Olympia 2022: Nordischer Kombinierer Eric Frenzel glaubt kaum noch an Isolation-Ende - "Wird immer schwieriger"

Ein einziger PCR-Test kann Olympia zu einer Tortur machen. Athleten wie Eric Frenzel oder Nolan Seegert hängen noch immer in Isolationseinrichtungen fest. Besonders der Kombinieren hadert mit dem Isolationszustand und glaubt kaum noch an eine Teilnahme an den Wettkämpfen. Für ihn sind die Olympischen Winterspiele in Peking schon jetzt eine gebrauchte Veranstaltung.

Kaum noch Hoffnung: Kombinierer Eric Frenzel

Fotocredit: Imago

Ein ockerfarbener Klotz mitten im Nirgendwo, rund zehn Stockwerke hoch. Der Blick aus dem Fenster fällt auf kahle Hügel. Von Schnee, von einer Loipe nichts zu sehen. Stattdessen weiß-gelbes Flatterband, rote Warnschilder, Überwachungskameras.
Quarantäne in der Einöde statt Goldjagd auf der großen Olympiabühne - so sieht noch immer die olympische Realität von Eric Frenzel aus.
Zwar sind auch Sportler, Betreuer, Medienvertreter in Zhangjiakou in ähnlich trister Umgebung einquartiert, schön ist an der Skiregion nördlich von Peking nämlich rein gar nichts. Doch sie alle dürfen im Gegensatz zu Frenzel raus aus ihrer Bude.
Und mit jedem Tag, mit jedem weiterem Test mit einem CT-Wert unter 35 sinkt die Hoffnung des Sachsen auf ein Happy End.
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"Ein sehr großer Schock": Frenzel mit Botschaft aus der Quarantäne

Quelle: Eurosport

Frenzel und Seegert warten verzweifelt

"Es wird immer schwieriger", sagte Frenzel mit Blick auf den nahenden Einzel-Wettkampf am Dienstag dem "ZDF", der TV-Sender hatte sich am Donnerstag auf den Weg gemacht zur Isolationsunterbringung des 33 Jahre alten Rekordweltmeisters der Nordischen Kombinierer.
Allzu gerne wäre der Sachse zumindest bei der Entscheidung von der Großschanze und in der Staffel am Donnerstag dabei. Noch immer heißt es aber für ihn: Abwarten statt vorbereiten. Am 4. Februar war Frenzels positiver Test verkündet worden.
Die Ungewissheit, wann sie endlich raus dürfen und die Vorbereitung aufnehmen für ihre Wettkämpfe, auf die sie alles ausgerichtet haben, setzt den Sportlern zu.
Auch Nolan Seegert, dem ersten deutschen Coronafall dieser Winterspiele. "Es tut weh, die Eisfläche zu sehen, auf der man selbst eigentlich stehen wollte", sagte der 29 Jahre alte Berliner in einem Interview mit "ZEIT-online".
Seegert, seit dem 2. Februar separiert, wartet immer noch auf einen negativen PCR-Test, ist aber nach wie vor symptomfrei: "Wenn es einem gut geht, und man scheitert am CT-Wert, ist das schon schwer zu nehmen."

Hoffnung auf die Großschanze

So geht es auch Frenzel, dessen Frau und Kinder ebenfalls Entbehrungen auf sich genommen haben für Olympia.
Von einem "sehr, sehr großen Schock" sprach Frenzel, der in seinem immerhin durchaus wohnlichen Zimmer versucht, sein Fitnesslevel auf höchstem Niveau zu halten. "Ich kann mich nicht beschweren. Ich habe alles, was ich brauche", hatte der Sachse zuletzt gesagt.
Frenzel hatte nach einem zunächst "unzumutbaren" Isolationszimmer, wie es Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einschätzte, schnell einen größeren Raum bekommen.
Ein Ergometer, eine Fitnessmatte und eine Faszienrolle nutzt Frenzel, der den sensationellen Goldlauf von Vinzenz Geiger in der ersten Entscheidung nur aus quälend weiter Distanz mitbekam.
Noch hat er Hoffnung, dass es von der Großschanze anders aussieht.
(SID)

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