Amstel Gold Race: Mathieu van der Poel geschlagen - Chaos nach Fotofinish um den Sieg beim Klassiker

Nicht Topfavorit Mathieu van der Poel hat das Amstel Gold Race gewonnen, sondern mit Michal Kwiatkowski sicherte sich ein Außenseiter den Triumph beim Klassiker. Der Ex-Weltmeister setzte sich in einem Fotofinish gegen Benoit Cosnefroy durch. Dabei wurde aber zuerst der Franzose als Sieger ausgerufen, bevor dann die Entscheidung nach kurzer Ungewissheit revidiert wurde und der Pole jubeln konnte.

Wer ist hier vorn? Krimi und Chaos im Finale des Amstel Gold Race

Quelle: Eurosport

Für beide Fahrer war es ein Wechselbad der Gefühle: Nach bangem Warten jubelte zuerst Cosnefroy über den vermeintlich größten Sieg seiner Laufbahn, während Kwiatkowski tief enttäuscht im Zielraum stand.
Dann aber wurde das Ergebnis nach Studium des Zielfotos geändert, Freud und Leid wechselten das Lager: Kwiatkowski wurde nach 2015 erneut zum Amstel-Sieger ausgerufen - sein erster Sieg seit der Tour-Etappe 2020 und eine Erinnerung an den Triumph bei Mailand - Sanremo 2017, als er ebenfalls in einem ganz engen Sprint siegte.
"Ich war erst so traurig. Es war sehr konfus im Ziel, ein großes Durcheinander", gestand Kwiatkowski im Siegerinterview - "aber ich habe mich auch an letztes Jahr erinnert", verwies er auf den Sieg seines Teamkollegen Tom Pidcock im Fotofinish gegen Wout Van Aert 2021.
Nach vielen Rückschlägen in diesem Frühjahr war es für den Weltmeister von 2014 eine besondere Genugtuung, endlich wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen.
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"Ich war erst so traurig": Kwiatkowski über die Gefühls-Achterbahn

Quelle: Eurosport

Van der Poel beim Amstel Gold Race nicht auf Podium

Hinter dem Spitzenduo holte sich der Belgier Tiesj Bennot mit zehn Sekunden Rückstand durch eine Attacke im Finale noch den dritten Rang. Van der Poel hingegen blieb mit 20 Sekunden Rückstand nur Rang vier im Sprint der ersten kleinen Verfolgergruppe, seine letzten Tempoverschärfungen auf dem Weg zum Ziel in Valkenburg schlossen weder die Lücke noch vorne noch schüttelten sie die Begleiter ab.
Auf den letzten 25 Kilometern des Rennens hatte sich zuerst Kwiatkowski als Solist aus der kleinen Gruppe der Favoriten gelöst, wenig später schloss Cosnefroy mit einer Attacke auf und das Duo hielt die großen Namen auf Distanz, um dann auf der Zielgeraden für einen packenden Sprint zu sorgen.
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Attacken belohnt & Achterbahnfahrt nach Fotofinish beim Amstel

Quelle: Eurosport

"Beim vorentscheidenden Angriff am Keutenberg war noch alles okay. Ich bin mein eigenes Tempo gefahren und war oben wieder bei der Gruppe. Aber ich wusste, dass es gefährlich werden würde, insbesondere mit den beiden Ineos-Fahrern. Danach wurde es taktisch und ich hatte nicht die Beine, um auf alles zu reagieren. Also habe ich etwas gepokert, aber es hat heute nicht funktioniert", kommentierte van der Poel das Rennen.

Amstel: Deutsche Männer weit zurück, aber Lippert auf Podium

Titelverteidiger Wout van Aert (Belgien/Jumbo-Visma) war als Folge einer Corona-Infektion nicht am Start. Deutsche Fahrer hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun, Jannik Steimle war als 44. (+7:25) der bestplatzierte Profi aus Deutschland.Für die Schweiz hingegen landeten Stefan Küng und Marc Hirschi zeitgleich mit van der Poel auf den Rängen acht und neun.
Zuvor hatte Liane Lippert (Friedrichshafen) im Rennen der Frauen einen glänzenden dritten Platz belegt. Die 24-Jährige vom Team DSM musste sich nach 128,5 km nur der Italienerin Marta Cavalli (FDJ Nouvelle-Aquitaine Futuroscope) und der Niederländerin Demi Vollering vom Team SD Worx geschlagen geben.
(mit SID)
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Favoritinnen ausgestochen: Attacke wird mit Amstel-Sieg belohnt

Quelle: Eurosport

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