Erstmals seit zehn Jahren kam Vincenzo Nibali nicht unter die besten Drei des Giro. "Die Jungen waren besser, das muss man einfach akzeptieren", sagte der Italiener. "Wir müssen analysieren, woran es lag", meinte Nibalis Trainer Paolo Slongo zu radsport-news.com, wirkte dabei aber auch ziemlich ratlos, wie sein Schützling in die Erfolgsspur zurückkommen soll.

Denn er machte auch die bemerkenswerte Feststellung, dass das Leistungsniveau der Besten beim Giro sogar noch das der Tour-Besten überstiegen hatte. "Dieser Giro war extrem hart. Nach meinen Kalkulationen haben die besten Drei des Giro ein höheres Niveau gehabt als die besten Fahrer der Tour de France", sagte er.

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Tao Geoghegan Hart (Ineos Grenadiers) und Jai Hindley (Sunweb) waren demnach im Vergleich stärker als Tadej Pogacar und Primoz Roglic? Mit Quervergleichen muss man zwar vorsichtig sein. Slongo legte auch keine Excel-Tabellen vor, die seine Aussage belegten. Aber Leistungsdaten kann der Trainingswissenschaftler natürlich lesen. Und daraus auch Schlüsse ableiten. Das ist sein Kerngeschäft. Weshalb das Podium des 103. Giro derart gut waren, entzog sich aber auch seiner Kenntnis.

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"Es war eine besondere Saison, mit besonderen Herausforderungen. Nicht nur hier beim Giro machten die Jungen auf sich aufmerksam. Sicherlich befinden wir uns einerseits mitten in einem Generationswechsel. Es kann aber auch sein, dass die Pandemiebedingungen gerade die Jungen begünstigten. Sie waren frischer. Und mit viel weniger Renntagen als gewohnt, konnten sie Höchstleistungen bringen", meinte Slongo.

Nibali so stark wie immer, aber Gegner stärker

Nibalis Karriereende wollte Slongo aber noch nicht ausrufen. Dazu brachte ihn auch die Tatsache, dass sein Schützling im Vergleich zu früheren Jahren nicht abgebaut hatte. "Vincenzo hatte hier die Werte wie auch in den vergangenen Jahren", sagte Slongo über den fast 36-Jährigen vom Team Trek - Segafredo.

Der Unterschied war nur, dass das nicht mehr zu Siegen reichte, nicht einmal zu Etappensiegen, die den Schmerz der Niederlage im Klassement zumindest etwas gelindert hätten.

Sollte Slongos andere Beobachtung zutreffen, dass weniger Renntage zu höheren und länger vorhaltenden Leistungsgpeaks führen, dürften die Programme der Klassementfahrer in der nächsten Saison auch anders aussehen als gewohnt. Dann wird man Aspiranten auf ein Klassement bei der Tour wohl erst im Mai oder Juni in den Rennbetrieb einsteigen sehen, und Giro-Aspiranten frühestens im März. Die Übersee-Rennen, wenn es sie in der zweiten Pandemie-Saison überhaupt geben sollte, wären dann zumindest weniger prominent besetzt.

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