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Ralf Waldmann im Eurosport-Interview vor dem Rennen am Sachsenring
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Publiziert 30/06/2017 um 10:20 GMT+2 Uhr
Im Interview spricht Eurosport-Experte Ralf Waldmann unter anderem über das Rennen am Sachsenring, die bisherige Saison von Jonas Folger und Sorgenkind Sandro Cortese. Der ehemalige WM-Zweite stellt fest: "Es bleibt auf jeden Fall spannend."
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Nach Deinen Favoriten gefragt, hast Du vor der Saison auf Maverick Vinales, Marc Márquez und Valentino Rossi getippt. Gehört Andrea Dovizioso, der nach seinen Siegen in Mugello und Barcelona und Platz fünf in Assen derzeit die Gesamtführung übernommen hat, für Dich jetzt auch zu den Titelaspiranten?
Ralf Waldmann: Ja, auf jeden Fall. Es sieht so aus, als wenn das Ducati-Team ziemlich gut aufgestellt ist, und deshalb muss man Andrea Dovizioso jetzt mit zum Favoritenkreis zählen. Insgesamt sind aber noch so viele Rennen zu fahren, da kann noch sehr viel passieren. Und Stand jetzt muss man auch Daniel Pedrosa mit zu den Titelaspiranten zählen. Es bleibt in jedem Fall spannend.
Der MotoGP am Sachsenring ist traditionell der letzte vor der Sommerpause. Wie fällt Dein Fazit bisher aus?
Waldmann: Wir erleben extrem spannende Rennen über die gesamte bisherige Saison hinweg, und das in allen Klassen. Es sieht so aus, als wenn die Motorräder von Jahr zu Jahr ausgeglichener werden, von der Dichte her, von der Motorleistung. Man sieht auch im Training, dass der Zeitunterschied zwischen den einzelnen Fabrikaten und Fahrern sehr gering ist. Durch die Entwicklung rücken die Motorräder immer näher zusammen, und die Fahrer sind von der Qualität her auch nah beieinander.
"Folger hat alles richtig gemacht"
Marc Márquez hat die letzten vier MotoGP-Rennen auf dem Sachsenring für sich entschieden und insgesamt seit 2010 kein Rennen am Sachsenring verloren. Wie schätzt du seine Chancen für 2017 ein?
Waldmann: Ich denke, dass die Honda auf dem Sachsenring wieder sehr gut sein wird. Márquez ist von der Fahrweise schon eher brutal, und am Sachsenring kommt es bekanntlich nicht so sehr auf die Motorleistung an, sondern auf das fahrerische Können und was das Motorrad kann. Ich denke, dass ihm das von seiner Fahrweise her entgegenkommt.
Jonas Folger liegt in seiner ersten MotoGP-Saison auf Platz zehn und konnte durch den Ausfall in Assen erstmals in dieser Saison bei einem Rennen nicht punkten. Was sagst Du dazu?
Waldmann: Ich sehe seinen Auftritt bisher sehr positiv. Allerdings hat er mit seinem Teamkollegen natürlich schon ein Problem, weil der extrem schnell ist. Wäre Jonas alleine als Rookie im Team, würde er richtig glänzen, aber Johann Zarco lässt ihn durch seine extremen Leistungen nicht ganz so toll aussehen. Trotz des Ausfalls am Wochenende ist Jonas in der Meisterschaft sehr gut aufgestellt. Von daher hat er alles richtig gemacht.
"Cortese muss aufpassen"
Sandro Cortese hat es erst zweimal in die Punkte geschafft. Eine Saison zum Abhaken?
Waldmann: Sandro muss aufpassen, dass er seine Leistung wieder findet, sonst, so glaube ich, hat er Probleme, nächstes Jahr fahren zu können. Hier eine Empfehlung auszusprechen, finde ich sehr schwer, weil auch diese Klasse extrem eng ist. Wenn man sieht, dass die ersten fünfzehn innerhalb sechs, sieben Zehntel liegen, dann kann man nicht wirklich von einem schlechten Motorrad oder schlechten Fahrer reden. Man muss in der Renntaktik und auch in der Arbeit im Training darauf hinarbeiten, dass man im Rennen eine gute Pace fahren kann. Und daran müssen Sandro und das Intact Team noch arbeiten.
An welchen Streckenabschnitt sollten Fans deiner Meinung nach pilgern, um den besten Blick auf die Rennaction am Sachsenring zu erleben?
Waldmann: Ich persönlich finde das Omega runter sehr schön zum Schauen, wenn man oben auf dem Hügel steht. Omega hoch und auf der Tribüne, wenn man runter zur Karthalle fährt, hat man auch einen sehr guten Blick.
Der Sachsenring feiert in diesem Jahr sein 90jähriges Jubiläum. Welche Erinnerungen hast Du an die Rennstrecke?
Waldmann: Ich bin am Sachsenring ja mal Dritter geworden und auch schon das erste MotoGP-Rennen dort gefahren. Ich bin einer von denjenigen, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass der Grand Prix dort stattfindet. Vor zwei Wochen bin ich die ‚90 Jahre Sachsenring‘ mitgefahren und mit einer 250er Honda gestartet, die ich damals auch schon eingesetzt hatte. Ich fahre immer wieder solche Oldtimerrennen und bin sehr gerne am Sachsenring dabei. Ich habe dort extrem viele Fans, was sich auch daran zeigt, dass meine 1000 Exemplare gedruckte Autogrammkarten schon wieder vergriffen sind.
Der GoPro Motorrad Grand Prix Deutschland am Sachsenring vom 30. Juni bis 2. Juli komplett live im Free-TV bei Eurosport 1
Der Sachsenring feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Jubiläum, und Eurosport feiert an diesem Wochenende beim GoPro Motorrad Grand Prix Deutschland mit. Das Rennwochenende ist das nationale Highlight im Rennkalender und traditionell das letzte Rennen vor der Sommerpause. Eurosport 1 überträgt die 9. Saisonstation der Motorrad-Weltmeisterschaft komplett live im Free-TV – inklusive der Trainingsläufe, Qualifyings und Rennen. Als kompetentes Team vor Ort dabei: Die deutsche Eurosport Crew um Moderator Jan Stecker, die Experten Ralf Waldmann und Stefan Nebel sowie die Kommentatoren Johannes Orasche und Harry Weber. Los geht’s mit den Freien Trainings am Freitag, 30. Juni, ab 9:00 Uhr. Die Rennen stehen am Sonntag, 2. Juli, live ab 11:00 Uhr auf dem Programm. Mit Warm Up und ausführlichen Vorberichten ist Eurosport 1 am Rennsonntag insgesamt knapp sieben Stunden live auf Sendung.
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