Olympia 2021: Weitspringerin Malaika Mihambo schielt trotz durchwachsener Vorbereitung auf Gold

Weltmeisterin Malaika Mihambo hat ihre Leichtigkeit ausgerechnet im Olympia-Jahr verloren. Deutschlands Sportlerin des Jahres ist dennoch fest von ihren Medaillenchancen überzeugt und will pünktlich zum Leichtathletik-Auftakt in Tokio wieder in Bestform sein. Um ihr Ziel zu erreichen, muss die Weltmeister von 2019 in der japanischen Haupstadt von der Gejagten zur Jägerin werden.

Malaika Mihambo will in Tokio angreifen.

Fotocredit: Getty Images

Malaika Mihambos Augen leuchteten, als im Olympischen Dorf beim deutschen Team Stimmung aufkam. Die Weitsprung-Queen schwenkte gut gelaunt eine Deutschland-Fahne und jubelte Slalom-Kanutin Andrea Herzog bei einem kleinen Empfang zu. Und natürlich hofft Mihambo, dass sie nach ihrem großen Finale in der Nacht zu Dienstag auch etwas zu feiern haben wird.
Dann soll die Medaille aber nicht wie bei Herzog aus Bronze, sondern möglichst aus Gold sein.
"Ich weiß, was in mir steckt", sagte Mihambo dem "SID". Zwar lief die Saison bisher nicht nach ihren Vorstellungen, die Abstimmung beim Anlauf machte der Weltmeisterin zu schaffen, doch für den Tag der Tage in diesem Jahr sieht sie sich dennoch gut vorbereitet: "Ich weiß, dass ich sieben Meter und auch weit über sieben Meter springen kann."
Und das wird auch nötig sein, wenn Mihambo 21 Jahre nach Heike Drechsler in Sydney wieder Olympia-Gold im Weitsprung nach Deutschland holen will. "Auf jeden Fall ist die Konkurrenz wesentlich stärker als 2019", sagte Mihambo vor der Qualifikation in der Nacht zu Sonntag (2:50 Uhr live bei Eurosport). In dem WM-Jahr hatte die 27-Jährige mit einer Leichtigkeit die Weitsprung-Welt beherrscht, dass es schon fast unheimlich war.
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Athletics - Tokyo 2020 - Olympic Highlights

Quelle: Eurosport

Mihambo wird von Gejagten zur Jägerin

Mit ihren 6,92 m ist Mihambo in Tokio nun nur die Nummer neun der Meldeliste, fünf Frauen haben die 7-Meter-Marke geknackt. Die WM-Dritte Ese Brume aus Nigeria sprang mit 7,17 m bisher am weitesten. Doch Mihambo, die gerade Suaheli, die Muttersprache ihres Vaters lernt, und regelmäßig meditiert, kann das nicht aus der Ruhe bringen. "Ich hatte noch keinen Versuch, bei dem alles gestimmt hat", sagte Mihambo und hofft nun auf diesen einen Moment, der alles entscheidet.
Diese Schwerelosigkeit aus dem Jahr 2019, als ihr alles gelang, muss sich Mihambo erst wieder hart erarbeiten. Im Corona-Jahr 2020 verlor Deutschlands Sportlerin des Jahres ihren Rhythmus, als sie, um sich zu schonen, nur aus 16 statt 20 Schritten Anlauf sprang. In dieser Saison fehlte bisher das richtige Timing vor dem Absprung, mal trat sie über, dann war sie wieder viel zu weit weg vom Brett. "Da wieder zurückzukommen, war viel schwieriger, als ich mir das vorher hätte vorstellen können", sagte sie.
Das "Gefühl, dass ich von der Jägerin zur Gejagten werde und nicht mithalten kann", sagte Mihambo, "das war sehr belastend. Mich da durchzukämpfen, zurückzufinden zu meinem Anlauf und zu meinem starken Selbstglauben, das hat mich im letzten halben Jahr sehr bewegt." Nun glaubt Mihambo, die Vierte von Rio, genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in bester Verfassung zu sein: "Ich muss weder jemandem etwas beweisen, noch habe ich etwas zu verlieren."
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Burghardt sprintet mit Top-Zeit ins 100-m-Halbfinale von Tokio

Quelle: Eurosport

(SID)
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