Olympia - Nathalie Armbruster rechnet nach Aus der Nordischen Kombination mit dem IOC ab: "Geht nur noch um Geld"
VonNiklas Bien
Update 08/07/2026 um 15:21 GMT+2 Uhr
Das IOC sorgte am Dienstag für einen Knall: Die Nordische Kombination ist nicht länger olympisch – eine Zäsur für die Traditionssportart. Für die deutsche Top-Kombiniererin Nathalie Armbruster bedeutet das Olympia-Aus einen tiefen Einschnitt in ihrer Karriere. "Es fühlt sich alles aktuell noch unfassbar surreal und unwirklich an", sagte die 20-Jährige, die sich Gedanken um ihre Zukunft macht.
Armbruster exklusiv: "Frauen sind noch immer nicht gleichberechtigt"
Quelle: Eurosport
"Ich bin noch wahnsinnig unsortiert, unglaublich fassungslos. Es fehlen mir die richtigen Worte, es sind einfach so viele Emotionen", sagte Armbruster.
Am Dienstag hatte das IOC offiziell verkündet, dass die Nordische Kombination 2030 nicht im olympischen Programm sein wird.
"Ich bin erschüttert, am Boden zerstört, unfassbar schockiert, unfassbar traurig, gleichzeitig aber so sauer, dass das IOC unsere Leistung der vergangenen Jahre, die Geschichte unserer Sportart mit den Füßen tritt und ihre olympischen und sportlichen Werte verrät", kritisierte die Gesamtweltcupsiegerin von 2025.
"Es ist für uns alle ein Schlag ins Gesicht. Diese Entscheidung mit diesen Argumenten begründet zu bekommen, dass zu wenig Interesse vorhanden sei, unsere Sportart zu unbeliebt sei und zu wenige Nationen vorne mitmischen würden", sagte Armbruster.
Armbruster kann Argumentation nicht nachvollziehen
Die Argumente seien nicht nachvollziehbar und könnten "schwarz auf weiß widerlegt" werden. Tatsächlich waren in den Top 10 des Frauen-Weltcups im vergangenen Jahr sieben Nationen vertreten. "Wie viel Diversität brauchen wir noch?", fragte Armbruster, die die Saison auf Platz vier der Gesamtwertung abschloss.
Das Schicksal der gesamten Sportart trifft logischerweise auch Armbruster, die mit 20 Jahren eigentlich noch am Anfang ihrer Karriere steht.
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Historischer Tag: So holt sich Armbruster den Gesamtweltcup
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"Ich bin unglaublich leer. Man hat so viel investiert - tausende Stunden über die vergangenen Jahre, tausende Kilometer, so viel Leidenschaft. Wir wissen nicht, ob und wie lange wir unseren Sport noch weitermachen können", sagte Armbruster: "Man hat, ehrlich gesagt, Angst vor der Zukunft. Da wurde einem der Boden unter den Füßen weggezogen."
Der olympische Status hat Einfluss auf Förderungen, Sponsoren und berufliche Perspektiven - also darauf, ob man den Sport professionell ausüben kann.
Sorgen um die Zukunft
Die Entscheidung gegen die Nordische Kombination sei ein Symptom der Problematik rund um die Olympischen Spiele.
"Olympia - das hat diese Entscheidung mal wieder gezeigt - ist sowieso nicht mehr das, was es mal war. Es geht bedauerlicherweise nur noch um Geld und Kommerz", betonte Armbruster, die sich auch mit Blick auf eine mögliche Rückkehr zu Olympia 2034 Sorgen um den Nachwuchs macht.
"Wie möchte man Nachwuchs dazu motivieren, weiterhin Nordische Kombination zu machen? Es werden enorm viele zu den Spezialspringern und zu den Langläufern wechseln - auch wenn das nicht deren Leidenschaft wäre", prognostizierte die 20-Jährige.
Für das kommende Jahr - so viel steht fest - wird es wie gewohnt einen Weltcup geben und die Sportart im Programm der Nordischen Skiweltmeisterschaften stattfinden. Wie es danach weitergeht, so Armbruster, stehe "in den Sternen".
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