Nach einer schier endlosen Geduldsprobe für alle Beteiligten senkten die Verantwortlichen um 17.07 Uhr deutscher Zeit den Daumen.
"Nach einem Treffen zwischen Offiziellen der IRTA (Teamvereinigung, d.Red) und den Fahrern wurde entschieden, den Grand Prix wegen der Streckenbedingungen abzusagen", hieß es in der Mitteilung - alle Maschinen blieben in der Box. Aus Sicherheitsgründen machte es einfach keinen Sinn, die Piloten auf den Kurs zu schicken. Zehntausende Fans gingen durchnässt und enttäuscht nach Hause.

Chaos im Qualifying

Motorrad
Rabat erleidet Oberschenkel-, Schien- und Wadenbeinbruch
26/08/2018 AM 08:32
Hintergrund für die Entscheidung waren die chaotischen Zustände am Vortag. Bei Starkregen floss das Wasser an manchen Stellen des neuen Untergrundes nicht ab, Aquaplaning brachte zahlreiche Piloten zu Fall. Bei einer Sturzserie wurde der frühere Weltmeister Tito Rabat von der Honda eines Gegners getroffen, der spanische MotoGP-Fahrer erlitt im rechten Bein einen Oberschenkel-, Schien- und Wadenbeinbruch.
In der Nacht wurden Löcher in den Boden gebohrt, um für Abhilfe zu sorgen, Kehrmaschinen und Traktoren fuhren am Sonntag im Regen zum Abtransport des Wassers über den Kurs. Die Risiken waren am Ende aber zu groß, alle Bemühungen vergeblich. Noch am Samstag war die Reihenfolge der drei Rennen geändert worden, die MotoGP sollte schon um 12.30 statt um 14.00 Uhr MESZ fahren, da für den Nachmittag eine Wetterverschlechterung vorausgesagt war. Auch das half nichts.

Zwei Fahrer, ein Bike: Crutchlow und Smith bilden "Tandem"

Schon gegen 10.30 Uhr öffnete der Himmel am Renntag seine Pforten. Die Warm-ups der MotoGP, Moto2 und Moto3 fanden statt, doch die Bedingungen wurden unmittelbar vor dem geplanten Start der Königsklasse immer schlechter. "Es ist ein wenig Chaos. Es steht viel Wasser", sagte der australische Pilot Jack Miller bei Eurosport. Es folgte eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit.

Selbst Safety Car mit Problemen

Selbst das Safety Car mit dem früheren Piloten Loris Capirossi, heute Sicherheitsberater des WM-Vermarkters Dorna, rutschte ordentlich über den Kurs. Renndirektion, Teamchefs, IRTA und Dorna führten Gespräche, um den Grand Prix zu retten. Die Idee am Montag zu fahren - in England Feiertag - wurde dabei schnell verworfen.
Es folgte ein Spiel auf Zeit, wegen der unvermindert schlechten Witterung kam es gut viereinhalb Stunden nach der Startverschiebung schließlich doch zur Absage. Es ist nicht das erste Mal, dass das Wetter den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung macht.
Anfang 2009 wurde das MotoGP-Rennen in Katar von Sonntag auf Montag verschoben - auch damals wegen heftiger Niederschläge. In Indianapolis fand das 250er-Rennen 2008 wegen Regens und Windböen nicht statt. Ende April 1980 ging auf dem Salzburgring gar nichts. Es lag Schnee.

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