Olympia 2026 - Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger erleben im Teamsprint Sturz-Drama und verpassen eine Medaille

Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger haben bei Olympia in Mailand und Cortina im Teamsprint eine Medaille nach einem dramatischen Langlauf-Rennen verpasst. Bei starkem Schneefall in Predazzo war das DSV-Duo nach dem Springen als Führende auf die 2x7,5 km lange Strecke gegangen. Geiger stürzte jedoch in aussichtsreicher Position im tiefen Neuschnee und Deutschland blieb am Ende nur Rang fünf.

Sturz und Crash von Geiger - hier verliert Deutschland die Medaille

Quelle: Eurosport

Gold ging an Norwegen mit Dreifach-Olympiasieger Jens Luraas Oftebro und Andreas Skoglund vor Finnland und Österreich. Zwei Stürze von Peking-Olympiasieger Geiger auf seiner vorletzten Runde zerstörten alle deutschen Hoffnungen.
Gegenüber Eurosport hielt sich der 28-Jährige nicht mit seiner Enttäuschung zurück. "Ich bin einfach nur wütend auf mich selbst. Ich weiß nicht, was da passiert ist. Es ging so schnell. Ich habe einfach nix gesehen, bin mit dem linken Fuß in den Schnee rein und dann bin ich gelegen", berichtete Geiger.
"Dann bin ich aufgestanden und direkt wieder gelegen. Keine Ahnung, es will einfach nicht laufen diese Wochen und das tut mir wahnsinnig leid für das ganze Team."
Die Bedingungen seien aber fair gewesen. "Es war für alle gleich blöd zum Laufen. Darauf kann man es nicht schieben. Es war einfach eine Unaufmerksamkeit, ein Fehler."
Eurosport-Experte Fabian Rießle bewertete die Bedingungen in Predazzo als "unfassbar schwierig". "Wer schon mal auf Langlaufski unterwegs war, weiß, dass es ein schmaler Grat ist. Er kommt in den Tiefschnee raus und fädelt mit der Skispitze ein." Dieser Ausgang tue "unfassbar weh. Man kennt die Jungs und leidet mit. Es ist hochemotional. Es war aber für alle gleich schwierig, das macht es fair."
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Geiger: "Bin einfach nur wütend auf mich selber"

Quelle: Eurosport

Rydzek fühlt mit Geiger nach Sturz

Geigers Teamkollege Rydzek versuchte nach dem Sturz noch den Rückstand auf die Medaillenränge zuzulaufen, konnte aber nicht mehr aufschließen. "Das ist natürlich ein Schlag im Rennen, den auch die anderen realisieren. Da halten sie das Tempo so hoch, dass man eigentlich nicht mehr - oder nur noch mit einem Überlauf - hinkommen könnte", meinte der 34-Jährige bei Eurosport.
Rydzek zeigte zudem Verständnis für seinen Partner. "Mir ist es auch schon passiert, in Sotschi damals - ein Sturz ist sehr, sehr bitter. Aber wir gewinnen und heute verlieren wir eben auch als Team."
Für den siebenmaligen Weltmeister war es zugleich sein letztes olympisches Rennen und damit auch "ein bitteres Ende". Er wolle seine Karriere aber nicht an den vergangenen, eher unglücklichen Wochen festmachen, "auch wenn das natürlich jetzt sehr, sehr wehtut im Herzen".

Bundestrainer Frenzel leidet mit seinen Sportlern

"Ich habe ganz viele tolle Momente erleben können. Auch heute war es ein intensives und spannendes Rennen und ich bin stolz, was wir als Team geleistet haben. Vielleicht können wir nach dem zweiten oder dritten Bier dann heute auch wieder stolz sein."
Im Ziel litt auch Coletta Rydzek mit. "Mir tut es unfassbar leid. Sie hätten es anders verdient gehabt, das ist bitter", sagte die Schwester von Rydzek, die einen Tag zuvor Bronze im Teamsprint der Langläuferinnen geholt hatte. 24 Stunden später wollten die Geschwister die Familienfeier fortsetzen - doch es kam anders.
Bundestrainer Eric Frenzel war am Eurosport-Mikrofon ebenfalls niedergeschlagen. "Die Enttäuschung ist riesig. Es ist aktuell sehr hart. Wir haben heute alles in die Waagschale geworfen und waren bereit, noch einmal alles zu geben."
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Bundestrainer Frenzel: "Es tut weh, die Jungs so leiden zu sehen"

Quelle: Eurosport

Es tue weh, "die Jungs so leiden zu sehen. Sie hätten es sich mehr als verdient, sich selbst nach den Tagen, die wir hier erlebt haben, wieder aus dem Dreck zu ziehen." Man werde Geiger gemeinsam als Team auffangen.
Erstmals seit 1998 blieben Deutschlands einstige "Dominierer" somit bei Winterspielen ohne Medaille. Ein Fazit zu den Spielen in Mailand falle ihm noch schwer, erklärte Frenzel. "Jedes Mal auf eine andere Weise einen Nackenschlag zu bekommen, tut weh und ist hart. Schlussendlich haben wir uns nicht viel vorzuwerfen. Irgendwie wollte das Universum es dieses Mal nicht."

Oftebro stellt Graabak-Rekord ein

Oftebro schrieb mit seinem Sieg dagegen ein Stück Olympia-Geschichte: Dreimal Gold in einem Jahr hatte zuvor nur der Finne Samppa Lajunen (2002) geschafft. Insgesamt steht der Norweger jetzt bei vier Goldmedaillen, damit stellte er den Rekord seines Landsmanns Jörgen Graabak (2014 bis 2022) ein. "Diese Tage hier werde ich nie vergessen", sagte der 25-Jährige.
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Packender Zielsprint! Oftebro im Finish nicht zu schlagen

Quelle: Eurosport

Das DSV-Duo hatte am Morgen auf der Schanze geglänzt. Sowohl Geiger (122,5) als auch Rydzek (123,0 m) überzeugten in Predazzo, Lohn war die knappe Führung von 13 Sekunden vor Norwegen. In der Loipe liefen die fünf Topnationen aber schnell zusammen. Vier Kilometer vor dem Ziel stürzte Geiger gleich zweimal und verlor den Anschluss.
Geiger und Co. blicken nun voller Sorge in die Zukunft. Denn die Premiere des Teamsprints, der die klassische Staffel mit vier Startern pro Nation ersetzte, könnte der letzte Wettkampf in der langen Olympia-Geschichte der Sportart gewesen sein. Ob die Kombination auch 2030 zum Programm gehört, entscheidet sich im Mai.
(mit SID)
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Rießle fasst zusammen: "Das war beste Werbung für unseren Sport"

Quelle: Eurosport


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