Auf die Fahrt über die Ziellinie hatte Maverick Viñales keine Lust, der Spanier bog vorher in die Box ab, ließ seine Maschine mehrfach laut aufheulen und schüttelte frustriert den Kopf. Was harmlos aussah, hat für den MotoGP-Piloten Folgen, vor dem zweiten Rennen in Spielberg zog das Yamaha-Werksteam den früheren Weltmeister aus dem Verkehr.
Viñales habe das Motorrad "irregulär betrieben", hieß es in der knappen Pressemitteilung der Japaner, laut Medienberichten haben es die internen Vorwürfe in sich. Yamaha ist wohl davon überzeugt, dass der 26-Jährige versucht hat, bewusst den Motor zu zerstören, da er mehrfach so lange am Gasgriff drehte, bis der Drehzahlbegrenzer anschlug. Eine Analyse der Telemetriedaten habe das Ergebnis erbracht, Videoaufnahmen bestätigten es.
Nach einem Rennabbruch wegen eines Feuerunfalls war Viñales beim Großen Preis der Steiermark in die Box gefahren. Das Team wechselte offenbar die Kupplung, gegen seinen Willen, in der Aufstellung vor dem Neustart starb dem Piloten dann der Motor ab. Viñales musste schieben, aus der Boxengasse starten und jagte dem Feld ohne Chance auf ein gutes Ergebnis hinterher.
Bundesliga
Erneut positiv getestet: VfB noch Wochen ohne Torjäger Kalajdzic
12/08/2021 AM 13:42
"Es war Frust, er wollte Yamaha zeigen: Ich mag nicht mehr", sagte der frühere MotoGP-Pilot und heutige ServusTV-Experte Alex Hofmann zum Vorfall am vergangenen Wochenende. Denn der Zwist hat eine Vorgeschichte. Viñales hatte im Juni bekannt gegeben, dass er den Rennstall zum Saisonende ein Jahr vor Vertragsablauf verlassen werde. Das Verhältnis ist zerrüttet.

Frühere Vertragsauflösung scheint wahrscheinlich

Viñales hatte damals fehlende Unterstützung und Respektlosigkeit als Gründe angegeben. Die Rennen seien ein Albtraum. "Maverick geht, weil ihm Yamaha kein passendes Motorrad gegeben hat", sagte sein Vater Angel Viñales, der übrigens in dieser Woche sein Team aus der Supersport-300-WM zurückzog. Seine Schützlinge fuhren Yamaha.
Stefan Bradl (31), erfolgreichster deutscher MotoGP-Pilot und Honda-Testfahrer, kritisierte Maverick Viñales harsch. "Das ist unwürdig dem Hersteller gegenüber", sagte der Zahlinger: "Wenn ich das bei Honda machen würde, würden die mir den Kopf abnehmen. Das ist ein sehr kurioses Thema."
Viñales verfolgte das erste freie Training am Freitag an der Strecke, er hockte auf einem Roller und beobachtete durch einen Zaun das Treiben, der Geschasste trug die Teamkleidung. Vielleicht aber nicht mehr lange.
"Fakt ist: Die wollen nicht mehr miteinander", so Hofmann: "Yamaha nicht mit Viñales, Viñales nicht mit Yamaha. Es ist Kasperletheater." Derzeit ist schwer vorstellbar, dass der einstige Moto3-Champion bis zum Jahresende bleibt. Es könnte sein, dass jetzt die Anwälte übernehmen.
Es gibt Gerüchte, wonach Viñales im nächsten Jahr zu Aprilia wechseln könnte. Eigenwerbung hat der WM-Sechste, der in seiner Karriere 25 Grand Prix gewonnen hat, nicht betrieben. Es gibt beim zweiten Lauf in Österreich keinen Ersatz. Entscheidungen über die Zukunft sollen nach einer "intensiveren Analyse der Situation und nach weiteren Diskussionen mit dem Fahrer" getroffen werden.
Das könnte Dich auch interessieren: Nagelsmann macht Sané Ansage
(SID)

Nagelsmann schlägt Alarm wegen Messi-Transfer: "Reibe mir die Augen"

Bundesliga
Rose hat ein Ass im Ärmel: Können BVB und RB die Bayern vom Thron stoßen?
12/08/2021 AM 13:17
Bundesliga
Nagelsmann fürchtet dauerhafte Dominanz der Scheich-Klubs
12/08/2021 AM 12:43