Die 196 Kilometer von Diamante nach Potenza bildeten den Auftakt zu einem schweren Giro-Dreierpack vor dem nächsten Ruhetag am kommenden Montag.
Auf dem Weg von der Küste ins bergige Hinterland ging es fast pausenlos zur Sache, weil von Beginn an klar war, dass an diesem Tag die Chancen einer Ausreißergruppe auf den Etappensieg sehr groß sein würden.
Für den Kampf um die Bergwertung sollte das Teilstück eine wichtige Rolle spielen und auch das Rosa Trikot musste sich wachsam zeigen.
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Drei Dinge, die uns auf der 7. Giro-Etappe auffielen:

1. Perfektes Teamplay lässt Jumbo jubeln

Es war ein ernüchternder Giro für das erfolgsverwöhnte niederländische Team gewesen - bis zu diesem Freitag, dem 13., der zum Glückstag für die Mannschaft wurde. Nach der Enttäuschung der Bergankunft am Ätna, als nicht nur Tom Dumoulin als Giro-Sieger von 2017, sondern auch alle anderen Hoffnungsträger für das Gesamtklassement den Favoriten nicht folgen konnte, wechselte die Teamleitung die Taktik und gab die Jagd auf Etappensiege als neues Ziel aus.
Das gelang auf dem schweren Terrain perfekt, nur Jumbo war mit zwei Fahrern an der Spitze vertreten und münzte die Überzahl letztlich in den ersehnten Sieg um - trotz hochklassiger Konkurrenz wie Bauke Mollema und Davide Formolo.

Fulminanter Antritt: Bouwman nutzt Dumoulins perfekte Vorlage

Teamwork war dabei der Schlüssel zum Erfolg: Wie sich Dumoulin in den Dienst von Koen Bouwman stellte, war beeindruckend. Immer wieder wurde der einstige Zeitfahr-Weltmeister abgehängt, kämpfte sich zurück und übernahm sofort wieder die Arbeit für den 28-Jährigen. Die großen Emotionen im Ziel machten am Ende deutlich, was dieser Sieg für den Rennstall wert war.
Daneben sprangen auch noch die klare Führung in der Bergwertung für Bouwman und die Rückkehr ins Rennen um die Teamwertung für Jumbo heraus - ein perfekter Tag und vielleicht der Wendepunkt für die Mannschaft in diesem Giro.

2. Kämna: Keine Krönung, aber viel Kampfgeist

Es hat (noch) nicht geklappt mit dem Traum vom maglia rosa für Lennard Kämna - doch vorzuwerfen hat sich der Bora-Profi nach dieser Etappe nichts, im Gegenteil.
Gleich zwei Mal versuchte er sich aus der Favoritengruppe abzusetzen, doch Juan Pedro Lopez im maglia rosa war wachsam und stark genug, um seinem ärgsten Rivalen zu folgen. Mehr war für Kämna bei diesem Profil und der taktischen Konstellation nicht möglich.
Dass sein Kampfgeist und die Form weiter stimmen, zeigte er am Ende der Rampe ins Ziel: Mit einer Tempoverschärfung sicherte er sich den sechsten Etappenplatz vor allen anderen Favoriten. Wäre in der Gruppe durch seinen Antritt noch eine Lücke gerissen, hätte er sogar noch einige Sekunden aufholen können, denn Lopez war am Ende dieses ersten kleinen Feldes unterwegs.

Aldag erklärt: Darum verpasste Kämna das Rosa Trikot

3. Ineos feuert Warnschuss

Die ersten sieben Etappen des Giro hat sich das Team um Topfavorit Richard Carapaz sehr clever Kräfte und Kämpfe eingeteilt. Meist waren es andere Mannschaften, die für Tempo- und Verfolgungsarbeit verantwortlich waren.
Doch wenn der britische Rennstall aufs Gas drückte, herrschte sofort Alarm im Peloton: Am Ätna waren es die Edelhelfer des Ecuadorianers, die mit einem Tempodiktat alle schwächelnden Podiumsanwärter aus der Favoritengruppe fuhren. Auf der 7. Etappe brach kurz Panik bei der Konkurrenz aus, als im Anstieg der 1. Kategorie Carapaz höchstpersönlich mit seinem Landsmann und Teamkollegen Jhonatan Narváez attackierte, begleitet von Mathieu van der Poel.
Das Trio wurde zwar wieder gestellt, aber der Warnschuss war deutlich: Ineos ist bereit - und auch bereit, ins Risiko zu gehen. In der letzten Rennstunde war es dann wieder die Garde um Pavel Sivakov, Richie Porte und Co., die das Heft in die Hand nahm, um den Vorsprung der Ausreißer im genau richtigen Maß zu reduzieren. So konnte Dumoulin nicht wieder in der Gesamtwertung entscheidend an Boden gewinnen.
Die Botschaft war klar: Der Weg zum Giro-Sieg führt nur über Ineos.
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