Ich möchte dazu eigentlich gar nichts mehr sagen. Das ist mir im Grunde zu komisch. Was ist jetzt sein Ziel, frage ich mich? Nächstes Jahr sind die Olympischen Spiele in Paris, in seinem Heimatland. Was möchte er hier jetzt erreichen?", wunderte sich der 35-Jährige über die Inkaufnahme einer noch schlimmeren Verletzung von Mayer.
"Er ist nicht konkurrenzfähig, er ist nicht gesund. 7,25 Meter sind für ihn eine unterirdische Leistung", meinte Freimuth weiter. Mayers Bestleistung im Weitsprung liegt bei 7,80 Metern.
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Acht Meter geknackt! Neugebauer geht nach Traumsprung steil

Quelle: Eurosport

Mayer zieht verletzt zurück

Wenig später hatte der Franzose dann aber selbst ein Einsehen und gab verletzungsbedingt auf.
"Ich habe mich heute Morgen ein bisschen besser gefühlt. Die Schmerzen waren nicht so intensiv wie in den Trainingseinheiten zuvor. Allerdings hat mein linkes Bein dann doch nicht so funktioniert. Nach den 100 Metern hatte ich an der Achillessehne wieder sehr, sehr starke Schmerzen. Beim Weitsprung sind die Schmerzen dann einfach unerträglich geworden", begründete der Titelverteidiger seinen Rückzug am Eurosport-Mikrofon.
Allerdings sei ihm die Entscheidung alles andere als leicht gefallen.
"Es ist hart für mich, dass ich jetzt zurückziehen muss, weil der Zehnkampf mein Leben ist. Wir haben allerdings die Olympischen Spiele 2024 in Paris vor der Brust und ich muss einfach versuchen, dass ich mich körperlich gut erhole, dass ich gesund werde und meine Vorbereitung auf Olympia in Angriff nehmen kann", sagte Mayer abschließend.
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Quelle: Eurosport

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