Paul Seixas verblüfft die Welt bei Baskenland-Rundfahrt - Wunderkind eine Mischung aus Tadej Pogacar und Remco Evenepoel

Der Name Paul Seixas ist zurzeit in aller Munde. Bei der Baskenland-Rundfahrt gewann das 19-jährige Talent die beiden ersten Etappen, einen Monat zuvor wurde er bei Strade Bianche sensationell Zweiter hinter Triumphator Tadej Pogacar. In seiner französischen Heimat träumt man jetzt schon vom Gesamtsieg bei der Tour de France. Eurosport-Kommentator Karsten Migels blickt auf das Wunderkind.

Seixas überirdisch - Lipowitz im Sprint der Verfolger geschlagen

Quelle: Eurosport

"Eine solche Vielseitigkeit findet man selten", meinte Karsten Migels im Gespräch mit Eurosport. "Der kann einfach alles." Es ist eine Reaktion, die man dieser Tage vielerorts vernimmt, sobald der Name Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) fällt.
So setzte im März niemand geringeres als Tadej Pogacar zum Ritterschlag an. "Dieser Junge wird mal ein Monster auf dem Rad. Wir werden in der Zukunft noch viel von ihm zu sehen bekommen", schwärmte er von Seixas.
Marc Madiot, Präsident von Groupama-FDJ United, ging sogar einen Schritt weiter: "Ich glaube, er ist der Auserwählte. Er wird der Fahrer sein, auf den Frankreich gewartet hat. In diesem Sinne ist er der Messias."
Seit Bernard Hinault im Jahre 1985 wartet die Grande Nation auf einen Gesamtsieger der Tour de France aus dem eigenen Land. Mit Seixas scheint der ideale Kandidat in den Startlöchern zu stehen.

Migels: "Paul fährt den Berg im Pogacar-Style hoch"

"Ich habe nicht gezögert anzugreifen. Das Schlimmste ist, Angst zu haben ein Risiko einzugehen", blickte Seixas auf seine sensationelle Solo-Gala auf der zweiten Etappe der Baskenland-Rundfahrt zurück. "Ich liebe es, so zu fahren."
Nachdem seine Equipe mustergültig eine Attacke im Anstieg nach San Miguel de Aralar vorbereitet hatte, schlug der Youngster etwa sieben Kilometer vor dem Gipfel zu. Seinem explosiven Antritt hatte auch der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz nichts entgegenzusetzen. Die Konkurrenz schluckte seinen Staub.
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Statement 26 Kilomter vor dem Ziel: Seixas schüttelt Lipowitz und Co. ab

Quelle: Eurosport

"Was ihm bei der Baskenland-Rundfahrt gelingt, ist der absolute Wahnsinn", schwärmte Migels vom jungen Franzosen, der auch das Zeitfahren auf der ersten Etappe für sich entschieden hatte.
Das Kunststück in den baskischen Bergen am Dienstag sprach für sich selbst. "Paul fährt den Berg im Pogacar-Style hoch, lässt sein Team für sich arbeiten, attackiert einmal - und ward nie wieder gesehen. Das ist einfach brutal. Auch Isaac Del Toro, von dem wir auch schon solche Aktionen gewohnt sind, konnte nur noch zuschauen."

Seixas: "Ein Mischmasch aus Pogacar und Evenepoel"

Einen Berg hochfahren ist die eine Sache. Gerade aufgrund seines jungen Alters ließ er Fans und Experten aber vor allem bei der Abfahrt nach seiner bärenstarken Attacke staunend zurück: "Da fragt man sich nur: Wie macht er das?", sagte Migels. "Natürlich gehört diese jugendliche Unbekümmertheit dazu, trotzdem muss man das erst einmal draufhaben."
Dreht man die Zeit etwas zurück und blickt auf die Anfänge und die ersten Erfolge der großen Namen von heute, lassen sich durchaus Vergleiche ziehen. "Das ist ein Mischmasch aus Tadej Pogacar und Remco Evenepoel", meinte Migels. "Da er im Juniorenbereich viel im Querfeldein-Bereich unterwegs war, bringt er aber noch einmal eine andere Klasse auf dem Rad mit."
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Highlights: Seixas dreht am Berg auf, Lipowitz und Roglic ohne Chance

