Peloton fährt am Ziel vorbei: Gefährliches Chaos bei Zielankunft der Algarve-Rundfahrt - Ergebnis wird annulliert
Update 20/02/2025 um 09:27 GMT+1 Uhr
Kurioses und gefährliches Missverständnis auf der ersten Etappe der Algarve-Rundfahrt von Portimão nach Lagos (192,2 km): Auf dem letzten Kilometer nahm beinahe das komplette Feld an einem Kreisverkehr die falsche Abzweigung und fuhr durch verdutzte Zuschauer parallel am Ziel vorbei. Nur eine kleine Gruppe um "Sieger" Filippo Ganna erreichte das echte Ziel. Das Ergebnis wurde annulliert.
"Die sind alle auf der falschen Seite!" Peloton fährt am Ziel vorbei
Quelle: Eurosport
Ein einziger Marshall mit einer roten Fahne versuchte, die Sprinter auf der ersten Etappe der Algarve-Rundfahrt kurz vor Schluss auf die rechte Bahn zu lenken.
Der Mann in einer roten Jacke zeigte verzweifelt auf die andere Straßenseite, musste letztlich aber hilflos zusehen, wie die Fahrer im Hafen von Lagos an ihm vorbeizischten.
Der Großteil des Feldes verließ nämlich den nicht versperrten Kreisverkehr auf der Seite, die eigentlich für die Ableitung der Begleitfahrzeuge vorgesehen war, und hatte dabei noch Glück, dass einige Zuschauer, die über die Straße laufen wollten, noch rechtzeitig zurücksprangen.
Marco Haller (Tudor Pro Cycling Team) machte seinem Ärger nach der Etappe Luft. "Auf dem Schlusskilometer war der Ausgang von den Marshalls nicht richtig zugemacht worden. Für mich ist das ziemlich lächerlich. Wir kämpfen hier 90 Kilometer um Positionen und am Ende ist es für Nichts", sagte der Österreicher aufgebracht bei Eurosport.
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Die Fahrer sind im Kreisverkehr vor dem Ziel der orangenen Linie für Begleitfahrzeuge statt der blauen Rennlinie gefolgt
Fotocredit: From Official Website
Haller und van Aert finden klare Worte
"Das ist einfach nur ein Witz. Es muss Konsequenzen haben für die Organisatoren und die Offiziellen. Es sind nicht immer nur die Fahrer, die Schuld haben. Das ist eine Rennsituation und ziemlich frustrierend für uns", schloss Haller.
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Haller aufgeregt: "Ein Witz! Das muss Konsequenzen haben"
Quelle: Eurosport
Auch der belgische Radstar Wout van Aert beklagte sich. "Diese Straße hätte gesperrt werden müssen. Es lag definitiv ein menschlicher Fehler vor. Der erste Fahrer ist dem Motorrad gefolgt, die anderen sind hinterher", sagte der 30-Jährige: "Als ich sah, dass Leute uns signalisierten, langsamer zu fahren, wurde mir die Situation bewusst. Es ist fast schon lächerlich."
Nur eine kleine Gruppe um Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) fand den richtigen Weg. Teilweise kletterten Radprofis hinter ihm über die Zuschauerbarrikaden zurück auf die richtige Seite.
Bengsch: "Wichtig, das Roadbook zu lesen"
Laut Eurosport-Experte Robert Bengsch seien die meisten Fahrer beim letzten Kreisverkehr statt links rechts herum gefahren, "so haben sie die Abzweigung nicht getroffen. Deswegen ist es auch so wichtig, das Roadbook zu lesen. Das war richtig gefährlich, denn die fahren da mit 70 (km/h, Anm. d. Red.) rein."
Topsprinter Arnaud De Lie (Lotto) meinte: "Jeder weiß, dass die Zielgerade hier links ist. Das ist schon seit Jahren so. Der erste Fahrer folgt den Motorrädern. Er hat sich wohl noch nie ein Radrennen angesehen, denn jeder weiß, dass Motorräder nie an der Spitze des Feldes über die Ziellinie fahren - aber das Feld ist leider gefolgt. Es war sehr gefährlich." Pikant dabei: Dieser Fahrer gehörte zu seinem eigenen Team.
Es sei "nicht schön, solche Bilder zu sehen", fuhr Bengsch fort: "Aus Sicht des Veranstalters ist das eine absolute Katastrophe. Das schadet dem Sport, schadet den Jungs, die hier in einer guten Position waren."
Die Etappe wurde im Anschluss von den Kommissaren annulliert und Ganna der Sieg aberkannt.
Rundfahrt-Direktor sieht Fehler bei den Fahrern
"Alle technischen Informationen waren eindeutig, dass die Läufer am letzten Kreisverkehr links abbiegen sollten", erklärte Sérgio Sousa, Direktor der Algarve-Rundfahrt: "Einige von ihnen sind jedoch nach rechts gefahren, auf eine Spur parallel zur Ziellinie. Es war eine falsche Entscheidung des Pelotons, aber es ist klar, dass wir nicht genug getan haben, um dieses Ergebnis zu vermeiden, was wir sehr bedauern."
Im Interview nach dem Rennen sah sich Ganna noch als rechtmäßiger Gewinner: "Man muss den Parcours kennen, man muss die Regeln als Fahrer kennen", sagte er: "In der Vergangenheit bin ich bei einem Zeitfahren in die falsche Richtung gefahren und habe das Rennen verloren. Heute war alles anders und ich habe gewonnen!" Lange konnte er sich darüber allerdings nicht freuen.
Weiter geht es mit der Tour am Donnerstag (ab 14:00 Uhr live bei Eurosport und discovery+), die fünfte und letzte Etappe findet am Sonntag statt. Unter anderem sind der zweimalige Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard und der viermalige Vuelta-Champion Primoz Roglic mit dabei.
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(mit radsport-news.com/SID)
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