Kyle Murphy (Rally) war am Samstag der erste Fahrer überhaupt, der für dieses Vergehen die "Rote Karte" sah.
"Ich weiß es noch, als wäre es gestern. Meine Eltern fuhren meine Schwester und mich 1997 zur Tour de France in den Jura. Wir fuhren zum Parcours und warteten inmitten der Menschenmasse", blickte Schär auf Instagram auf die 16. Etappe der von Jan Ullrich gewonnenen Frankreich-Rundfahrt zurück.
Der jetzt 34-Jährige beschrieb, was er als Zehnjähriger erlebte, die Werbekaravane, die ersten Polizeimotorräder, die über der Strecke hängenden Helikopter. "Genau diese elektrifizierende Atmosphäre des auf uns zufahrenden Feldes veränderte mein Leben. Ich war unendlich beeindruckt von der Geschwindigkeit, die diese Fahrer auf ihren Rädern erreichen konnten. Ich wollte nichts in meinem Leben mehr als Radprofi zu werden", erinnerte er sich.
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"Ich bekam außerdem noch eine Trinkflasche von einem Profi. Dieses kleine Stück Plastik machte meine Radsportsucht komplett. Ich fuhr jeden Tag mit meiner gelben Team Polti-Flasche. Jeden Tag!", spannte er den Bogen zu den Geschehnissen am Sonntag, als er selbst ein Bidon zu einem Zuschauer warf.

Schär: "Das sind die Momente, für die ich unseren Sport liebe"

"Jetzt bin ich selbst einer dieser Profis, die durch die jubelnden Zuschauer fahren. In ruhigen Rennmomenten bewahre ich meine leeren Flaschen immer, bis ich Kinder am Wegesrand sehe", erklärte der Luzerner, der auch von einer besonderen Begegnung mit einem jungen Mädchen, das Radprofi werden möchte, weil es die Flasche Schärs bekommen hatte, berichtete.

Fauxpas führt zu Disqualifikation: Flaschenwurf kostet Schär alle Chancen

"Das sind die Momente, für die ich unseren Sport liebe. Niemand kann uns das nehmen. Wir sind der zugänglichste Sport, der zwischendurch Flaschen weggibt. So einfach ist das. So einfach ist Radsport“, schloss der AG2R-Fahrer sein Plädoyer gegen die neue Müllzonen-Regel ab.
Die Disqualifikation des Schweizers wurde in den Medien und auf Social Media am Sonntag bereits diskutiert und verurteilt. Sein offener Brief auf Instagram wurde in den ersten vier Stunden nach dessen Erscheinen rund 18.000 mal geliket, zehnmal mehr als die meisten seiner Beiträge.
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