Shelly-Ann Fraser-Pryce macht Karriereende offiziell: "Dieser Sport hat mir grenzenlose Freude geschenkt"
Update 08/10/2025 um 10:34 GMT+2 Uhr
Sprintstar Shelly-Ann Fraser-Pryce hat mit einem langen Instagram-Post ihr Karriereende erklärt. "In den letzten 18 Jahren war Zeit - auf die Millisekunde genau - das Epizentrum meines Lebens", schrieb die Jamaikanerin: "Zeit war das Maß, der Test und die Belohnung." Die 38-Jährige hatte im letzten Rennen ihrer Laufbahn bei der Leichtathletik-WM noch einmal Silber in der 4x100-m-Staffel gewonnen.
Shelly-Ann Fraser-Pryce bei der Leichtathletik-WM 2025 in Tokio
Fotocredit: Getty Images
Bereits im Sommer hatte sie angekündigt, nach der Saison Schluss machen zu wollen.
Die Sprint-Queen nutzte die Gelegenheit für einige philosophische Ausführungen: "Jeder Trainingstag, alle meine 275 Rennen, jedes Mal, wenn ich an die Startlinie getreten bin, war es meine eigene Jagd, die Zeit, die mir gegeben wurde, nicht nur zu nutzen, sondern sie mir zu eigen zu machen."
Zudem drückte sie ihre Verbundenheit zum Sprinten aus: "Dieser Sport hat mir grenzenlose Freude geschenkt. Er hat mich gestaltet, bestraft und zu Höhen getragen, von denen ich als ein junges Mädchen in Waterhouse nur träumen konnte. "
Dabei dankte Fraser-Pryce vor allem ihrer Familie. Keiner ihrer Erfolge sei ohne ihre Angehörigen möglich gewesen, so die dreimalige Olympiasiegerin und hob dabei vor allem ihren Ehemann hervor.
Fraser-Pryce dankt Ehemann: "Mein Anker"
"Jason, war mein Anker und mein bester Teamkollege. Seine Liebe, seine Opfer und sein unerschütterlicher Einsatz haben mich durch jede Saison getragen", schwärmte Fraser-Pryce.
Ihr 2017 geborener Sohn Zyon habe ihr außerdem "neuen Sinn verliehen und mich daran erinnert, dass der größte Titel immer 'Mutter' sein wird."
Die jamaikanischen Fans bedachte die zehnmalige Weltmeisterin ebenfalls mit warmen Worten: "Danke für eure unbändige Liebe, Loyalität und euren Stolz, die mich Jahr für Jahr angespornt haben. Es war die größte Ehre, unsere Flagge durch die Welt zu tragen. Wir mögen klein sein, aber wir sind mächtig, und es macht mich demütig, die Stärke unserer Nation mit Hingabe auf einer globalen Bühne gezeigt zu haben."
Obendrein ließ Fraser-Pryce durchblicken, künftig als Trainerin arbeiten zu wollen. Sie werde sich künftig "die Lehren, die mich der Sport gelehrt hat, weitergeben, meine Stimme dafür nutzen, mich für andere einzusetzen, und der nächsten Generation dabei helfen, noch heller zu strahlen."
Stern geht 2008 in Peking auf
Der Stern von Fraser-Pryce war 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking aufgegangen, als sie Gold über die 100 m gewann. Insgesamt sammelte sie in ihrer Karriere acht Medaillen bei Sommerspielen (3x Gold, 4x Silber, 1x Bronze) und 17-mal Edelmetall bei Weltmeisterschaften (10x Gold, 6x Silber, 1x Bronze).
Ihre persönliche Bestzeit über 100 m erreichte sie mit 10,60 s im August 2021 beim Diamond-League-Meeting in Lausanne, nachdem sie nur zwei Monate zuvor bereits in Kingston über die 200 m eine neue Bestleistung aufgestellt hatte (21,79 s).
2010 wurde Fraser-Pryce positiv auf das verbotene Schmerzmittel Oxycodon getestet. Sie begründete die Einnahme mit starken Zahnschmerzen. Der Weltverband IAAF sperrte sie draufhin für sechs Monate, wobei mildernde Umstände geltend gemacht wurden.
Das komplette Statement von Shelly-Ann Fraser-Pryce im Wortlaut:
"In den letzten 18 Jahren war Zeit - auf die Millisekunde genau - das Epizentrum meines Lebens. Zeit war das Maß, der Test und die Belohnung. Jeder Trainingstag, alle meine 275 Rennen, jedes Mal, wenn ich an die Startlinie getreten bin, war es meine eigene Jagd, die Zeit, die mir gegeben wurde, nicht nur zu nutzen, sondern sie mir zu eigen zu machen. Für fast zwei Jahrzehnte habe ich dafür gesorgt, dass jede Sekunde zählt, und ich danke Gott, dass er mich mit einer Karriere in einem Bereich gesegnet hat, den ich so tief liebe.
Dieser Sport hat mir grenzenlose Freude geschenkt. Er hat mich gestaltet, bestraft und zu Höhen getragen, von denen ich als ein junges Mädchen in Waterhouse nur träumen konnte. Wenn ich zurückdenke, sehe ich Zeit inzwischen nicht mehr nur in Sekunden - sondern in Jahren. Die Jahre, die ich dem Sprinten gewidmet habe, werden für immer unter den Größten meines Lebens bleiben.
Nichts von dem, was ich erreicht habe, wäre ohne meine Familie möglich gewesen. Mein Ehemann, Jason, war mein Anker und mein bester Teamkollege. Seine Liebe, seine Opfer und sein unerschütterlicher Einsatz haben mich durch jede Saison getragen. An meinen Sohn, Zyon - deine Ankunft war perfektes Timing von Gott. Du hast mir neuen Sinn verliehen und mich daran erinnert, dass der größte Titel immer 'Mutter' sein wird.
Ich bin eine stolze Tochter des Bodens und ich schulde Jamaika ewige Dankbarkeit. An meine jamaikanische Landsleute: Danke für eure unbändige Liebe, Loyalität und euren Stolz, die mich Jahr für Jahr angespornt haben. Es war die größte Ehre, unsere Flagge durch die Welt zu tragen. Wir mögen klein sein, aber wir sind mächtig, und es macht mich demütig, die Stärke unserer Nation mit Hingabe auf einer globalen Bühne gezeigt zu haben.
Ich weiß, dass mein Rennen nicht vorbei ist, es ist nur ein Bahnwechsel. In diesem neuen Kapitel geht es darum, die Lehren, die mich der Sport gelehrt hat, weiterzugeben, meine Stimme dafür zu nutzen, mich für andere einzusetzen, und der nächsten Generation dabei zu helfen, noch heller zu strahlen. Das Sprinten hat mir eine weltweite Bühne geliefert, aber der Glaube gibt mir eine größere Mission.
Von Waterhouse in die Welt. Jede Sekunde stand für etwas Größeres. Jetzt, wo ich den Staffelstab an die nächste Generation weiterreiche, soll das eine Erinnerung daran sein, dass Zeit eure Bedeutung ehren wird.
Mit Liebe und Dankbarkeit
Shelly-Ann Fraser-Pryce"
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Quelle: Eurosport
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