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Athletinnen und Athleten sprechen offen über post-olympische Depressionen - nicht alles Gold, was glänzt
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Update 26/02/2026 um 19:25 GMT+1 Uhr
Für manche Athletinnen und Athleten beginnt der schwierigste Kampf erst nach dem Gewinn einer Goldmedaille bei Olympischen Spielen. Immer mehr Sportstars sprechen offen über die sogenannte post-olympische Depression - ein emotionales Tief im Anschluss an das Großereignis. Die deutsche Bobsportlerin Lisa Buckwitz war gerade angekommen auf dem Gipfel des Erfolgs, da begann schon der tiefe Fall.
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Quelle: Eurosport
Keine Freude, kein Antrieb, keine Hoffnung: Nach ihrem Gold-Triumph von Pyeongchang 2018 stürzte die Bob-Olympiasiegerin schnell in ein emotionales Loch. "Du stehst dann da und es ist nichts wie es vorher war. Deshalb bin ich auch in diese post-olympische Depression verfallen", sagte Buckwitz kürzlich in einer "ZDF-Doku".
Auch nach den Winterspielen von Mailand und Cortina, die gerade erst ihr Ende gefunden haben, ist die Gefahr wieder groß. Langläuferin Laura Gimmler, Olympia-Dritte im Teamsprint, ist sich des Problems bewusst: "Ich habe von der Post-Olympia-Depression auch schon gehört. Ich denke, es ist wichtig, dass man nicht nur bis Olympia denkt und da voll drauf hinarbeitet und alles andere vergisst", sagte Gimmler im Gespräch mit dem "Bayerischen Rundfunk".
Die post-olympische Depression ist ein Phänomen, das der Sportpsychologische Experte Dr. Moritz Anderten im Gespräch mit dem "SID" als "massiven emotionalen Erschöpfungszustand" beschreibt. Der stelle sich oftmals ein, wenn man große Erfolge erreicht habe und plötzlich die Frage aufkomme: "Was ist jetzt noch das nächste Ziel?", erklärt Anderten.
Eine offizielle Diagnose ist die post-olympische Depression (bislang) nicht, "sondern eher eine Wortschöpfung", dabei handelt es sich um ein Phänomen, das immer mehr Athletinnen und Athleten offen thematisieren. Judoka Anna-Maria Wagner, Slalom-Kanutin Ricarda Funk, Dressur-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl und eben auch Buckwitz - sie alle haben nach ihren größten Erfolgen lange nicht wieder in die Spur gefunden. "Ich habe bestimmt drei Monate nicht trainiert, hatte eine Null-Bock-Stimmung, in den Tag hineingelebt, antriebslos", sagte Buckwitz.
Studie: Bis zu 40 Prozent mit post-olympischer Depression
Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Sportler oder eine Sportlerin Olympiasieger geworden oder im Mittelfeld gelandet ist. "Die Bewertung der Platzierung hängt stark von der eigenen Erwartungshaltung ab – und vor allem von der realistischen Erwartung an sich selbst", erklärt Anderten.
"Manche Athleten sind schon glücklich, sich überhaupt qualifiziert zu haben." Im Gegenzug könne die post-olympische Depression auch erfolgreiche Athleten erwischen. "Selbst Olympiasieger berichten, dass es lange dauern kann, bis sie ihr Ergebnis wirklich verarbeiten", so der Experte.
Studien gehen inzwischen davon aus, dass "etwa 30 bis 40 Prozent der Teilnehmer Symptome einer post-olympischen Depression erleben", sagt Anderten. Bekannt sei zudem, dass vor allem Menschen, die eine "gewisse Veranlagung zu depressiver Stimmung haben, vulnerabler sind".
Immerhin: Die Sichtbarkeit für das Thema wächst. "Immer mehr Sportler sprechen öffentlich über psychische Gesundheit im Leistungssport. Das ist sehr positiv, weil es zeigt, dass auch Spitzensportler Menschen sind und keine Maschinen", sagt Anderten und wirbt für Prävention.
Die Rolle mentaler Gesundheit im Spitzensport
In der Vorbereitung sollten Athletinnen und Athleten "auch darüber sprechen, was nach den Spielen passieren könnte. Wichtig ist zum Beispiel ein stabiles soziales Umfeld – Familie, Freunde oder Partner. Ebenso hilfreich sei es, sich bewusst Dinge vorzunehmen, die im Leistungssport oft zu kurz kommen: etwa eine längere Reise, Zeit mit nahestehenden Menschen oder einfach einmal Ruhe."
Ein Problem im deutschen Leistungssport sei, "dass sportpsychologische Unterstützung in Abhängigkeit des Erfolgs" stehe, sagt Anderten. "Das ist ein sehr gefährliches Spiel!" Grundsätzlich müsse sich der deutsche Sport fragen, "welchen Stellenwert der Leistungssport insgesamt hat". Denn dazu gehört auch – und vor allem – die mentale Gesundheit.
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(SID)
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