Eurosport
Olympia 2024: Noah Lyles nach 200-m-Finale von Corona geschwächt im Rollstuhl - das Bronze-Drama im Stade de France
Von
Update 09/08/2024 um 08:30 GMT+2 Uhr
Letsile Tebogo hat dem von Corona geschwächten Sprintstar Noah Lyles die Show gestohlen und als erster Afrikaner olympisches Gold über 200 m gewonnen. Der Sprinter aus Botswana gewann am Donnerstagabend im Stade de France das Finale bei leichtem Rückenwind in 19,46 Sekunden und ist damit der fünftbeste Läufer der Geschichte auf dieser Strecke. Sitzend im Rollstuhl endete der Abend für Lyles.
Kraftloser Lyles wird nach 200-m-Finale im Rollstuhl weggefahren
Quelle: Eurosport
In 19,70 Sekunden blieb dem US-Amerikaner nur Bronze. Im Auslauf hockte sich Lyles erschöpft auf die Laufbahn. Wie der US-Leichtathletik-Verband mitteilte, leidet Lyles unter einer Corona-Erkrankung. Silber ging an seinen Landsmann Kenneth Bednarek (19,62).
"Ich bin früh aufgewacht, so gegen 5:00 Uhr am Dienstagmorgen, und habe mich wirklich schrecklich gefühlt", sagte Lyles, eine Maske tragend, bei "NBC".
"Ich wusste, dass es mehr war als nur ein Muskelkater von den 100 Metern. Wir weckten die Ärzte und machten einen Test, der leider ergab, dass ich positiv auf Corona reagierte. Das hat seinen Tribut gefordert, ganz sicher. Ich habe erst Donnerstagmorgen entschieden, dass ich an den Start gehe", so Lyles.
Auf seine Showeinlagen wollte der 100-m-Olympiasieger dennoch nicht verzichten. Es gehört zu Lyles' Ritualen, sich vor den Rennen zu pushen. Das war vor dem 200-m-Finale nicht anders. Lyles, der im Callroom noch eine Maske trug, stürmte bei der Vorstellung der Athleten ins Stadion und ließ sich schon vorab von den Zuschauern feiern.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/08/08/4023044-81598533-2560-1440.jpg)
Lyles zieht wilde Show ab: Skurriler Auftritt vor Final-K.o.
Quelle: Eurosport
Lyles holt in einem schnellen finale bronze
Doch im Rennen kam Lyles nie so richtig in Schwung. 19,70 Sekunden ist wahrlich keine schlechte Zeit, mit Tebogo konnte Lyles jedoch nicht mithalten. Immerhin reichte es noch zu Bronze.
Dass Lyles mit einer dem IOC bekannten Corona-Erkrankung überhaupt an den Start gehen durfte, liegt an den Regularien der Spiele in Paris. Die Athleten sind in Absprache mit ihren Ärzten und Betreuern selbst verantwortlich, ihren Gesundheitszustand zu beurteilen und abzuwägen, ob die Teilnahme an einem Wettkampf Sinn macht.
Die Leichtathletik-Vereinigung der USA (USA Track & Field) überließen Lyles die Entscheidung. "Wir respektieren Noahs Entscheidung und werden seinen Zustand weiterhin genau beobachten. Als Organisation halten wir uns strikt IOC-Richtlinien für Atemwegserkrankungen, um die Ausbreitung von Krankheiten unter den Teammitgliedern zu verhindern und ihre Gesundheit und Leistung zu schützen", hieß es in einer Erklärung.
Das 200-m-Finale hat Lyles aber offensichtlich zugesetzt. Er wurde in einem Rollstuhl sitzend aus der Arena gefahren, das gleiche Schicksal ereilte am selben Abend auch Malaika Mihambo.
Staffel-Entscheidungen noch offen
Durch die verpasste zweite Goldmedaille ist Lyles' einmalige Quadruple-Mission vorzeitig gescheitert: Der 27-Jährige hatte in Paris eigentlich vier Goldmedaillen angepeilt.
Nach seinem spektakulären Triumph über 100 m wollte er auch über die 200 m sowie mit den Staffeln über 4x100 m und 4x400 m triumphieren. Die Staffel-Entscheidungen stehen noch an.
Ob Lyles infolge seiner Covid-Erkrankung überhaupt an den Staffeln teilnehmen kann, ist unklar. Die 4x100-m-Staffel findet bereits am Freitagabend statt, die über die lange Distanz am Samstagabend.
Das könnte Dich auch interessieren: Mit Maske ins Finale: Warum Saunders vermummt antritt
(mit SID)
Die Olympischen Spiele 2024 in Paris live bei discovery+ | Hol dir ein Abo ab 3,99 Euro und verpasse keinen Moment aller Events der Sommerspiele in Paris. Direkt zu unserer Streaming-Plattform discovery+.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/08/08/4022881-81595268-2560-1440.jpg)
"Was war das von Lyles?" Sprintstar "nur" Dritter über 200 m
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung