Olympia 2022 - Nordische Kombination: Deutsche Staffel um Eric Frenzel und Vinzenz Geiger holt Silber in Peking

Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei den Olympischen Winterspielen im Teamwettbewerb Silber geholt. Das Quartett Manuel Faißt, Julian Schmid, Eric Frenzel und Vinzenz Geiger, der einen zwischenzeitlichen 26-Sekunden-Rückstand auf die Medaillenränge wettmachte, musste sich nach Platz drei im Springen im entscheidenen Skilanglauf lediglich Norwegen geschlagen geben. Bronze ging an Japan.

"Saugeiles Rennen!" Geiger spurtet unwiderstehlich zu Team-Silber

Quelle: Eurosport

Als Schlussläufer Vinzenz Geiger mit letzter Kraft die Silber-Medaille rettete, fehlte Eric Frenzel im Zielbereich. Auch auf dem Siegerpodest war nichts zu sehen von dem Corona-Rückkehrer, der zuvor auf der Strecke einen bösen Einbruch erlebt hatte. "Die ersten beiden Runden war alles offen. Leider ist Eric dann doch nicht so fit gewesen, wie wir es gehofft oder geglaubt haben. Von daher hat es für Gold nicht ganz gereicht, aber Silber haben wir gewonnen", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch bei Eurosport.
Nur drei Tage nach der Entlassung aus der Quarantäne hatte Frenzel den Start mit der Staffel gewagt, auch weil die Ärzte grünes Licht gegeben hatten. Auf der Strecke waren dem 33-Jährigen die Strapazen aber anzusehen, Frenzel verlor viel Zeit. Am Ende durfte er sich bei Schlussläufer Geiger bedanken, der deutlich hinter Norwegen den Sprint um Silber gegen Japan gewann.
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Frenzel bei Staffelsilber völlig verausgabt - dramatische Szenen im Zielraum

Quelle: Eurosport

"Vinz war unwiderstehlich, total abgezockt. Er hat die Lücke schließen müssen, die durch Eric aufgegangen ist. Er hat auf seine Endschnelligkeit vertraut und das Ding geholt", schwärmte Eurosport-Experte Tino Edelmann.
Frenzel, Geiger, Julian Schmid und der als Ersatzmann nach Peking gereiste Manuel Faißt lagen nach vier Sprüngen und einem spannenden Skilanglauf über 4x5 km 54,9 Sekunden hinter Norwegen - auch weil Frenzel auf dem dritten Teilstück viel Boden verlor. Anstelle des Sachsen war es somit Jörgen Graabak, der als erster Kombinierer der Geschichte zum vierten Mal Olympia-Gold holte.
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Weinbuch in Sorge um Frenzel: "Es geht ihm nicht gut"

Quelle: Eurosport

Edelmann verteidigt Frenzel-Nominierung

Auf den Gesundheitszustand von Frenzel angesprochen, sagte Edelmann: "Da kann man viel spekulieren. Corona ist was anderes als ein grippaler Infekt. Man kann schon die Frage stellen, ob das die richtige Entscheidung war. Aber alle Medizinchecks sind positiv verlaufen. Es ist ein Virus, mit dem die Ärzte keine große Erfahrung habe. Es ist ein Wagnis, keine Frage. Und es im Kampf um Gold leider nicht aufgegangen. Was noch mit reinspielt ist die lange Zeit ohne Wettkampfkilometer. Da sind ein paar Prozente schnell weg. Aber man hat Silber abgesichert - er hat mit den weitesten Sprung gezeigt bei den Deutschen. Und es ist Eric Frenzel. Hut ab vor der Silbermedaille, es ist eine Wahnsinnskrönung seiner Karriere!"
Hans-Peter Pohl ergänzte am Eurosport-Mikrofon: "Man darf nicht immer nur von außen draufschlagen, sondern muss sich auch mal mit dem Sport auseinandersetzen, denn du weißt nie, wie eine andere Aufstellung funktioniert hätte. Wäre Johannes Rydzek 112 Meter gesprungen, hätten alle gesagt, man hätte Eric Frenzel aufstellen müssen. Das wäre alles komplett daneben.
Teamkollege Faißt, der in Peking sein Olympia-Debüt feierte, gab im Anschluss an das packende Rennen ein Update zum Zustand von des 33-Jährigen: "Er kämpft aktuell noch ein bisschen. Man hat gesehen, er hat alles gegeben und sich für das Team aufgeopfert. Er ist ein bisschen unterkühlt und muss erstmal in der Wärme bleiben und sich erholen, damit er nachher wieder gut auf den Beinen steht."
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Edelmann verteidigt Frenzel-Nominierung: "Hat Silber abgesichert"

Quelle: Eurosport

Frenzel sorgt für zwei olympische Bestmarken

Frenzel sorgte dennoch für zwei olympische Bestmarken: Mit seiner siebten Medaille stellte der 33-Jährige den Rekord von Felix Gottwald (Österreich) ein. Bei vier verschiedenen Winterspielen auf dem Podest hatte vor Frenzel nur der Österreicher Mario Stecher gestanden.
Frenzel hatte erst nach einem Gesundheitscheck den Sprung in den DSV-Vierer geschafft, weichen musste Johannes Rydzek. Es bedeute ihm "enorm viel, die Chance zu bekommen", sagte der Routinier. Auf der Schanze rechtfertigte Frenzel das Vertrauen mit einem Sprung auf 132,0 m. Weil auch Faißt (128,5), Geiger (133,0) und Schmid (131,5) überzeugten, ging das DSV-Team auf Platz drei elf Sekunden nach den führenden Österreichern und drei Sekunden nach Norwegen in die Loipe.
Dort lief Faißt die Lücke schnell zu und übergab als Führender an Schmid, der zusammen mit Norwegen, Österreich und Japan eine Vierergruppe bildete. "Es müsste normalerweise spannend bis zum Schluss werden", hatte Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem Springen gesagt - und danach sah es auch aus, Schmid übergab nahezu gleichauf mit seinen drei Mitstreitern an Frenzel.
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Frenzel fehlt: DSV-Staffel nur zu dritt bei Flower Ceremony

Quelle: Eurosport

Edelmann adelt Geiger: "Total abgezockt"

Vor allem Frenzels Auftritt an Position drei war mit Spannung erwartet worden. Sein norwegischer Rivale Jarl Magnus Riiber, der ebenfalls am Montag auf der Quarantäne entlassen worden war, hatte nach seinem kraftlosen Auftritt im Einzel auf einen Staffel-Start verzichtet.
Frenzel hatte bei Anstiegen dann auch einige Mühe, seinen Konkurrenten zu folgen, lief die Lücke zunächst wieder zu. Einen weiteren Angriff konnte der Routinier aber nicht mehr kontern und übergab mit 38 Sekunden Rückstand als Vierter an Geiger. "Das trifft mich hart. Ich hoffe inständig, dass es nichts Schlimmeres ist. Keine olympische Medaille ist es das wert", sorgte sich Edelmann um seinen ehemaligen Teamkollegen.
Geiger musste zwar Norwegens Graabak ziehen lassen, rang aber in einem spannenden Dreikampf inklusive Stehversuchen um Silber - und setzte sich durch.

Faißt völlig euphorisiert: "Der absolute Wahnsinn"

Von einer verlorenen Goldmedaille wollte der Olympiasieger von der Normalschanze im Anschluss nichts wissen. "Da ist Null-Komma-Null Enttäuschung dabei. Das ist die pure Freude. Vorallem, weil wir zwei dabei haben, die ihre erste Medaille gewinnen - das ist etwas ganz Spezielles. Ich glaube nicht, dass da einer von uns enttäuscht ist", konstatierte Geiger bei Eurosport.
Zumindest auf Faißt, der nach dem Gewinn der Silbermedaille wie euphorisiert war, trifft jene Einschätzung zu.
"Für mich ist das alles noch unbegreiflich. Die letzten 14 Tage waren wie ein Trancezustand. Eigentlich hatte ich mit der ganzen Sache schon abgeschlossen, dann hieß es doch 'Nachfliegen'. Dass ich es mit dem vierten Platz im ersten Wettkampf schon so gut hinbekommen habe und jetzt mit der Silbermedaille krönen kann, ist natürlich der absolute Wahnsinn für mich", freute sich der 29-Jährige.

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(mit SID)
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Führung für Österreich: Rehrl haut im Teamwettkampf einen raus

Quelle: Eurosport

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