Die dramatischen Ereignisse sind noch nicht einmal einen Monat her. Am 21. März verlor Sonny Colbrelli nach der Zielankunft der ersten Etappe der Katalonien-Rundfahrt in Sant Feliu de Guixols das Bewusstsein.
Der Italiener musste reanimiert werden, überlebte. Infolge des Herzstillstandes wurde beim 31-Jährigen inzwischen ein Defibrillator eingesetzt.
"Es ist schon ein Wunder, dass ich noch lebe, jetzt brauche ich ein weiteres Leben, um wieder in den Sattel zu kommen", erzählte Colbrelli der italienischen Zeitung "Gazzetta dello Sport". Jens Voigt kann gut nachvollziehen, dass der Profi vom Team Bahrain Victorious in den Sattel zurück will.
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"Ich verstehe ihn sehr gut. Er war in starker Form, hat eine tolle Saison 2021 gehabt. Ich hatte 2009 ebenfalls einen schweren Sturz und wollte damit nicht aufhören als letztem Erlebnis Mir war wichtig, die Karriere dann zu beenden, wenn ich das möchte, zu meinen Bedingungen. So wird es Sonny jetzt auch gehen", sagte Voigt im Gespräch mit Eurosport.de und spielt damit auf seinen schweren Unfall bei der Tour de France an.

Voigt über Colbrelli: "Hätte gerne Mäuschen gespielt"

So verständlich der sportliche Wunsch sei, wieder in den Sattel zu steigen, so heikel könne ein solcher Schritt aber für die Familie sein. "Ich hätte gerne Mäuschen gespielt, als er den Plan, in den Radsport zurückzukehren, seiner Frau und seinen Eltern mitgeteilt hat. Ich kann mir vorstellen, dass die gesagt haben: 'Lass mal gut sein, wir möchten das nicht'", glaubt Voigt.
Nichtsdestotrotz habe er "das feste Vertrauen darauf, dass die Mannschaft und das medizinische Team dahinter eine nachvollziehbare und auf solider Basis stehende Entscheidung" im Fall Colbrelli treffen werden: "In so einem Fall werden Checks und Doppelchecks gemacht."
Voigt sieht im anvisierten Comeback des italienischen Straßenmeisters eine wichtige mentale Komponente: "Sonny will sich einfach wieder in anständiger Form präsentieren. Für seinen Seelenfrieden, aber auch für die Mannschaft und die Fans."

Colbrelli: Teamarzt Zaccaria bleibt vorsichtig

Derzeit ist man bei Bahrain Victorious aber noch sehr zurückhaltend.
"Wir sind auf der ersten Seite eines Buches, das erst noch geschrieben werden muss. Wir werden eine Seite nach der anderen umblättern", erklärte Teamarzt Daniele Zaccaria vor zwei Wochen gegenüber "Tuttobiciweb". Derzeit wird Colbrelli in Italien weiterbehandelt.
Sollten die Mediziner am Ende grünes Licht geben für Rennstarts, sei es "nur logisch", wenn Colbrelli ein Comeback wage. Wann es dazu kommen könnte, ist allerdings noch völlig offen.
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