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Rassismus-Proteste: Rennserie verbietet Konföderierten-Flagge
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Publiziert 11/06/2020 um 10:32 GMT+2 Uhr
Die US-Motorsportserie Nascar hat die Konföderierten-Flagge bei seinen Rennen verboten. Die Flagge, die für viele als Symbol für Sklaverei und Rassismus gilt, ist auf den Rennstrecken weit verbreitet, besonders bei den Veranstaltungen in den Südstaaten. Bereits 2015 hatten die Direktoren der Rennserie die Flagge als "beleidigendes und entzweiendes" Symbol bezeichnet.
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13 Sterne, zwei blaue, weiß umrandete diagonale Streifen, roter Grund: Die "Kriegsflagge der Konföderierten" gilt in den USA als ein Symbol für Sklaverei und Rassismus - und weht vor allem in den Südstaaten dennoch als Ausdruck eines geschichtsverklärenden Patriotismus.
Ausgerechnet in der konservativen NASCAR ist damit nun Schluss: Die US-Motorsportserie hat die umstrittene Flagge, Erkennungszeichen der Konföderierten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865), bei ihren Rennen verboten - und wagt damit eine mutige Konfrontation mit der eigenen Basis.
NASCAR: "Einladendes und integratives Umfeld schaffen"
"Die Gegenwart der Konföderierten-Flagge bei NASCAR-Veranstaltungen ist nicht vereinbar mit unserer Verpflichtung, ein einladendes und integratives Umfeld für alle unsere Fans, Teilnehmer und unsere Branche zu schaffen", teilte die NASCAR am Mittwochabend mit. Die Besonderheit ihres Sports liege darin, Menschen in ihrer Liebe für den Motorsport und die Gemeinschaft zusammenzubringen.
Angesichts der andauernden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt holte die Rennserie nun nach, was sie vor fünf Jahren verpasste. Bereits 2015 hatten die Direktoren die Flagge nach der Ermordung von neun schwarzen Amerikanern in einer Kirche in Charleston als ein "beleidigendes und entzweiendes" Symbol bezeichnet, diese aber nicht verboten. Es wurde lediglich ein Austauschprogramm angeboten.
Nun ging die NASCAR weiter. Die Reaktionen fielen - sinnbildlich für derzeit vieles in den USA - gespalten aus. Neben Lob erntete die Rennserie, die ihre Basis vor allem im weißen und stark konservativen Süden hat, in den Sozialen Medien teils massive Kritik. Anhänger drohten mit Boykott, andere kündigten an, sich der neuen Reglung zu widersetzen. Die NASCAR dürfte mit der Wut gerechnet haben - und nahm sie dennoch in Kauf.
Wallace: "Gibt hier keinen Platz dafür"
Ein Anteil an der neuen Reglung ist dem afro-amerikanischen NASCAR-Fahrer Darrell "Bubba" Wallace zuzuschreiben. Der 26-Jährige hatte sich zuletzt für einen Bann der Flagge stark gemacht. "Es gibt hier keinen Platz dafür", sagte Wallace. Am vergangenen Sonntag trat er bei einem Rennen zudem mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "I Can't Breathe" auf - den letzten Worten des Afroamerikaners George Floyd vor seinem durch Polizeigewalt verursachten Tod.
Der geschichtliche Umgang mit Sklaverei und Bürgerkrieg hatte in den USA durch die Anti-Rassismus-Proteste der vergangenen Wochen an Brisanz gewonnen. Präsident Donald Trump, auf dessen Wahlkampf-Veranstaltungen die umstrittene Flagge von Besuchern vielfach zur Schau gestellt wird, erteilte einer möglichen Umbenennung von nach Südstaaten-Generälen benannten Militärbasen eine kategorische Absage. Hochrangige Demokraten dagegen plädierten etwa für die Entfernung von Denkmälern von Führungsfiguren der US-Südstaaten aus dem Sitz des Kongresses.
Der Kongress hatte kürzlich Post von Sportgrößen wie Tom Brady, Gregg Popovich und Giancarlo Stanton bekommen. Mehr als 1400 Aktive und Ehemalige aus den Profiligen NFL (Football), NBA (Basketball) und MLB (Baseball) unterschrieben im Namen der "Players Coalition" einen Brief und forderten die Abgeordneten auf, einem Gesetzentwurf zur Abschaffung der Immunität von Polizisten zuzustimmen.
(SID)
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