Nordische Ski-WM 2025 - Espen Björnstad nicht für Weltmeisterschaft nominiert: "Es tut im ganzen Körper weh"

Am Montag wurde bekannt, dass Espen Björnstad nicht für die diesjährige Heim-Weltmeisterschaft in Trondheim nominiert wurde. Der letzte Platz im norwegischen Kombinierteam ging stattdessen an den Debütanten Einar Luras Oftebro. Björnstad zeigte sich enttäuscht über seine Nicht-Berücksichtigung und griff die Verantwortlichen im norwegischen Team aufgrund des Auswahlverfahrens an.

Espen Björnstad ist mächtig enttäuscht aufgrund der Nicht-Nominierung

Fotocredit: Imago

"Ich bin wütend, enttäuscht und traurig", sagte Björnstad im Gespräch mit dem norwegischen Rundfunk "NRK".
"Es fühlt sich fast so an, als hätte mich meine Freundin verlassen – ohne eine richtige Erklärung. Es tut im ganzen Körper weh, einfach nur schrecklich. Ich fühle eine große Leere", zeigte sich der Norweger, der nur einen Steinwurf von den Sportstätten der nordische Ski-WM 2025 in Trondheim wohnt, mächtig enttäuscht.
Dabei kritisierte der 31-Jährige vor allem den Auswahlprozess und bezeichnete diesen als undurchsichtig.
"Der Auswahlprozess war einfach nicht gut genug. Ich hätte mir gewünscht, dass die Verantwortlichen uns Athleten mehr Sicherheit gegeben hätten. Leider haben sie es mit dem gesamten Prozess ein wenig vermasselt", bemängelte der 31-Jährige, der zwischen 2019 und 2022 drei Staffel-Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewann.

Sportchef verteidigt Auswahlkriterien

Nun muss der Trondheimer die Weltmeisterschaft von der Couch aus verfolgen. Allerdings wurde er als Ersatzläufer nominiert und könnte ins Team rücken, falls ein anderer Athlet ausfällt.
Der Sportchef der nordischen Kombinierer, Ivar Stuan, reagierte derweil auf die Kritik von Björnstad.
"Wir versuchen, Fehler zu vermeiden. Wir bemühen uns um einen klaren Auswahlprozess. Die Nominierungskriterien haben wir bereits im September mit den Trainern und allen Beteiligten festgelegt und uns konsequent daran gehalten", erklärte Stuan gegenüber "NRK".

Björnstad nominell stärker

Björnstad kritisierte vor allem, dass es im Vorfeld keine eindeutig festgelegten Qualifikationskriterien gab: "Ich finde, das hätte ähnlich wie bei der Olympia-Nominierung geregelt werden sollen. Dort gibt es klare Vorgaben, etwa zwei Platzierungen in den Top 12 oder eine in den Top 6, um sich zu qualifizieren."
Tatsächlich hat Björnstad in dieser Saison die bessere Einzelplatzierung im Weltcup im Vergleich zu seinem Mannschaftskollegen Einar Luras Oftebro. Er erreichte zwei neunte Plätze, während Oftebro mit einem zehnten Platz in Otepää sein bestes Resultat feierte.
Für Sportchef Stuan sind aber nicht nur die reinen Platzierungen wichtig, sondern auch die Konstanz seiner Athleten.

Fehlende Konstanz wird zum Verhängnis

"Espen liefert immer wieder gute Ergebnisse, hat aber auch schwächere Phasen", begründete der Hauptverantwortliche bei den Norwegern seine Entscheidung.
Trotzdem zeigt sich Stuan offen für Diskussionen und Rückmeldungen zu den Nominierungskriterien, betont jedoch, dass der Kader für diese WM auf einer fairen Grundlage zusammengestellt wurde.
"Es ist immer spannend, über Auswahlkriterien und unsere Vorgehensweise zu diskutieren. Espen ist ein kluger Kopf und bringt gute Argumente ein. Das nehmen wir natürlich mit in den nächsten Prozess und werden es besprechen", erklärte der Sportchef.
Zwischen Björnstad und Oftebro herrscht derweil kein böses Blut. "Espen und ich sind gute Freunde und haben nach der Nominierung darüber gesprochen. Seine Kritik richtet sich wohl eher an den Verband als an mich", sagte Oftebro nach seiner Nominierung.
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Quelle: Eurosport


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