Giro d'Italia 2020: Zwei Top-Favoriten verlieren am Ätna alle Chancen

Die erste Bergankunft des Giro d'Italia 2020 am Ätna auf Sizilien hat die Gesamtwertung auf den Kopf gestellt und zwei Favoriten um alle Siegchancen gebracht. Den Etappensieg holte sich als Solist Jonathan Caicedo (EF) aus Ecuador, der aus der Ausreißergruppe des Tages heraus erfolgreich attackiert hatte. Dahinter übernahm Joao Almeida aus Portugal das Rosa Trikot, er liegt zeitgleich mit Caicedo.

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Almeida kam als Elfter ins Ziel, während der bisherige Träger des "magila rosa", Auftakt-Sieger Filippo Ganna, Helferdienste für seinen Kapitän bei Ineos leisten musste: Denn Geraint Thomas erlebte einen ganz bitteren Tag: Der Tour-Sieger von 2018 stürzte so schwer, dass er seine hervorragende Ausgangsposition einbüßte und sich mit 12:19 Minuten Rückstand ins Ziel quälte.
Mit Simon Yates (+4:22) verlor auch der zweite britische Hoffnungsträger massiv an Boden.
Aus dem Kreis der anderen Podiumskandidaten schlugen sich Vincenzo Nibali, Jakob Fuglsang und für Bora-hansgrohe Rafal Majka am besten, sie kamen am Ende des langen Schlussanstiges gemeinsam mit 51 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger an. Noch etwas besser verkaufte sich der Niederländer Wilco Kelderman vom deutschen Sunweb-Team als Vierter der Etappe mit 39 Sekunden Rückstand.

Giro: Thomas wieder mit Sturzpech

"Zwei Kilometer nach dem Start in Enna stürzte er über eine Getränkeflasche", erklärte Ineos-Sportdirektor Matteo Tosatto das Drama um Thomas. Mit einem auf der linken Seite stark zerrissenen Trikot kämpfte sich Thomas durch die Etappe, musste aber schon kurz vor dem 19 Kilometer langen Schlussanstieg abreißen lassen.
"Er hatte nach dem Sturz Schmerzen, aber im Laufe der Etappe fühlte er sich wieder besser", berichtete Tosatto und fügte an: "Als im Finish das Tempo angezogen wurde und die Steigungen kamen, kam der Schmerz zurück und er musste die Etappe mit seinem eigenen Tempo beenden."
Für Thomas ist es nicht das erste Mal, dass die dreiwöchige Landesrundfahrt ihm kein Glück bereitet. Schon 2017 ging er als Kapitän in den Giro, kollidierte aber auf der 9. Etappe mit einem Polizeimotorrad.

Caicado verpasst Rosa hauchdünn

Für Caicedo war es der erste Etappensieg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt, einen Doppelschlag verpasste er nur wegen der schlechteren Hundertstel-Sekunden vom Einzelzeitfahren, sonst wäre der nun zeitgleiche Ecuadorianer auch noch im Rosa Trikot unterwegs. "Ich kann es nicht wirklich glauben. Das ist ein Traum, der wahr geworden ist.“, erklärte Caicedo im Ziel.
Im Trikot des Landesmeisters trat er in die Fußstapfen seines Landsmanns Richard Carapaz, der als erster Ecuadorianer eine Grand-Tour Etappe gewinnen konnte und im Vorjahr sogar die Giro-Gesamtwertung holte.

Giro: Austria-Duo stark am Ätna

Die beiden Österreicher Hermann Pernsteiner und Patrick Konrad kamen auf den Plätzen 14 und 15 (+1:29) an, von den deutschen Fahren lag keiner unter den Top 50 der Etappe.
Am Dienstag steht die erste Etappe des Giro an, auf der die Sprinter ihre Chancen haben dürften - allerdings ist auf dem Teilstück auch wieder ein langer Berg zu bezwingen, der aber nicht am Ende, sondern in der Mitte der Etappe liegt.
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