Eurosport
Giro d'Italia: Corona-Alarm! Zwei Stars und zwei ganze Teams raus
Von
Publiziert 13/10/2020 um 10:10 GMT+2 Uhr
Der Giro d'Italia wird von der Corona-Pandemie immer stärker betroffen: Nach positiven Tests sind nun zwei komplette Teams aus dem Rennen ausgestiegen. Die Mannschaften von Jumbo-Visma (mit Tony Martin und Christoph Pfingsten) und Mitchelton-Scott traten zur 10. Etappe nicht mehr an. Auch Sprintstar Michael Matthews vom deutschen Team Sunweb verließ die Rundfahrt nach einem positive Coronatest.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Damit ist nun durch den Rückzug von Jumbo-Visma Mitfavorit Steven Kruijswijk, bisher Elfter der Gesamtwertung mit nur 1:24 Minute Rückstand zum Rosa Trikot, nicht mehr dabei. Der Niederländer war als einziges Teammitglied positiv getestet worden - auch bei einer zusätzlichen Testreihe der ganzen Mannschaft am Dienstagmorgen.
"Für uns war es die einzige und verantwortungsvollste Entscheidung, denn wir waren alle nahe bei Steven", erklärt Jumbo-Sportdirektor Addy Engels, "und wenn man sieht, was bei Mitchelton passiert ist...", fügte er mit Blick auf die Entwicklung bei der australischen Mannschaft an: Dort hatte Kapitän Simon Yates als bis dahin einziger Fahrer nach einem positiven Test schon Tage zuvor aus dem Giro d'Italia aussteigen müssen. Dazu kamen nun weitere vier Fälle bei Mitarbeitern des Teams, weshalb man nun geschlossen die Rundfahrt abbrach. Lucas Hamilton war als bester Mitchelton-Profi 15. im Klassement.
Team Sunweb hingegen bleibt beim Giro im Rennen; Matthews verwies in einem Statement darauf, dass alle anderen Fahrer und Teammitglieder, darunter Nico Denz, negativ getestet wurden und die Situation nun genau aus ihrer Bubble heraus weiter beobachten würden ."Ich werde jetzt meine Isolation beginnen und hoffentlich bald wieder Rennen fahren können", so der Australier.
Auch jeweils ein Mitarbeiter der Rennställe ag2r und Ineos wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Insgesamt wurden am 11. und 12. Oktober beim Giro d'Italia 571 Tests durchgeführt.
Giro-Chef trotz Corona optimistisch
Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf den weiteren Verlauf des Rennens haben könnte, blieb zunächst unklar. Die zehnte Etappe wurde am Dienstag wie geplant gestartet. Renndirektor Mauro Vegni kündigte an, am ursprünglichen Etappenplan der Italien-Rundfahrt festzuhalten. "Natürlich ist für uns alle das Ziel, nach Mailand zu gelangen. Wir tun alles Erdenkliche, um diesen Giro planmäßig und mit Würde zu Ende zu führen", sagte Vegni dem TV-Sender RAI: "Wir sind stark bemüht, die Lage unter Kontrolle und die Blase geschlossen zu halten."
Die Entwicklungen in Italien werden sicher auch von den Machern der Vuelta registriert. Die Spanien-Rundfahrt soll am 20. Oktober beginnen und nach 2892 km am 8. November enden. Es bleibt die Hoffnung, dass alles glatt geht - wie bei der Tour de France, bei der es im Fahrerfeld keinen Fall gab. Einzig Tour-Direktor Christian Prudhomme infizierte sich und musste in Quarantäne.
(mit SID)
Das könnte Dich auch interessieren: Corona nicht einziges Problem: Giro droht ein großes Chaos
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung