Giro d'Italia - Mark Cavendish blickt auf Kampf gegen Depressionen zurück: "Musste mir mein Leben zurückholen"
Mark Cavendish gehört mit 52 Etappensiegen bei Grand Tours zu den erfolgreichsten Fahrern in der Radsport-Geschichte. Dennoch gab es in der Karriere des Briten nicht nur Sonnenseiten. Bereits in der jüngeren Vergangenheit gestand Cavendish, dass bei ihm 2018 eine klinische Depression diagnostizie wurde. Im Vorfeld des 105. Giro d'Italia hat sich der 36-Jährige an jene dunkle Zeiten zurückerinnert.
Mark Cavendish
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Der Sprint-Star verriet 2020 in einem Interview mit der "Times", dass bei ihm bereits zwei Jahre zuvor eine klinische Depression diagnostiziert wurde. Demnach sei die psychische Erkrankung aufgetreten, nachdem sich Cavendish mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert hatte.
Im Vorfeld des diesjährigen Giro d'Italia (6. bis 29. Mai live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn) blickte der Brite im Eurosport-Podcast "The Breakdown" auf jene schweren Zeiten zurück.
"Das Wort Depression wird in gewisser Weise falsch ausgelegt. Depression assoziiert man einfach mit Traurigkeit, aber du bist nicht nur traurig. Ich habe so oft versucht, ein Bild zu malen, aber du kannst einfach nicht", erklärte der 36-Jährige und führte weiter aus:
"Du hast entweder überhaupt keine Gefühle oder du handelst und reagierst völlig irrational. Das ist ein chemisches Ungleichgewicht. Wenn du begreifst, dass etwas nicht stimmt, kannst du etwas dagegen tun. Der Punkt, an dem ich das verstand, war, als ich die Diagnose bekommen habe. Es war nur ein Mediziner, der das gesagt hat, aber es hat letztlich Sinn gemacht.“
Cavendish: "Muss mein Leben zurückbekommen"
Cavendish gestand in der jüngeren Vergangenheit, dass er in den Jahren vor seiner Diagnose nicht an Depressionen geglaubt habe und deshalb gegenüber der "BBC" betonte, dass er dies nur als eine "Entschuldigung" ansehe.
Entsprechend schwer fiel es ihm, mit dem Untersuchungsergebnis umzugehen. "Ich sagte mir: 'Ich muss herausfinden, was mit mir nicht stimmt'. Ich dachte, dass ich bei meiner Untersuchung die Bestätigung bekomme, dass ich noch immer das Epstein-Barr-Virus habe, was ich auch hatte, aber gleichzeitig sagten sie mir, ich hätte eine klinische Depression", erinnerte sich der Brite.
"Danach dachte ich: 'Okay, jetzt beginnt der Anfang, um dir dein Leben zurückzuholen.' Ich muss mit dem Radfahren aufhören, weil ich mir zuerst mein Leben zurückholen muss, bevor ich daran arbeiten kann, wieder auf das Rad zu steigen", so Cavendish weiter.
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Mark Cavendish
Fotocredit: Getty Images
Cavendish blickt auf Anfänge zurück: "Ich wirkte arrogant"
Glücklicherweise hat sich für den Straßenweltmeister von 2011 jedoch alles zum Guten gewendet.
Auf sportlicher Ebene feiert Cavendish am Freitag nach neunjähriger Abstinenz sein Comeback beim Giro d'Italia. Anlässlich dazu warf Cavendish im Eurosport-Podcast "The Breakdown" noch einmal einen Blick auf seine Anfangszeit.
"Am Ende des Tages bin ich Realist und kein Träumer. Als ich jünger war, wirkte ich deshalb arrogant, wenn ich sagte: 'Ich werde heute gewinnen, natürlich werde ich heute gewinnen.' Schließlich wusste ich, wie viel Arbeit ich dafür hineingesteckt hatte. Nur wenn du weißt, wie schwer es im Radsport ist, wenn die Kameras nicht laufen, kannst du sicher sein, dass du auch in der Lage bist, zu gewinnen", erklärte er abschließend.
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Quelle: Eurosport
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