EF Education-EasyPost-Chef Jonathan Vaughters fordert Regulierungen für mehr Chancengleichheit im Radsport

81 Siege feierte das Team UAE Emirates im Jahr 2024 - gepusht von der überragenden Saison von Tadej Pogacar. Es sind mehr als doppelt so viele Erfolge als die zweitbeste Mannschaft. Jonathan Vaughters, der Chef des US-amerikanischen Teams EF Education-EasyPost, verlangte in einem Interview nun Regulierungen für mehr Chancengleichheit im Radsport. Seine Inspiration stammt aus dem US-Sport.

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Quelle: Eurosport

"Wenn man sich die Sportarten ansieht, die erfolgreich sind und ein großes Publikum anziehen, dann sind das in der Regel Sportarten, bei denen jedes beliebige Team in jedem Jahr zum Siegerteam werden kann, oder?", sagte er gegenüber "Cyclingnews". Das beste Beispiel sei "die NFL in den USA, die versucht, durch harte Budgetobergrenzen dafür zu sorgen, dass ein Team nicht kontinuierlich für viele Jahre siegen kann".
Der wesentliche Kritikpunkt von Vaughters ist, dass es keinerlei Regeln oder Maßgaben für Transfers und Budgets vonseiten des Radsport-Weltverbandes UCI gäbe.
Aktuell sei es nur für sehr wenige "Super-Teams" realistisch, große Erfolge wie bei der Tour de France einzufahren. "Im Radsport kann man sich den Erfolg heutzutage einfach kaufen", sagte Vaughters.
Neben UAE Team Emirates kamen in der jüngeren Vergangenheit weitere finanzstarke Sponsoren in den Radsport, die den Kreis der "Super-Teams" zwar erhöhen, aber den Abstand zur breiten Masse des World-Tour-Levels vergrößern könnten. Dazu zählen etwa Red Bull (bei Red Bull-Bora-hansgrohe) und Lidl (Lidl-Trek).

Die Gefahr der Super-Teams

Für Vaughters ist diese Entwicklung ein zweischneidiges Schwert - mit negativen Seiten für den Radsport im Allgemeinen: "Wenn mehr Geld in unseren Sport kommt, dann ist das großartig, klar", sagte er.
"Aber ich glaube, ein Nebeneffekt der Super-Teams ist, dass viele größere Sponsoren eben nicht auf dem Level von UAE einsteigen werden, weil sie es gegenüber ihren Shareholdern nicht rechtfertigen können und es somit eben nicht das Niveau des Sports anhebt."
Schlussendlich werde man dadurch sogar Sponsoren davon abhalten, sich im Radsport zu engagieren. Kleinere Teams, wie Vaughters' EF-Team, sind daher auf alternative Wege zum Erfolg angewiesen. Für EF war das in der Saison 2024 der Gewinn des Bergtrikots bei der Tour mit Richard Carapaz. Laut Vaughters bot dies den maximal erreichbaren Erfolg und Sichtbarkeit für das Team.

Vaughters: "Dafür bräuchte es ein System"

Vaughters behauptete nicht für sich, die bestmögliche Lösung zu kennen, aber "es sollte zumindest eine Diskussion stattfinden".
"Ich denke, dass die Leute einen innovativen, interessanten Sport sehen wollen, bei dem nicht nur eine Mannschaft immer und immer wieder gewinnt", sagte Vaughters, aber: "Dafür bräuchte es ein System."
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Quelle: Eurosport


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