Quelle: Eurosport

Im Kampf gegen die Uhr wandelt Seixas schon jetzt auf Evenepoels Spuren: Bei seinem Gesamtsieg bei der Tour de l'Avenir im vergangenen Jahr siegte er bei einem kurzen Zeitfahren sowie einem Bergzeitfahren, nun legte er zum Auftakt der Baskenland-Rundfahrt nach.
Im Gegensatz zum belgischen Radstar kann Seixas aber bereits sehr früh auf eine weitere Stärke setzen. "Er bringt eine gewisse Explosivität mit - etwas, das Evenepoel nicht hat. Da ist er eher Pogacar ähnlich."
Eine weitere Parallele: Bei seinem Debüt bei den Strade Bianche vor rund einem Monat vermochte nur Seixas neben Pogacar-Teamkollege Isaac Del Toro das Tempo des slowenischen Superstars phasenweise mitzugehen. Am Ende bejubelte er einen sensationellen zweiten Platz.

Seixas: Mehr als nur ein Strohfeuer

Nun verleiten große Erfolge von jungen Talenten gerne zu einem Hype, der nur allzu oft irgendwann verpufft. Bei Seixas ist man über diesen Punkt aber bereits hinaus.
Neben seinem Gesamtsieg bei der Tour de l'Avenir avancierte der Franzose zum jüngsten Fahrer in der Geschichte, dem beim Critérium du Dauphiné der Sprung in die Top 10 gelungen ist. Bei der WM in Ruanda eroberte er in der Mixed-Staffel die Silbermedaille. Nicht zuletzt gewann Seixas bei der EM in Frankreich Bronze im Straßenrennen hinter Europameister Pogacar und Evenepoel.
"Und spätestens dann weiß man, dass es nicht nur ein Strohfeuer ist, sondern eine Leistung, die er immer wieder bestätigt", sagte Migels, merkte jedoch an: "In Frankreich hat er jetzt einen wahnsinnigen Druck." Dort sind nämlich längst die größten Träume erwachsen.
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Highlights: Frankreich-Juwel überrascht beim Zeitfahren - Lipowitz stark

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Seit Bernard Hinault im Jahr 1985 hat kein Fahrer aus der Radsport-Bastion die Tour de France gewonnen. Generationen haben sich versucht, sie alle sind gescheitert: Fahrer wie Richard Virenque, Laurent Jalabert oder Thomas Voeckler; Julian Alaphilippe, Romain Bardet oder Thibaut Pinot. Sie gewannen Etappen, das Bergtrikot, trugen teils zumindest phasenweise das Gelbe Trikot.
Als Gesamtsieger auf dem Podium in Paris stand keiner von ihnen.

Bei der Baskenland-Rundfahrt ist alles möglich

"Sollte Seixas in diesem Jahr bereits die Tour bestreiten, dann muss man sich schon fragen: Wie geht er mit dem Druck um?", fragte Migels. Man könne die Situation durchaus mit Lipowitz vergleichen, der im vergangenen Jahr überraschend auf Rang drei der Tour gefahren ist.
"Dadurch ändert sich dein gesamtes Leben. Florian hat vielleicht den Vorteil, dass er ein eher zurückgezogener Mensch ist und er in Deutschland aktuell noch ein bisschen in Ruhe gelassen wird. Da spielt auch das Team eine große Rolle", so der 62-Jährige weiter. "Ob das in Frankreich funktioniert - das weiß ich nicht. Die Presse ist dort gerade wegen der Tour de France noch einmal ganz anders drauf. Und das muss man in dem Alter erst einmal aushalten."
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Paul Seixas hat die beiden ersten Etappen der Baskenland-Rundfahrt gewonnen - Radsport.

Fotocredit: Getty Images

Bevor jedoch ein mögliches Debüt bei der Tour de France und der damit verbundene Trubel um seine Person anstehen, kann Seixas bei der Baskenland-Rundfahrt Geschichte schreiben.
"Ich erwarte mir, dass Seixas den Gesamtsieg holt", legte sich Migels fest. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er in den kommenden Tagen noch einbricht. Er sitzt einfach so entspannt auf dem Sattel."
Der einzige Nachteil sei seine Mannschaft: Immerhin warten vor allem Red Bull-Bora-hansgrohe und Lidl-Trek mit großen Namen auf. "Aber Paul hat einige erfahrene Leute an seiner Seite. Die werden alles daran setzen, dass er das Trikot mit nach Hause bringt."
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"Druck und Stress": Sturz löst Kettenreaktion aus

Quelle: Eurosport


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