Marcel Kittel wurde während der Dubai Tour von Andrei Grivko ins Gesicht geschlagen
VonFelix Mattis
Publiziert 02/02/2017 um 14:00 GMT+1 Uhr
Nach zwei Etappensiegen zum Auftakt der Dubai Tour endete Tag drei in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Marcel Kittel mit einem Eklat. Den hat der Profi vom Team Quick-Step Floors allerdings nicht selbst verschuldet. Wie Kittel nach dem Rennen erklärte, sei er von Astana-Fahrer Andrei Grivko mit dem Ellbogen ins Gesicht geschlagen worden, sodass eine blutende Wunde entstand.
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Kittel behielt zwar seine Gesamtführung, nachdem er im Sprint auf den letzten 400 Metern eingebaut wurde, doch das interessierte weniger als der Vorfall, der zu seiner Verletzung führte.
"Wurde von Grivko geschlagen"
"Ich wurde von Andrei Grivko von Astana geschlagen. Deshalb hatte ich Blut im Gesicht, ich bin nicht gestürzt", so der 28-Jährige, der zum Sprint sagte: "Mein Team hat gut gearbeitet, aber ich war nicht in perfekter Position und vielleicht war mein Kopf auch woanders."
Grivko wurde von der Jury nach der Etappe aus dem Rennen genommen.
"Ich habe mit ihm während des Rennens noch darüber gesprochen, aber ich sollte hier im Interview nicht sagen, was ich zu ihm dort gesagt habe. Er sollte disqualifiziert werden und eine Sperre von vielleicht sechs Monaten bekommen. Es ist eine schreckliche Enttäuschung für den Radsport, sein Team, die Sponsoren und dieses Rennen", so Kittel laut "cyclingnews.com".
Astana entschuldigt sich bei Kittel
Zwar entschuldigte sich das Astana-Team via Twitter für das Verhalten seines Fahrers bei Kittel und seiner Mannschaft. Doch der Erfurter erklärte: "Er hat Eisel (Anm. d. Red.: Bernhard Eisel ist Fahrer-Vertreter) zu mir geschickt, um sich zu entschuldigen. Aber wozu? Es gibt eine sehr dünne Linie, die man nicht überschreiten darf. Wenn man einen Streit im Rennen hat, dann spricht man darüber und berührt den Anderen vielleicht. Damit habe ich kein Problem, aber wenn man jemand verletzt, ist es vorbei. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Es ist vorbei."
Kittel blutete während des Rennens stark an der linken Augenbraue und musste behandelt werden. Wie er erklärte, habe der Ellbogenschlag seine Brille zerstört. "Ein Zentimeter weiter rechts und er hätte mein Auge verletzen können, weil er meine Brille zerstört hat", sagte Kittel.
Zu dem Vorfall war es gekommen, nachdem im Sandsturm der Wüste rund um Dubai um die Positionen im Feld gekämpft wurde, um den Anschluss nicht zu verlieren. Wie ein namentlich nicht genannter Fahrer "Velonews"-Reporter Caley Fretz schilderte, soll Kittel andere Fahrer wegen riskanter Manöver ermahnt haben, bevor Grivko an seine Seite fuhr und ihn mit dem Ellbogen schlug.
Kittel selbst schilderte die Situation wie folgt: "Als wir in den Seitenwind fuhren, gab es natürlich Positionskämpfe. Ich denke es ist ganz normal, dass man sich dabei manchmal etwas rempelt. Ich habe gegen einen seiner jungen Teamkollegen versucht, wieder in die Reihe einzuscheren. Das hat ihm nicht gefallen. Also habe ich versucht, herumzufahren und bin zwischen Grivko und ihn gekommen, so dass ich auch Grivko etwas anrempelte, ohne aber dabei die Hände vom Lenker zu nehmen. Ich habe dann versucht zu dem jungen Fahrer zu sprechen, warum er so ein Risiko eingeht und dann hatte ich auch schon den Schlag im Gesicht."
Nicht der erste Vorfall dieser Art?
Grivko, der kein unbeschriebenes Blatt ist - zum Beispiel erklärte Ex-Profi Robbie McEwen via Twitter, dass er ihn vor rund zehn Jahren auch bereits einmal geschlagen hatte - wurde von der Jury nach dem Rennen disqualifiziert. Ob weitere Konsequenzen folgen ist noch nicht bekannt.
Zuvor hatte Kittels Teamchef bei Quick-Step Floors, der Belgier Patrick Lefevere per Twitter die Jury zum Handeln aufgefordert, nachdem auch der Deutsche selbst während des Rennens bereits zum Jury-Fahrzeug gefahren war.
"Marcel Kittel wurde von einem Astana-Fahrer geschlagen. Ich hoffe, dass der Präsident der Jury seine Verantwortung übernimmt", schrieb Lefevere.
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