Giro d'Italia - Cort Nielsen feiert Ausreißersieg nach Regenschlacht in Viareggio

Magnus Cort Nielsen (EF Education - EasyPost) hat die 10. Etappe des Giro d'Italia in Viareggio gewonnen. Der Däne setzte sich im Sprint einer dreiköpfigen Spitzengruppe vor dem Kanadier Derek Gee (Israel - Premier Tech) und dem Italiener Alessandro De Marchi (Jayco - AlUla) durch. Im Hauptfeld holte Mads Pedersen (Trek - Segafredo) 51 Sekunden dahinter vor Pascal Ackermann den vierten Platz.

De Marchi geht zu früh - Cort Nielsen hat beste Taktik im Zielsprint

Quelle: Eurosport

"Ich bin unglaublich happy", sagte Cort Nielsen, der nun Tagessiege bei allen drei großen Landesrundfahrten auf der Habensseite hat:
"Es war so ein harter Tag heute. Eine der schlimmsten Etappen, die ich auf dem Rad erlebt habe. Es war so kalt heute, teilweise haben wir überhaupt nicht mehr gewusst, was um uns geschah. Mein Funk hat nicht mehr funktioniert. Diesen Tag dann mit dem Sieg zu beenden, ist umso schöner."
Nicht mehr an den Start gegangen war der am Sonntag noch ins Rosa Trikot gefahrene Remco Evenepoel (Soudal - Quick-Step). Der Belgier hatte den Giro am Ruhetag wegen einer Corona-Infektion verlassen.
Neuer Gesamtführender des Giro ist daher der Tour-de-France-Sieger von 2018, Geraint Thomas (Ineos Grenadiers). Er behauptete das Maglia Rosa am zehnten Renntag souverän.

Nach Evenepoel ist auch Vlasov raus aus dem Giro

Neben Evenepoel fehlten acht weitere Fahrer am Start in Scandiano. Im Rennverlauf dann stiegen drei weitere aus - darunter auch der Kapitän von Bora - hansgrohe, Aleksandr Vlasov. Der Russe war ebenfalls krank geworden und konnte dem Hauptfeld schon früh nicht mehr folgen.
Verlierer des Tages war neben Vlasov der Australier Jay Vine. Der Co-Kapitän des UAE Team Emirates war als Zehnter der Gesamtwertung in den Tag gestartet, stürzte aber in einer hektischen Phase des Rennens in der Abfahrt aus dem Appenin an die Küste rund 80 Kilometer vor Schluss und saß unten im Tal schließlich in einem zweiten großen Fahrerfeld, das zunächst knapp zwei Minuten hinter dem Hauptfeld saß, bis zum Ziel aber fast zehn Minuten einbüßte.
Vor dem Start hatte es Diskussionen darüber gegeben, ob die Etappe bei starkem Regen und kalten Temperaturen im Appenin aufgrund der langen und schwierigen Abfahrt in Richtung Küste zunächst neutralisiert werden sollte.
Dazu kam es aber nicht und nach einigen vergeblichen Attacken auf den ersten Kilometern setzte sich schließlich ein Ausreißerquartett um Magnus Cort Nielsen (EF Education - EasyPost) und Bergtrikotträger Davide Bais (Eolo - Kometa) ab, das rund vier Minuten Vorsprung herausfuhr. Bais holte sich die Bergwertung der 2. Kategorie am Passo delle Radici und fiel danach in der Abfahrt zurück.

Peloton zerfällt in Abfahrt endgültig

Dahinter zerfiel das Peloton, weil vor allem viele Sprinter im stufenartigen Aufstieg zum 1.547 Meter Pass Probleme bekamen. In der langen Abfahrt dann kamen einige von ihnen wieder nach vorne zurück, andere Fahrer wie der gestürzte Vine aber verloren weiter an Boden.
Erst im Tal, als es aufhörte zu regnen, wurde die Rennsituation übersichtlicher und letztlich machte ein rund 60 Mann starkes Peloton Jagd auf die drei verbliebenen Ausreißer Cort Nielsen, Alessandro De Marchi (Jayco - AlUla) und Derek Gee (Israel - Premier Tech), während die Vine-Gruppe Minute um Minute verlor.
Eingangs der letzten zehn Kilometer standen noch immer 45 Sekunden Vorsprung für das Trio auf der Uhr und bis zum Schlusskilometer schrumpfte der Abstand nicht mehr. 1,5 Kilometer vor Schluss beschleunigte Gee und De Marchi konnte nicht mehr folgen. Cort aber sprang ans Hinterrad des Kanadiers, die Beiden belauerten sich und so kam auch der Italiener nochmal zurück. De Marchi eröffnete den Sprint extrem früh 400 Meter vor Schluss, doch Cort wartete lang und schlug dann auf den letzten 100 Metern zu.
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Quelle: Eurosport

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